Richard Hörl

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Richard Hörl

Richard Hörl (* 4. April 1939 in Salzburg; † 22. April 2019) war Politiker der Bürgerliste Salzburg.

Einleitung

Richard Hörl (80) hatte mit Herbert Fux und Eckehart Ziesel die Bürgerliste in Salzburg gegründet. Der streitbare Bäcker- und Konditormeister kämpfte unter anderem für die Stadtlandschaften, die direkte Demokratie und die Radfahrer. Mit einem nachgebauten Bauzaun protestierte Hörl gegen das AKW Wackersdorf.

Leben

Der gelernte Bäckermeister gründete 1974 gemeinsam mit Herbert Fux und Eckehart Ziesel die Bürgerliste und zog als erster Grünpolitiker mit Fux am 2. Oktober 1977 in den Gemeinderat der Stadt Salzburg ein.

Der Grünlandaktivist war maßgeblich an der Entstehung der Grünlanddeklaration beteiligt, die die Erhaltung des bestehenden Grünraumes in der Landeshauptstadt zum Ziel hatte.

Aus dem Gemeinderat schied Hörl bereits bald wieder aus, als Aktivist war er aber auch im 3. Jahrtausend noch tätig. Im Mai 2006 war Hörl Mitorganisator des Bürgerbegehrens Rettet unser Grünland, bei dem 12.666 Bürger der Stadt Salzburg, oder 95,51% gegen die von Bürgermeister Heinz Schaden geplante Umwidmung von Grünland in Bauland stimmten. 2007 arbeitet er mit der Aktion Grünland Salzburg an einer rechtlichen Absicherung für die Grünlanddeklaration.

Nachruf der Salzburger Nachrichten am 1. Mai 2019

Richard Hörl, Mitbegründer der Bürgerliste in der Stadt Salzburg, ist nach langem Leiden verstorben. Der Bäcker- und Konditormeister an der Alpenstraße hat mit seinem Engagement Salzburg mitgeprägt. Bereits Mitte der 1970er-Jahre kämpfte Hörl um die Erhaltung der Stadtlandschaft Freisaal im Süden Salzburgs. Zusammen mit dem Schauspieler Herbert Fux und dem Richter Eckehart Ziesel stemmte er sich "gegen die planmäßige Demolierung der Stadt". Aus diesen Bürgerinitiativen ging schließlich die Salzburger Bürgerliste hervor, die Richard Hörl mitbegründet hat. Hörl saß selbst von 1977 bis 1980 im Salzburger Gemeinderat. Auch danach mischte er in Bürgerinitiativen mit. Wer sich über diese bewegte Zeit aus erster Hand informieren will, findet mit Hörls Buch "Die Salzburger Bürgerrevolte 1972–1982".

Der Wackersdorf-Bauzaun stand monatelang am Alten Markt

Das Engagement des Bürgerrechtlers Hörl endete nicht an der Stadtgrenze. Legendär ist sein nachgebauter Bauzaun von Wackersdorf. 1986 stand dieses Symbol gegen die atomare Wiederaufbereitungsanlage monatelang am Alten Markt - Mahnmal und Publikumsattraktion gleichermaßen. Der Radfahrer Hörl setzte sich auch für das Radwegenetz mit den Unterführungen unter den Salzachbrücken ein, was damals seitens der Politik als undurchführbar abgelehnt wurde. Seine letzte große Anstrengung galt der Erhaltung der Salzburger Grünland-Deklaration und der gesetzlichen Verankerung im Stadtrecht. Das erreichten Hörl und seine Mitstreiter und Mitstreiter nach intensiven Verhandlungen mit dem damaligen Bürgermeister Heinz Schaden im Jahr 2008. Sein Einsatz für eine verbindliche Bürger-Mitbestimmung in Salzburg blieb zu seinem Schmerz ohne Ergebnis.

Die Verabschiedung erfolgte im engsten Familienkreis

Richard Hörl starb, wie erst jetzt bekannt wurde, am Ostermontag 2019 - nach langem, schweren Leiden. Die Verabschiedung fand auf seinen Wunsch in aller Stille und im engsten Kreis seiner Familie sowie mit einigen Weggefährten statt.

Quellen