Ruine Guetrat

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Ruine Guetrat und die Festung Hohensalzburg: der Blick geht von Kaltenhausenin Richtung Norden
Gedenktafel an der Ruine
Ausblick zur Ruine Guetrat

Die Ruine Guetrat befindet sich im Gemeindegebiet der Stadt Hallein im Stadtteil Rehhof. Sie zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in Hallein.

Geschichte

Sie war vom Geschlecht der Guetrater zu Beginn des 13. Jahrhunderts am Tuval (später: Gutratberg) in 622 m Höhe auf einem Felssporn errichtet worden, von dem aus man einen guten Blick auf die Grenze zu Berchtesgaden hatte.

Die Guetrater hatten von Erzbischof Adalbert III. die Erlaubnis zur Errichtung bekommen, da dieser in der Burg einen wirksamen Schutz für die Salzlagerstätten am Tuval sah. Als die Guetrater Ende des 13. Jahrhunderts vom Erzbischof im Streit entmachtet wurden, fiel das Gebäude an das Erzbistum zurück und wurde rasch dem Verfall preisgegeben.

Die Ruine gab der Altenguthrathstraße (Hallein) ihren heutigen Namen.

Sanierung

Im Zuge des Burgensicherungs-Programms des Landes Salzburg wurden von 2002 bis Ende 2005 auch Sanierungsarbeiten an der Burgruine Guetrat durchgeführt. Während der Bauetappe 2002 konnte der Bereich der "Hauptburg" mit einem mehrstöckigen Bergfried und nördlich anschließendem zweiräumigen Palas untersucht und saniert werden. Auf dem etwa 56 Meter langen und neun Meter breiten Gelände stehen noch Reste des Turmes. Die Geschosse des Wohntraktes sind längst zusammengefallen. Die Wissenschafter legten die Ruine von 3,50 Meter hohem Schutt frei und konnten das Gebäude somit um ein ganzes Stockwerk erhöhen.

Der Bauabschnitt 2003/2004 konzentrierte sich auf die südlich unterhalb der Hauptburg gelegenen "Vorwerke". Dabei handelt es sich um zwei offene, mit Umfassungsmauern eingefriedete Hofflächen sowie einen ursprünglich wohl mehrstöckigen Torbau. Das umfangreiche, bei den archäologischen Grabungen geborgene Fundmaterial gibt Hinweise auf die Ausstattung und Nutzung der einzelnen Raumeinheiten. So verweisen Tuff- und bearbeitete Marmorbruchstücke vor allem im Bereich des Bergfriedes auf eine besonders repräsentative Ausführung dieses Traktes. Das Fundmaterial umfasst ansonsten vor allem unverbrannte Tierknochen (Speiseabfälle), die Hinweise auf die Ernährung der Burgbewohner ermöglichen, weiters Bruchstücke von Tongefäßen (Töpfe, Schalen, Henkelkrüge, Tiegellampen, Schalen, Näpfe) diverse Metallartefakte wie Nägel, Haken, Messer und Beschläge sowie Fragmente von Glasgefäßen. Mehrere Räume dürften mit Kachelöfen beheizt worden sein.

Anhand des Fundmaterials kann analog den historischen Quellen eine intensive Nutzung der Burg im 13. und bis in das 14. Jahrhundert belegt werden. Vereinzelte Funde sprechen für eine fallweise Nachnutzung des Areals bis in das 16. Jahrhundert.

Weitere Bilder

 Ruine Guetrat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen