Wirtshaus zum Hirschen

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Das Wirtshaus zum Hirschen ist ein gastronomischer Betrieb in der Elisabeth-Vorstadt in Salzburg.

Einleitung

Ursprünglich war es Teil des Hotels zum Hirschen, bevor es von Franz Wallmann verkauft wurde. 2011 wurde es von Familie Kreuzer geführt.

Geschichte

Bis ans Ende der 1850er-Jahre als Salzburg noch Festungsstadt mit Wällen und Gräben war und keine Schienenwege zur alten fürsterzbischöflichen Residenzstadt führten, standen ziemlich weit außerhalb des damaligen Mirabelltores, vor dem eine Holzbrücke über die nassen Festungsgräben führte, vereinzelte Bauernhöfe. Auch eine alte Taverne mit dem Namen „zum Hirschenwirt" stand dort.[1]

Am 7. August 1909 brannte das Wirtshaus bis auf die Grundmauern ab: "Um acht Uhr früh meldeten zwei Kanonenschüsse von der Festung Hohensalzburg einen Vorortbrand. Im rückwärtigen Teil des Gasthauses "zum Hirschenwirt" in der Elisabethstraße 5 war ein Feuer ausgebrochen. Bei Eintreffen der Feuerwehr stand bereits das ganze Anwesen in Flammen. In dem Stallgebäude befanden sich 30 Stück Rinder und vier Schweine, welche alle mit Hilfe des am Brandplatz erschienenen Militärs gerettet werden konnten[2]. Es wurde dann bis 1911 wieder aufgebaut.

Die Großmutter von Wallmann heiratete nach dem Ersten Weltkrieg den Hubinger und nahm mit ihm den Ausbau in Angriff. 1928 entstand der Neubau zur Plainstraße, der auch das Hotel zum Hirschen beherbergte (bis heute). Der damalige Salzburger Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl tat viel zur Belebung des Fremdenverkehrs in Stadt und Land Salzburg. Es lief auch alles schon ganz gut, bis 1936. Einem Brief der Großmutter Wallmanns ist zu entnehmen, dass sie "den Dollfuß" um Aufschub der Versteigerung des Hauses gebeten und damit den Betrieb gerettet hatte. Der Vater der späteren Vier-Hauben-Köchin Johanna Maier, war in den 1950er-Jahre Portier im "Hirschen". 1960 wurde in den weiteren Ausbau des Hauses investiert.

"Mäßige Preise!" heißt es in einem Prospekt von Seinerzeit, und weiters: Hotel "zum Hirschen", nächst den Bahnhöfen, Fernruf 1333. Altrenommiertes, gut bürgerliches Haus in freier Lage mit Fernsicht. 60 mit allerneuestem Komfort ausgestattete Fremdenzimmer mit 110 Betten, den Bedürfnissen auch des verwöhntesten Publikums entsprechend. Fließendes Kalt- und Warmwasser in allen Zimmern, im ganzen Haus Lichtrufanlagen, Haustelephon und Staatstelephon-Anschluss. Prächtig ausgestattete Bäder in den Stockwerken zur Benützung zu jeder Tageszeit. Zentralheizung im ganzen Hause. Heimlich eingerichtete Gastlokalitäten, Speisesaal, Frühstücksterrasse, Sommergarten. Beste Wiener Küche."

Zu legendärem Ruhm brachte es Josef Wallmann als "Hirschen-Pepi", bis 1981 Franz Wallmann den Betrieb, "der ziemlich darniederlag", übernahm. Damals hatten erst 17 von 80 Zimmern ein Bad. In drei Bauetappen schritt der neue Chef an die Modernisierung des gesamten Hauses zum Vier-Sterne-Hotel mit 64 Zimmern. Ein besonderes Anliegen war ihm die Sauna, für die er Zimmer opferte, die er öffentlich zugänglich machte, "'weil das lustiger ist". Diese 300 m² große Sauna ist nach wie vor bei viele Gästen sehr beliebt. An der Elisabethstraße hatte dann Franz Wallmann ein Grundstück im Ausmaß von 3nbsp;000 m³ dazugekauft, um einen großen Biergarten, einen Kinderspielplatz und einen Parkplatz für 100 Pkw schaffen zu können.

Im Jänner 2001 übernahm Neffe Christian Wallmann das Wirtshaus, ein Pionier in Salzburg in puncto Bio. Alle Speisen und Getränke waren laut Karte, wenn man vom Coca Cola absah, biologischen Ursprungs. Er versicherte: "Wir unterwerfen uns der ständigen Kontrolle durch die ,Austria Bio Garantie', alle bei uns verarbeiteten Produkte stammen aus biologischer Landwirtschaft." Im Stüberl, im Saal und in der Wirtsstube mit Bar und Stammtisch bekam der Gast Bodenständiges serviert. So beispielsweise gekochtes Schulterscherzel vom Bio-Rind mit Rösterdäpfeln, Apfelkren und Schnittlauchsauce für 10,60 Euro. Anhänger der fleischlosen Kost nehmen Vollkornspätzle in Champignonrahm mit Bergkäse überbacken für 6,70 Euro. Süße Genießer wählen die pochierte Rotweinbirne in kalter Vanillesauce mit Nussbisquit für 4,30 Euro. Die Salzburger Würste-Tradition lässt der "Hirschenwirt" mit Leber- oder Blutwurst mit Sauerkraut und Rösterdäpfeln für 6 Euro und die Salzburger Bratwurst mit Erdäpfelpüree und Senf für 5,70 Euro aufleben.

Es war rund einhundert Jahre im Besitz der Familie Wallmann. Auf eine umstrittene Art und Weise (laut SN-Bericht) von ihrem Onkel Franz durch den Verkauf des Hirschenwirts an eine deutsche Hotelkette wurde Christian Wallmann aber dann 2009 aus dem Wirtshaus gedrängt.

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Josef Eder: Der Lindenhof ANNO, Salzburger Volksblatt, 10. März 1925, Seite 4
  2. Quelle www.salzburg.com Interview Februar 2002