Torfstechen

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Torfabbau im Wasenmoos am Thalgauberg, Bild v. 1904

Als Torfstechen bezeichnet man den oberirdischen Abbau von Torf in Feuchtgebieten.

Torf

Torf ist ein organisches Sediment, das in Mooren unter aus abgestorbenem Pflanzenmaterial unter weitgehendem Luftabschluss entsteht[1]

Einleitung

Im Salzburger Land war das Torfstechen bis in die 1960er-Jahre ein wichtiger Nebenerwerb zahlreicher Bauern. So lebten die Bauern entlang der Moosstraße in der Stadt Salzburg auch vom Torfstechen. Noch heute kann man bei Wanderungen zwischen Eichet und Moos bzw. zwischen Kendlersiedlung und Moos jene Flächen gut erkennen, wo Torf gestochen wurde (erkennbar durch markante Geländekanten und Höhenunterschiede von über zwei Metern).

Geschichte

Bereits der römische Geschichtsschreiber Plinius, der 47 bis 45 v. Chr. Germanien bereiste, berichtete über Torfabbau in diesen Gegenden. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts begann man dann in Bayern, Oberösterreich und in Salzburg Torf als günstiges Brennmaterial abzubauen. Das führte allerdings zu einem rasanten Raubbau in den Mooren. Auch Maschinen wurden dazu eingesetzt wie im Ainringer Moos, dem Bürmooser Moor oder im Weidmoos.

Zu Beginn der 1860er-Jahre erwarb Heinrich Ritter von Mertens "das Bürmoos" und ließ Torf abbauen, der vorwiegend nach Wien transportiert wurde. 1866 musste das Unterfangen auf Grund der zu hohen Transportkosten aufgegeben werden, woraufhin Mertens im selben Jahr eine Teerfabrik im Bürmooser "Herrenhaus" gründete, die aus dem Torf Teer "besonderer Güte" herstellte. Wegen zu hoher Herstellungskosten musste aber bereits 1868 der Betrieb wieder eingestellt werden.

1870 existieren noch 54 Torfmoore mit einer Gesamtfläche von 2 880 Hektar und einer Torfmasse von 110 Mio. Kubikmeter, was etwa 24 Milliarden Torfziegeln entspricht im Bundesland Salzburg.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Mangel an Heizmaterial durch Torfabbau gelindert.

Schließlich führte die steigende Nachfrage an Gartentorf zu Beginn der 1970er-Jahre zu weiteren größeren Eingriffen in Hochmoorgebieten. Dadurch entstanden weitläufige Entwässerungssysteme und Feldbahnstrecken. Während man in Bayern bereits Ende der 1980er-Jahre auf diesen Raubbau mit einem Beschluss zum Schutz von Feuchtflächen des Landtags reagierte, dauerte es in Oberösterreich und Salzburg noch bis 1993. Dann erst sorgte eine Novelle des Salzburger Naturschutzgesetzes für die Erhaltung von Mooren.

Man begann nun mit der Renaturierung geschädigter Moore. Dazu zählte das Wiedervernässen brachliegender Torfflächen durch Anstauen von Niederschlagswasser mit Dämmen (beispielsweise im Wenger Moor). In kleineren Moorgebieten verschloss man Kanäle und Entwässerungsgräben.

Im Salzburger Land

Das Saumoos liegt am Südrand des Lungauer Murtales, zwischen den Ortschaften St. Michael im Lungau und St. Margarethen in Oberbayrdorf. Dort wurde lange Zeit Torf gestochen.

In der Stadt Salzburg und Umgebung

Im Stadtgebiet von Salzburg und in der nahen Umgebung gab und gibt es folgende Flächen mit Torfstichen:

Im Rupertiwinkel

Literatur

Quellen

Einzelnachweise

  1. weiterführende Information über Torf unter Wikipedia Torf