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Schmittenhöhebahn

Schmittenhöhebahn
Zeller See, aus der Gondel der Schmittenhöhebahn gesehen
Fahrplan 1935

Die Schmittenhöhebahn wurde am 31. Dezember 1927 als erste Seilbahn in Salzburg und als fünfte in Österreich offiziell eröffnet. Sie wird von der Schmittenhöhebahn AG betrieben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1873 errichteten der Österreichische Alpenverein und die Gemeinde Zell am See einen ersten Weg auf die Schmittenhöhe. Man gelangte zunächst also nur zu Fuß, auf Reittieren sowie mit kleinen, zweirädrigen Bergwagen mit Sitz und Aussicht nach rückwärts, welche von Mulis gezogen wurden, auf den Berg. Die Errichtung der Seilbahn geht auf den Zeller Rechtsanwalt Dr. Eduard Bittner zurück. 1924 verbrachte er seinen Urlaub in Südtirol, bei dem ihn die Fahrt mit der Seilbahn Meran-Hafling sehr beeindruckte. Zurückgekehrt entschloss er sich, gemeinsam mit seinen Freunden Dr. Ludwig Margreiter und Leo Gastgeber, eine Seilbahn zur Schmittenhöhe zu bauen.

Am 30. Oktober 1924 wurde seitens des Bundesministeriums für Handel und Verkehr die Vorkonzession erteilt. Der Spatenstich für den Bau der Talstation erfolgte dann am 4. Mai 1927. Und man konnte die Seilbahn in der kurzen Bauzeit von nur 227 Bautagen errichten. Noch im selben Jahr, am 17. Dezember führte die Seilbahn ihre ersten Fahrten durch und nach der behördlichen Abnahme erging am 30. Dezember 1927 um 23.00 Uhr die offizielle Betriebsbewilligung durch die Ministerialkommission. Somit eröffnete die Bahn am 31. Dezember 1927.

Am 24. Jänner 1928 wurde der Markt Zell am See zur Stadt erhoben und gleichzeitig die Seilbahn auf die Schmittenhöhe in einem Festakt eröffnet.

Innerhalb von nur sechs Monaten wurde 2010 um 3,3 Mill. Euro eine neue Talstation gebaut. Die Verwaltung der Schmittenhöhebahn zog in ein neues Gebäude in Schüttdorf, um in der Talstation der Schmittenhöhebahn mehr Platz für die Skifahrer zu schaffen. Dort wurden unter anderem eine großzügige Busvorfahrt, ein Infocenter, neue Kassenbereiche und moderne Toilettenanlagen gebaut. Das Herzstück ist aber der Sportshop von Intersport Bründl mit Skiverleih und 300 geheizten und desinfizierten Kästen, in denen die Ausrüstung über Nacht deponiert werden kann. Rolltreppen verbinden jetzt die Parkplätze, den Servicebereich und die Seilbahnen.

Technik

Zunächst bestand keine Stromversorgung zur Bergstation, so dass die Bahn mit Hilfe eines 85 PS starken Dieselmotors angetrieben wurde. Der Spitzenausgleich erfolgte durch eine ebenfalls in der Bergstation stationierte Akkumulatorenbatterie. Ein zweiter Dieselmotor gleicher Leistung stand als Reserve bereit.

15 Tage dauerte dauerte das Aufziehen des Tragseils. Die Herkulesseile mit 52,2 mm Durchmesser hatten je 40 t Gewicht. Die Seile wurden mittels Motorwinden über Rollen durch die Stadt Zell am See entlang des Schmittengrabens gezogen, da ein Fahrzeugtransport nicht möglich war. Erst 1937 wurde eine 3000 Volt-Leitung zur Bergstation gelegt, die dort einen 80 kW Hochleistungsmotor versorgte.

Schon von Beginn an war die Seilbahn mit vielen Sicherheitseinrichtungen versehen, wie Manövrier-, Stillstands- und Fangbremse, mechanischer Fahrbildanzeiger, schreibender Geschwindigkeitsmesser, Halt-Druckknöpfe in jeder Kabine, Einfahrtssicherung und Endkontakte. Die maximale Geschwindigkeit von 3,5 m/s wurde 60 m vor dem Haltepunkt auf 1 m/s verringert. Die Anlege besaß ein zusätzliches Hilfsseil, mit dem ein Rettungswagen zu den Kabinen verbracht werden konnte. Die Spitzengeschwindigkeit konnte 1937 nach der Verlegung der neuen Stromleitung auf 4 m/s erhöht werden. 1938 wurde das Gegenseil, 1943/44 die Trag- und Zugseile ausgewechselt. Das alte Zugseil wurde dabei zum Aufziehen der neuen Tragseile verwendet.

