Salzburger Landwehr

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Die Salzburger Landwehr war eine von Erzherzog Johann ins Leben gerufene Armee für den Volkskrieg gegen Napoleon.

Geschichte

Am 23. Juni 1808 verlautbarte Erzherzog Johann von Österreich die Errichtung der Landwehr. Drei Motive lassen sich dafür feststellen.

  • l) die weitgehende Ausschöpfung des Wehrpotentials der österreichischen Länder unter Nutzung der positiven Erfahrungen mit bewaffneten Volksautgeboten in Tirol und Salzburg 1800 und 1805.
  • 2) die für arrivierte Militärs des ausgehenden 17. Jahrhunderts völlig überraschenden Erfolge der französischen Volksheere in den Koalitionskriegen
  • 3) als vielleicht wesentlichste Faktor die geringen erwarteten Kosten, zumal nur die kurze Ausbildung und Bewaffnung vom Staat, Bekleidung und sonstige Ausrüstung aber von den Landständen und teilweise von den Landwehrmännern selbst zu stellen war.

Klar festgelegt wurde von Erzherzog Johann die Uniformierung der Wehr: Innergebirg brauner Rock, im Flachgau und Tennengau grauer, in der Stadt Salzburg grüner Waffenrock. Alle mit gelben Aufschlägen und mit Messingemblem LW für Landwehr versehen.
In der Adjustierungsvorschrift steht:"Der Zweck der Landwehr ist: Verteidigung des Vaterlandes Erhaltung der jetzigen milden und gerechten Verfassung, der Nationalehre und Selbständigkeit und zur Erfüllung dieses erhabenen Zweckes ist jeder Flitter überflüssig".

Einsatz

Die Landwehr führte 1809 einen neuen - vergeblichen - Versuch, sich von der Herrschaft der Franzosen zu befreien. Einer der Kommandanten dieser Landwehr war Anton Rauchenbichler.

Am 1. März 1809 erfolgte die Mobilisierung der österreichischen Armee, die vier Salzburger Landwehrbataillone wurden mit 1. April in der Stadt Salzburg zusammengezogen, wo am 9. April die Weihe der vier Bataillonsfahnen stattfand. Der erste Einsatz der Salzburger Landwehr war die Bewachung von Kriegsgefangenen, die von Tirol nach Oberösterreich zu eskortieren waren.

Ab 14. April musste, nach Abrücken aller regulären österreichischen Truppen der Garnisonsdienst in Salzburg allein verrichtet werden. Das l. Bataillon bezog am 28. April Stellung im Raum Bergheim, das 2. westlich Saalbrücke und das 3. bei Glanegg, während das 4. Bataillon als Reserve verblieb.

Die durch Desertion gelichteten Reihen von drei Landwehr-Bataillons kämpften bei der Verteidigung des Pass Lueg mit. Sie kämpften bei den Gefechten in St. Michael am 25. Mai in der Steiermark, und in Ungarn, in der Schlacht bei Raab am 21. Juni, und wurden sodann nach Komorn als Festungsbesatzung verlegt.

Quelle

  • www.buergergarde-salzburg.at-Die_Salzburger_Landwehr.pdf