Papierfabrik Ramingstein

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Die Papierfabrik Ramingstein war ein Unternehmen in der Lungauer Gemeinde Ramingstein in der Ortschaft Madling.

Geschichte

1900 wurde in Ramingstein die Papierfabrik errichtet, da der Grundstoff für Papier - Holz - zur Genüge vorhanden war. Die Produkte gingen hauptsächlich in den Export. Beispielsweise wurde das Ramingsteiner "Hirschenpapier" bis China exportiert. Markenzeichen des Hirschenpapiers war ein eingedruckter Hirsch.

1919 war Josef Baudisch Direktor, der für die Demokratische Ständevereinigung als Nationalrat für die konstituiernde Nationalversammlung kandidierte.[1] Er starb jedoch im Juli 1919, sein Nachfolger wurde der Südtiroler Emil Lechtaler.[2]

1920 kam es zu Differenzen zwischen der Arbeiterschaft und Lechtaler. Die Arbeitschaft zwang ihn aus moralischen Gründen die Firma zu verlassen.[3]

Im Oktober 1922 gab die Tabakfabrik in Schwaz in Tirol dem Unternehmen Altpapier zum Einstampfen. Als die Ballen geöffnet wurden, fanden sich darin aber auch Rauchwaren, Tabak, Zigaretten usw. Manche Arbeiter trugen bis zu zwei Kilogramm Tabak nach Hause und Bauern aus der Umgebung kamen, um sich auch etwas davon zu holen. Das 'Grazer Tagblatt' berichtete davon unter dem Titel "Wie in Staatsbetrieben gewirtschaftet wird".[4]

1925/1926 wurde das Unternehmen mindestens drei Mal stillgelegt, da die Wirtschaftskrise den Betrieb unmöglich macht. Davon betroffen waren rund 140 Arbeiter.[5] 1927 kam der Betrieb zum völligen Erliegen. Im Herbst erwarb der Großgrundbesitzer Johann Fürst Schwarzenberg das Unternehmen.[6]

In den 1930er-Jahren hatte das Unternehmen eine eigene Werksfeuerwehr.[7]

Mit dem Zweiten Weltkrieg kam die Produktion zum Stillstand. Am 13. September 1946 kaufte der Wiener Unternehmer Dr. Friedrich Bergius von Fürst Schwarzenberg das mittlerweile ganz stillgelegte Unternehmen. Die Übernahme war einvernehmlich der 1. September 1946 festgelegt. Mit dem Kauf wurden alle Maschinen, Anlagen, Wohngebäude, Grundstücke von mehreren Hektar Fläche, ein eigenes Elektrizitätskraftwerk sowie das Nutzungsrecht eines schon vorhandenen Industriegeleises erworben. Damals umfasste jeder Kaufvertrag auch die Bedingung, dass man nicht zu dem im § 17 des Verbotsgesetzes aufgezählten Personenkreis gehörte durfte. Aufgrund dieser Bestimmung kam Dr. Bergius und sein gesamter Konzern in Folge in erhebliche Schwierigkeiten. Experten des Unternehmens Bergius sah man noch bis Ende des Jahres 1946 in der Papierfabrik. "Bürokratische Schwierigkeiten" verhinderten eine grundbücherliche Eintragung und der Vertrag kam nicht zustande.[8]

Heute existieren noch Werksanlagen, in denen heute die Baustofferzeugung ISO-SPAN untergebracht ist.

Der Ramingsteiner Kulturverein Urkult nutzte 2000 Räume für ein Kulturprogramm Papier für China.

Quelle

Einzelnachweise

  1. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 10. Februar 1919, Seite 33
  2. Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 11. Juli 1919, Seite 3
  3. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 22. April 1920, Seite 3
  4. Quelle ANNO, Grazer Tagblatt, Ausgabe vom 14. Oktober 1922, Seite 4
  5. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 21. Dezember 1925, Seite 3
  6. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 5. September 1927, Seite 5
  7. Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 5. Oktober 1932, Seite 9
  8. Quelle ANNO, Zeitgeschichte, 1999, Seite 117