Die Wagen boten anfangs 23 Personen + Wagenbegleiter Platz. 1938 wurden neue Leichtmetallkabinen für je 44 Personen und neue Fahrgehänge bestellt. Dazu mussten auch die Stationen umgebaut werden. 1948 wurden neuerlich neue Kabinen sowie eine größere Treibscheibe bestellt. Die Geschwindigkeit stieg auf 5 m/s. 1955 erfolgte ein größerer Umbau der Talstation und ein neuer Antriebsmotor wurde in Auftrag gegeben. Hinter der Bergstation musste ein Verankerungsblock von 106 t Gewicht betoniert werden, der dem mit einem Spannseil von 54 mm Durchmesser die Bergstation absicherte. Antrieb und Stützenköpfe wurden erneuert, die Fahrgeschwindigkeit konnte auf 7 m/s erhöht werden.

1966/67 erfolgte ein grundlegender Umbau der Bahn um 17,5 Mill. Schilling, welcher alle Teile der Anlage betraf. 1977 wurde ein neues Kopierwerk angeschafft, die Fahrgeschwindigkeit konnte auf 8,5 m/s gesteigert werden. Der letzte Umbau erfolgte dann 1987.

Gondeln

 
Dr. Erich Egger (Vorstand), Markus Papai, BA (Marketingleiter) und Ing. Hannes Mayer (technischer Leiter) der Schmittenhöhebahn freuen sich über die Rückkehr der ehemaligen Schmittenhöhebahn-Kabinen.

Die Urgondeln der Bahn waren noch aus Holz, die zweite Generation silberne Alugondeln und die dritte gelbfarben. Die 1966 aufgehängten roten Gondeln hatten bis 2009 rund 18,7 Mill. Passagiere befördert und dabei eine Streckenleistung erbracht, die 17 Erdumrundungen entspräche. Am 17. Oktober 2009 fuhren nun diese roten Gondeln der vierten Generation ein letztes Mal, bevor sie von neuen mit Einsatzbeginn am 11. Dezember 2009 abgelöst wurden. Eine Restauration der alten wäre zu teuer gekommen. Daher entwarf die Firma Porsche Design Studio neue.[1]

Die Gondeln der zweiten Generation dienten in den letzten 35 Jahren als Materialseilbahn mit erweitertem Werksverkehr der VERBUND Hydro Power im Zillertal und fanden im Winter 2017/18 wieder in ihre ursprüngliche Heimat zurück.

Die Gondeln der Schmittenhöhebahn befinden sich nunmehr (2017) bereits in der sechsten Generation und haben sich im Laufe der Zeit enorm verändert: Beförderte man früher 24 Personen in einer Kabine, finden nun bis zu 43 Menschen Platz. Im Gegenzug wurde auch die Beförderungszeit um mehr als die Hälfte von 15 Minuten auf 6,8 Minuten verringert. Heute lassen die Gondeln keine technischen Wünsche mehr offen. Highlight ist die einzigartige Porsche-Design Gondel, die durch ihre Rundum-Verglasung einen einmaligen Blick auf Zell am See und die Bergwelt bietet.

Daten

Höhe Talstation: 939 m ü. A.
Höhe Bergstation: 1 949 m ü. A.
Höhendifferenz: 1 010 m
schräge Länge: 2 757 m
Anzahl der Stützen: vier
Fahrbetriebsmittel: zwei Gondeln zu je 56 Personen
Geschwindigkeit: 8,5 m/s
Kapazität: 500 Personen / Stunde
Gesamtanlage und seilbahntechnische Ausrüstungen: Firma Bleichert & Co. Leipzig
Eisenkonstruktionen: Simmeringer Waggonfabrik
elektrische Ausrüstung: Siemens-Schuckert-Werke Wien
Wagen, Antrieb und Schuhe: Firma Bleichert & Co. Leipzig

Kontakt

Schmittenhöhebahn AG
Schmittenstraße
Postfach 8
5700 Zell am See
Telefon: (0 65 42) 789
Telefax: (0 65 42) 78 91 30
Email: schmitten@schmitten.at

Betriebszeiten

Siehe aktuell auf der Homepage.

Weblink

Quellen und Einzelnachweise

  1. Quelle Salzburger Nachrichten, 17. Oktober 2009