Kupfererzbergbau Limberg

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Links der Bruckberg mit Areitabfahrt von der Schmittenhöhe, rechts der Keilberg
Bruckberg (Limberg) und Salzachtal

Der Kupfererzbergbau Limberg befand sich in Bruckberg, einer Katastralgemeinde von Zell am See.

Geschichte

Am Limberg, auch Beilberg und jetzt Bruckberg, genannt, westlich von Schüttdorf gelegen, kommt Kupferkies vor, der schon im Mittelalter abgebaut wurde und neben Thumersbach das zweite bedeutende Zeller Bergbaurevier bildete. Man geht davon aus, dass dieser Kupfererzbergbau längere Zeit in Betrieb war. Hier führt schwarzgrauer Schiefer Quarzadern, in denen die Erze eingesprengt sind. Die Erzgänge waren aber eher dürftig und lagen weit auseinander und die Stollen mussten stark verzimmert werden.

Die Erze wurden im Winter über den zugefrorenen See in das Poch- und Waschwerk nach Thumersbach gebracht. 1778 hatte das dortige Pochwerk drei Räder, die unterschlächtig angetrieben wurden. Zwei Räder hatten dreißig Schusser, die die Erze zerstampften. Neben den Pochtrögen befanden sich die Mehl- und Schlammsümpfe. Dort wurde das Erzmehl noch weiter gereinigt. Der dadurch entstandene Schlich wurde nach Leogang in die dortige Schmelzhütte gebracht.

Gewerken

1492 bestand in Zell am See eine Knappenbruderschaft, die sich einen eigenen Frühmesser stiften konnte. 1568 waren Carl und Hans Rosenberger Besitzer der Grube. 1593 hatten die Rosenberger drei Gruben in Betrieb. Der daraus lukrierte Gewinn betrug damals 1.900 Gulden.

Ein Zeichen für die bereits abnehmende Produktivität der Gruben war aber die Tatsache, dass eine Kommission, die das Bergwerk auf ihren Ertrag hin untersuchte, vorschlug, den Betrieb für zwei Jahre von der Fron zu befreien, um die Gewerken zu größeren Abbauaktivitäten anzuregen.

Um 1613 und 1623 wurden ein geringer Ertrag und Absatzschwierigkeiten beklagt. Damals lagen 1.000 Zentner Vitriol und Schwefel auf Lager, die nicht verkauft werden konnten.

Um 1630 erwarben die Augsburger Fugger das Bergwerk, haben es aber schon 1649 aufgelassen. Sie verkauften nachfolgend das Sackzieherhäusl, das Pucherhäusl zu Schied und das Kanzleistübl. Auch entfernten sie den Eisenbeschlag vom großen Pucherrad und gaben dieses damit dem Verfall preis.

1742 erwarben nach längerem Stillstand Balthasar Wenk, Verweser in Großarl, und der Schüttbauer Sebastian Mayr das Bergwerk und nahmen es wieder in Betrieb. Es bestanden damals zehn Stollen, aber nur in drei Stollen wurde Erz abgebaut.

1778 wurde in Limberg auch ein Zementwerk errichtet. Die damalige Zementschlammgewinnung erfolgte folgendermaßen: aus den alten Bauen floss Vitriolwasser. In dieses wurden Eisen eingelegt, die von dem vitriolhältigen Wasser mit rotem Kupfer überzogen wurden. Dieses wurde nach einiger Zeit abgeschabt und als sog. Zementschlamm weiter verarbeitet.

Unter der österreichischen Regierung wurden am Limberg noch zwei Gruben betrieben. Seit 1809 gab es im Ebenmais und im Kendlbachwald zwei Neuschürfe. 1816 wurden in der Hieronymusgrube ergiebige Erzanbrüche angefahren, was zur Folge hatte, dass 86 Arbeiter beschäftigt werden konnten. Zu dieser Zeit wurde der Schlich zur Verhüttung nicht mehr nach Leogang, sondern nach Mühlbach im Pinzgau gebracht.

Im Jahr 1863 wurde das Bergwerk endgültig stillgelegt.

Quellen

  • Josef Lahnsteiner Unterpinzgau, Zell am See, Taxenbach, Rauris, Selbstverlag, Hollersbach, 1960