Siglhaus

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Das Siglhaus im Mai 2019 (bei strömendem Regen), rechts der Anbau mit den Veranstaltungsräumen.
Das Siglhaus im Mai 2019.
Das Siglhaus

Das Siglhaus ist ein historisches Bauernhof in der Flachgauer Gemeinde St. Georgen bei Salzburg, das zu den denkmalgeschützten Objekten in der Gemeinde zählt. Es beherbergt das Heimatmuseum Sigl.Haus

Beschreibung

Das Siglhaus wurde im Jahre 1835 im Ortsteil Obereching erbaut, 1980 als letztes Holzhaus der Gemeinde abgetragen und durch Gemeinde und Kulturverein Sigl-Haus St. Georgen von 1981 bis 1983 wieder aufgebaut. Der mit einem geschwungenem Schopfwalmdach gedeckte, zweigeschoßige Mischbau wurde an seinem heutigen neuen Stim Erdgeschoß mit Ytong neu aufgemauert und verputzt. Im Original bestand das Erdgeschoß aus aus Ziegeln und Tuffsteinen aus Kirchham bei Tittmoning. Der Blockverband des Obergeschoßes blieb im Originalzustand erhalten. Typisch für die Region ist die rundbogige Eingangstür mit dem hölzernen Torgewände, das ein Steinportal imitierend – mit Sockel- und Kämpfersteinen ausgestattet ist. Die ursprüngliche Bemalung blieb erhalten. Das Dach war früher mit Holzschindel gedeckt, die später durch Tonschindel ersetzt wurden.

Durch den Mittelflur im Erdgeschoss gelangt man in Stube und Kuchl im Westen sowie Austragstübl und Kellerkammer (in dem die Speisevorräte aufbewahrt wurden) im Osten. Über der Stube befindet sich die Stubenkammer und über der Kuchl die Kuchlkammer. Die Holztreppe, die zum Obergeschoß führt, wurde mit einer bis heute erhaltenen Treppenklappe verschlossen. So konnte man in der kalten Jahreszeit Wärme speichern. Über der Austragstube befindet sich die „schene Kammer“. Diese wurde als Kinderzimmer genutzt oder stand leer. Weitere Räume im Obergeschoss die „Dirnakammer“, der Fletzboden (die Diele im ersten Stock, hier stand ein Bett für den Knecht. Im Dachboden wurde das Getreide gelagert.

Geschichte

Ein Großbrand in Obereching am 16. Juni 1835, ausgelöst durch eine Unachtsamkeit beim Böllerschießen zu Fronleichnam, vernichtete die Häuser mit den Hausnummern 9–24, darunter war auch das Sigl·Haus (Nr. 11), das neben der Oberechinger Kirche stand. Die damaligen Besitzer Johann und Elisabeth Erbschwendtner begann das Siglgut am heutigen Standort, am Dorfende Richtung St. Georgen, wieder aufzubauen. Doch die hoher Überschuldung zwang die beiden im Jahr 1856 das Haus an den Gastwirt Franz Lang (später Duschlwirt) zu verkaufen. Zwischen 1856 und 1908 waren Grenzbeamte im Sigl·Haus untergebracht. Für sie wurde das obere Zimmer verschönert und das Obergeschoß verputzt.

Im November 1908 Andreas und Juliane Thalmaier (geb. Rosenstatter) um 16.000 Kronen das Siglgut mit seinen etwa 18 ha Grund vom Gastwirt Franz Lang. Die nächsten Besitzer waren von 1928 bis 1942 Georg und Maria (geb. Pabinger) Thalmaier. Nach dem frühen Tod des Georg wurde sein Sohn Georg II zusammen mit seiner Gattin Elisabeth (geb. Eder) von 1967 bis Ende 1999 Besitzer des Siglgutes. Nachforschungen des neuen Besitzers ergaben, dass das Siglgut wenigstens seit dem 17. Jahrhundert existiert. Seit 2000 gehört es Sohn Andreas.

Nachdem 1980 Georg Thalmaier für seine Familie ein neues Wohnhaus errichten wollte, wurde das alte Haus von der Gemeinde St. Georgen unter Bürgermeister Franz Gangl sen. erworben. Unter der Leitung von Matthäus Lang wurde es fachgerecht abgetragen und im Dechanthof gelagert.

Nach der Gründung eines Proponentenkommitees um den damaligen Volksschuldirektor Hannes Miller für einen „Kulturförderungsverein St. Georgen1982/83 wurde das Sigl·Haus an seinem heutigen Standort auf Pfarrhofgrund wieder errichtet. Aus dem ehemaligen und der Gemeinde letztem Holz-Bauernhaus im typischen Flachgauer Stil sollte ein Museum werden. Dazu plante man einen Anbau im Osten mit einem Veranstaltungssaal mit darüber liegendem Musikproberaum. Dieser wurde dann von 1982 bis 2015 probte von der etwa 50 MusikerInnen umfassende Trachtenmusikkapelle St. Georgen als Probenraum genutz. Seit der Übersiedlung der Trachtenmusikkapelle in ihre neuen Proberäume können diese Räumlichkeiten nun ebenfalls zu Veranstaltungszwecken genutzt werden.

2013 wurde der Bau von der Gemeinde St. Georgen übernommen, renoviert und restauriert. Der angebaute Veranstaltungstrakt kann für Workshops, Seminare, Vorträge u. a. von der Gemeinde St. Georgen angemietet werden.

Quelle