Salzburger Straßentheater

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Das Salzburger Straßentheater mit dem Theaterwagen
Das Salzburger Straßentheater 2010 - Details: Bild anklicken
2013: Johann Nestroy "Liebesgeschichten und Heiratssachen"
Salzburger Straßentheater 2016, Aufführung von "Bezahlt wird nicht" von Dario Fo im Feuerwehrzeughaus in Thalgau
Straßentheater 2017, Gesellschaftskomödie von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patelliére "Der Vorname"

Das Salzburger Straßentheater ist eine Pawlatschenbühne und bringt seit 1970 im Juli und August Theater auf die Straßen in Stadt und Land Salzburg.

Geschichte

Es war Oscar Fritz Schuh, der gemeinsam mit seiner Frau Ursula die Idee dieses "Commedia dell'arte", dem Jahrmarktstheater, hatte. Lang ging er damit hausieren, ehe er 1970 sein geplantes Unternehmen auch umsetzen konnte: Theater auf die Straße und bei freiem Eintritt zu den Leuten zu bringen.

Aus der Idee, im Sommer auch denjenigen, die sich keine Festspielkarten leisten können, niveauvolles Theater zu bieten, ist längst ein kulturelles Fixum im Salzburger Festspielsommer geworden. Als Organisator fungiert seit 1970 die Salzburger Kulturvereinigung.

1984 übernahmen nach Schuhs Tod Klaus Gmeiner die künstlerische Leitung und Bernd Dieter Müller die Ausstattung des Straßentheaters. Sie führen es bis heute mit großer Begeisterung. Gmeiner hat in seinen mittlerweile 25 Saisonen dem Straßentheaterpublikum große Theaterliteratur zugänglich gemacht - von Kleists "Zerbrochenem Krug" über Shakespeares "Komödie der Irrungen" bis hin zu Johann Wolfgang von Goethes "Die Mitschuldigen", Lessings "Schatz" oder "Diener zweier Herren" von Carlo Goldoni.

Das Salzburger Straßentheater begeistert jeden Sommer zur Festspielzeit über 12 000 Besucher in Stadt und Land Salzburg. Die Vorstellungen finden bei freiem Eintritt statt. Alleine zwischen 1970 und 2004 kamen mehr als 460 000 Zuschauer zu den 900 Aufführungen. 2009 besuchten 12 000 Zuschauer die Aufführungen, für 2010 hofft Gmeiner auf 15 000 Zuschauer[1].

Im Jahr 2015 verabschiedete sich Klaus Gmeiner nach 31 Inszenierungen vom Straßentheater und mit ihm sein Bühnenbildner Bernd Dieter Müller. 2016 startete die Salzburger Kulturvereinigung in eine neue Ära mit dem Salzburger Straßentheater. Georg Clementi übernahm die künstlerische Leitung, Andreas Lungenschmid die Ausstattung des neuen Wagens und des Bühnenbildes.

Seit 47 Jahren konnte das Salzburger Straßentheater bisher über 650 000 Zuschauer erreichen; mit ihrer jüngste Produktion "Der Vorname" 2017 allein rund 18.000.

Liste der Stücke

  • 1970 "Frühere Verhältnisse" (Johann Nestroy)
  • 1971 "Die Orchesterprobe" (Karl Valentin)
  • 1972 "Die Raubritter" (Karl Valentin )
  • 1973 "Die Heiratsschindlerin" (Lotte Ingrisch)
    • 1973 in Duisburg und Düsseldorf "Frühere Verhältnisse" (Johann Nestroy)
  • 1974 "Tritschtrasch" (Johann Nestroy)
  • 1975 "Kasperl als Prinz" (Franz Pocci)
  • 1976 "Himmelwärts" (Ödön von Horvath)
  • 1977 "Häuptling Abendwind" (Johann Nestroy)
  • 1978
"Reise nach Tarockanien" (F. Herzmanosvky-Orlando, eingerichtet von Friedrich Torberg)
"Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter"
"Apoll von Nichts"
"Abduhenendas missratene Töchter"
"Pater Knjakals erbauliche Predigt"
  • 1979 "Die kleinen Verwandten" (Ludwig Thoma)
  • 1980 "Frühere Verhältnisse" (Johann Nestroy)
  • 1981 "Die wunderbare Schustersfrau"(Frederico Garcia Lorca Maupassant)
  • 1982 "Die Kommode"(Curt Goetz, frei nach Guy de Maupassant)
  • 1983 "Erster Klasse" (Ludwig Thoma)
  • 1984 "Ein gebildeter Hausknecht" (Johann Nestroy)
  • 1985 "Der Schatz" (G. E. Lessing)
  • 1986 "Mirandolina"(Carlo Goldoni)
  • 1987 "Sganarelle" (J. B. Moliére)
  • 1988 "Der verwandelte Komödiant" (Stefan Zweig)
  • 1989 "Die Mitschuldigen" (Johann Wolfgang von Goethe)
  • 1990 "Frühere Verhältnisse" (Johann Nestroy)
  • 1991 "Zeitvertreib" (Johann Nestroy)
  • 1992 "Der Dieb, der nicht zu Schaden kam" (Dario Fo)
  • 1993 "Spiel von Liebe und Zufall" (Pierre Carlet de Marivaux) Fassung von H.C. Artmann
  • 1994 "Der zerbrochne Krug" (Heinrich von Kleist) Fassung von H.C. Artmann
  • 1995 "Frühere Verhältnisse" (Johann Nestroy)
  • 1996 "Dame Kobold" (Pedro Calderón de la Barca) Fassung von H.C. Artmann
  • 1997 "Der Diener zweier Herren" (Carlo Goldoni)
  • 1998 "Unverhofft" (Johann Nestroy)
  • 1999 "Die Komödie der Irrungen" (William Shakespeare)
  • 2000 "Der Diener zweier Herren" (Carlo Goldoni)
  • 2001 "Eine verwickelte Geschichte" (Johann Nestroy)
  • 2002 "Helden" (Bernhard Shaw)
  • 2003 "Die Schule der Frauen" (Molière)
  • 2004 "Das Glas Wasser" (Eugène Scribe)
  • 2005 "Das Mädl aus der Vorstadt" (Johann Nestroy)
  • 2006 "Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit" (Pierre Augustin Caron de Beaumarchais)
  • 2007 "Ein idealer Gatte" (Oscar Wilde)
  • 2008 "Das Konzert" (Hermann Bahr)
  • 2009 "Olympia" (Ferenc Molnár)
  • 2010 "Der Zerrissene" (Johann Nestroy)
  • 2011 "Der brave Soldat Schwejk" (Jaroslav Hašek)
  • 2012 "Pygmalion" (George Bernard Shaw)
  • 2013 "Liebesgeschichten und Heiratssachen" (Johann Nestroy)
  • 2014 "Wie man Hasen jagt" (Georges Feydeau) - Übersetzung aus dem Französischen von Elfriede Jelinek
  • 2015 "Lumpazivagabundus" (Johann Nestroy)
  • 2016 "Bezahlt wird nicht!" (Dario Fo)
  • 2017 "Der Vorname" (Delaporte/de La Patellière)
  • 2018 "König der Herzen" (Alistair Beaton)
  • 2019 "Alles Heilige" (Stephan Lack)

Weblinks

Quellen

 Salzburger Straßentheater – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Einzelnachweise

  1. Quelle: persönliche Aussage Klaus Gmeiner anlässlich der Buchvorstellung Das Straßentheater kommt am 23. Juli 2010 im Bräustübl der Stiegl Brauwelt