Markus Voglreiter

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Markus Voglreiter, 2005
Markus Voglreiter, 2004

Ing. Mag. Markus Voglreiter (* 1. November 1966 in Salzburg) ist Stadtbaumeister und wohnt mit seiner Familie in Wien und Salzburg.

Leben

Voglreiter wuchs bei Zieheltern auf. In der Tischlerwerkstätte seines Ziehvaters konnte er erste handwerkliche Erfahrungen sammeln. Er schloss die HTL für Tiefbau in Saalfelden mit ausgezeichnetem Erfolg ab.

Auf Empfehlung des Schuldirektors begann er seine Berufslaufbahn beim Porr Konzern, wo er vom Vizechef Dipl.-Ing. Helmut Oberdammer gefördert und als Bauleiter aufgebaut wurde. Er wuchs rasch in leitende Positionen hinein und stieg, als Oberdammer aus der Firma ausschied, in die Führungsebene auf, fasste aber den Entschluss, sich beizeiten selbständig zu machen. So absolvierte er die Baumeisterprüfung und gründete zusammen mit Partnern eine Hochbaufirma. Bei Architekt Dipl.-Ing. Peter Huber verbrachte er seine Praxiszeit für technische Büros. Etwa 1995 machte er sich mit seiner Einzelfirma Voglreiter endgültig selbständig.

Markus Voglreiter galt bis 2008 als nächster Bürgermeister der Stadt Seekirchen und absolvierte auch das Landes- und Bundesmentoring-Programm für Nachwuchs Politiker in Österreich.

Ein Finanzstrafverfahren kostete ihn 2,5 Mill. Euro und seine politische Kariere. 2012 ließ er mit einem Projekt aufhorchen.

Vorgestellt

2008 ist Markus Voglreiter aus der Politik ausgeschieden – nachdem im Zuge eines Finanzstrafverfahrens, welches gegen ihn eingeleitet worden war, öffentlichkeitswirksam Hausdurchsuchungen und von Seiten der Finanz Auftritte bei den finanzierenden Banken sowie bei der Stadtgemeinde Seekirchen rufschädigend durchgeführt wurden. Trotz hervorragenden Umfrage-Ergebnissen vor der Bürgermeister-Wahl und 100% Zustimmung der ÖVP-Mandatare in Seekirchen war Voglreiter als Kandidat nicht mehr haltbar.

Priorität hatte für Voglreiter die Rettung seiner Firmengruppe und die kurzfristige Bezahlung der durch die Finanz festgehaltenen Steuerschulden, die er von Beginn an bestritt. Aufgrund der laufenden Abbuchungen von Firmenkonten und Privatkonten im Rahmen der Sicherstellungsmaßnahmen durch die Finanz war es ihm kaum möglich weiter zu arbeiten und so wurde es ruhig um die innovativen Projekte des Bauunternehmers wie z. B. The car das Auto.

2010 einigte er sich mit der Finanz in der Form, dass er eine erhebliche Abschlagszahlung leistete und im Zuge des Finanzstrafverfahrens den Beweis antreten wollte, dass die Forderungen völlig unkorrekt sind. Er argumentierte, dass die Umsatzrentabilität im Durchschnitt bei 1,7 % des Umsatzes liegt und die Finanz völlig abartige über 30 % festsetzte.

2012 ließ Stadtbaumeister Voglreiter mit dem Projekt Bärgründe[1] aufhorchen und errichtete mit der Unterstützung seines Freundes Daniell Porsche 137 Wohneinheiten in Salzburg Gneis. Nach der Projektentwicklung holte er die Diakonie und Salzburg Wohnbau ins Boot. Primär ging es Peter Daniell Porsche und ihm darum ein Vorzeigeprojekt für Generationen Wohnen mit Senioren Schwerpunkt in der Stadt Salzburg umzusetzen.

Der Baumeister unterstützte 2016 ein Kunstprojekt und wurde durch die Bananenrepublik-Fahne, welche zuerst ein Strafverfahren auslöste und nunmehr in der Nationalbibliothek als Zeichen der Demokratie ausgestellt wurde, bekannt.[2]

Ein weiteres Projekt war das neue antroposophische Seniorenwohnhaus-Projekt in der Gemeinde Puch bei Hallein, welches in den Jahren 2017–2018 errichtet wurde. Das 18-Millionen-Euro-Projekt bietetrund 80 Senioren ein außergewöhnliches Zuhause[3]

Am 14. Juni 2018 wurde Markus Voglreiter am Landesgericht Salzburg nach elf Jahren Verfahrensdauer vom Vorwurf der Steuerhinterziehung freigesprochen. Die Finanz erhob Beschwerde gegen dieses Urteil des Landesgerichtes. Vom Obersten Gerichtshof wurde der Freispruch 2019 bestätigt und Voglreiter endgültig vom Vorwurf der Steuerhinterziehung rechtskräftig freigesprochen.

Am 19. September 2019 wurde die Republik Österreich vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg in Bezug auf das Finanzstrafverfahren Voglreiter in folgenden Punkten, gegen welche exzessiv verstoßen wurde, verurteilt:

Artikel 6 - Recht auf ein faires Verfahren
Artikel 41 - Gerechte Entschädigung

Es geht nicht nur um die Schädigung Voglreiters aufgrund 18 Jahre langer Verfolgung durch die Finanz, überlanger Verfahrensdauer - elf Jahre, zwei Monate und zehn Tage - sondern auch um die Schadenersatzansprüche gegenüber der Republik Österreich. Obwohl 2019 vom Obersten Gerichtshof eine klare Feststellung der Unschuld getroffen wurde, kämpft dieser nun um die Rückerstattung der zu viel bezahlten Steuer.

Quellen

Weblink

Einzelnachweise