Werner Friedl

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Werner Friedl

Werner Friedl (* 16. November 1947 in Wels, Oberösterreich) ist Schauspieler.

Karriere

Im Jahr 1969 stand Friedl erstmals im Schlosstheater Schönbrunn auf der Bühne.

Dem Ensemble des Salzburger Landestheaters gehörte er von 1974 bis 1983 und von 1996 bis 2015 an. Seine erste Rolle war im Jahr 1974 der Felix, Sohn des Froh, in den „Vier Temperamenten“. Es folgten zahllose Rollen, etwa 2009 der Plutzerkern in Nestroys „Talisman“ und der Penicek in „Gräfin Mariza“.

Zwischen den beiden Engagements am Landestheater ging Friedl nach Baden-Baden und anschließend nach Wien ans Theater in der Josefstadt. Dreimal gab er im Laufe seines Bühnenlebens den „Frosch“ aus der Fledermaus. Als seine schönste Bühnenerfahrung nennt er die Zusammenarbeit mit Peter Stein 1992 zu Shakespeares „Julius Caesar“ bei den Salzburger Festspielen, wo er als Cinna an der Seite von Martin Benrath und Gert Voss spielte.

Am 1. Mai 2016 nahm er im Landestheater mit einer Gala seinen Bühnenabschied.

„Als Altersbeschäftigung“ will er eine Theatertruppe aus Kindern aufbauen, die für Kinder Theater spielen.

Vorgestellt

(2010)

Er ist der Doyen, das Urgestein des Landestheaters und sein unbestrittener Publikumsliebling zugleich: Werner Friedl spielt am Makartplatz seit 1974, mal als Gast, mal mit Jahresvertrag, meist aber als fixes Ensemblemitglied – bei gerade fünf Jahren Pause. Mit acht kam Friedl nach Salzburg. Die Stadt hat ihn nie ganz losgelassen. Dabei hat Friedl auch anderes gesehen, arbeitete nach der Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien zunächst einige Zeit fürs Fernsehen. Nach seinem Wechsel ans Landestheater spielte er dort neun Jahre en suite – und bis zu acht Rollen pro Saison. Für anderes blieb da kaum Gelegenheit. Und so versäumte er es, schneller andere Häuser kennenzulernen, wie er heute bedauert. Angebote, etwas aus Karlsruhe, Stuttgart oder Göttingen, gab es genügend. Doch er blieb, wechselte erst später nach Baden-Baden und dann ans Theater in der Josefstadt.

Mehrdimensional vielseitig war Friedl schon immer: trat bei den Salzburger Festspielen unter den Regisseuren Johannes Schaaf und Peter Stein ebenso auf wie im Salzburger Straßentheater, im Fernsehen und auf der Bühne, in Schauspiel, Operette oder Liederabend. Er inszeniert selbst und gibt an der Volkshochschule einen Kinder-Schauspielkurs.

Nebenher schreibt er Stücke; 2009 arbeitet er „Charlies Tante“ um, Premiere ist am 12. November im Odeion in der Rudolf-Steiner-Schule. Eigentlich wollte Friedl Arzt werden, hat die Aufnahmeprüfung am Reinhardt-Seminar nur aus Jux gemacht.

Soziales Engagement bedeutet ihm sehr viel. Bei seinen Besuchen in Schulen will er junge Menschen nicht nur für Theater begeistern. Hauptzweck ist die Vermittlung dessen, was es heißt zu spielen: Gefühle zu zeigen. Selbst Theater zu spielen, da ist sich Friedl sicher, lässt die Persönlichkeit der Jugendlichen wachsen. Aber auch für wohltätige Zwecke steht er häufig auf der Bühne. „Ich finde, dass jemand, dem es gut geht, verpflichtet ist, das, was er kann, weiterzugeben. Wir müssen teilen, das ist unsere vornehmste Aufgabe auf Erden.“

Er selbst würde gern – bei all den lustigen Figuren, die er so oft gespielt hat – noch die Titelrolle in Shakespeares mächtiger Tragödie „Richard III.“ verkörpern.

Quellen

Weblink