Katholischer Fußball in Salzburg (1918 bis 1945)

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Die katholische Fußballszene in Salzburg war im Vergleich zum benachbarten Bundesland Oberösterreich klein und überschaubar. Die bedeutendsten Mannschaften waren der FC Hertha und der FC Altstadt, der im März 1930 gegründet wurde.

Geschichte

Der FC Hertha wurde 1923 unter der Leitung des Kaufmanns und Milchhändlers Hermann Wimmer gegründet. Die Vereinsfarben waren Blau-Weiß. Die Spiele wurden auf der sogenannten Rainbergwiese ausgetragen, die sich in der Nähe des St.-Peter-Weihers an der noch unverbauten Sinnhubstraße befand und von der Abtei St. Peter zur Verfügung gestellt wurde. Den Kontakt stellte der Diözesanpräses der katholischen Gesellenvereine, Georg Giglmayr, her. Der Verein fusionierte im September 1933 mit dem FC Rapid zum SV Austria Salzburg.

Gegen Ende der 1920er-Jahre drängte St. Peter auf die Rückgabe der Rainbergwiese und so erhielt der Verein auf die Vermittlung Giglmayrs ein 7 000 m² großes Grundstück am Freisaalweg, das dem Benediktinenstift Nonnberg gehörte. Auf diesem wurde der Kolping-Platz gebaut und nach zehnmonatiger Bauzeit am 1. Mai 1933 unter Anwesenheit des Landeshauptmanns Franz Rehrl und des Bürgermeisters Max Ott eröffnet. Das Eröffnungsspiel gewann eine DJK-Länderauswahl[1] von Oberösterreich gegen eine Salzburger DJK-Auswahl mit 3:1. Am 6. Juni 1934 wurde bei einem Bombenanschlag der illegalen Nationalsozialisten das Vereinsgebäude zerstört. Es entstand ein Sachschaden von etwa 9 000 bis 10 000 Schilling.

Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland wurde der Kolping-Platz sofort enteignet und zum "SS-Sportplatz" umbenannt. Der Platz wurde noch bis in den Zweiten Weltkrieg hinein als Spielstätte u.a. vom 1. SSK 1919 genutzt. Da der Platz aus Holz gefertigt war, wurde er im letzten Kriegswinter schlicht und einfach verheizt. Nach dem Weltkrieg wurde der Platz eingeebnet und wird bis heute als landwirtschaftliche Nutzfläche verwendet.

Katholischer Fußball beschränkte sich aber nicht nur auf die beiden oben erwähnten Vereine. Im April 1935 wurde der ÖJK-Fußballverband von Salzburg gegründet, der Pokal-Bewerbe für Schüler und Jugendmannschaften veranstaltete. ÖJK-Vereine gab es in Gnigl, Itzling, Liefering und Maxglan. Die Maxglaner nahmen unter dem Namen "ÖJK Salzburg" ab Sommer 1935 auch an der Meisterschaft der 2. Klasse teil. Im Sommer 1937 kam es unter der Ägide des Bunds christlicher Arbeiter und Angestellter zur Gründung des SK Libertas, der aber bereits nach wenigen Wochen mit ÖJK Salzburg zum ÖJK Libertas fusionierte.

Nach dem Anschluss 1938 wurden alle katholischen Vereine aufgelöst. Der ÖJK Libertas wurde sofort aus dem Meisterschaftsbetrieb ausgeschlossen und die noch ausstehenden Spiele mit 0:3 strafverifiziert, was bemerkenswert ist, da die Mannschaft der Heimwehr, SV Grün-Weiß Salzburg, erst im Sommer 1938 aufgelöst wurde und sie die Meisterschaft zu Ende spielen konnte. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs ging der katholische Sport mehr oder weniger in der Sportunion auf.

Erfolge

FC Hertha

  • Vizemeister:1929,1930, 1931, 1932
  • Landescupfinale:1926, 1928, 1930, 1931, 1933

FC Altstadt

  • Meister 2. Klasse: 1933

Quelle

  • Zwischen Provinz und Metropole − Fußball in Österreich − Beiträge zur 1. Salzburger Fußballtagung (Verlag Die Werkstatt, Göttingen, 2016)

Einzelnachweise

  1. DJK steht für Deutsche Jugendkraft, einen Verband, der der geordneten Pflege von Leibesübung diente und dem Reichsbund der katholischen deutschen Jugend Österreichs unterstellt war.