Wolf Dietrich von Raitenau. Auf den Spuren des Fürsterzbischofs im DomQuartier Salzburg.

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Der Kupferstich zeigt in der Mitte "Wolf Dietrich von Raitenau"

Wolf Dietrich von Raitenau. Auf den Spuren des Fürsterzbischofs im DomQuartier Salzburg. war der Titel einer Sonderausstellung im DomQuartier, die vom 23. November 2017 bis 23. April 2018 zu sehen war.

Beschreibung

Konzept, Organisation und Kuratoren: Astrid Ducke, Thomas Habersatter, Sammlung Residenzgalerie Salzburg;

Leihgeber waren bzw. Leihgaben stammten aus dem Dommuseum Salzburg, Franziskanerkloster Salzburg, den Kunstsammlungen der Erzabtei St. Peter, Schloss Hellbrunn, Salzburg Museum, den Prunkräumen der Residenzen, der Universität Salzburg-Universitätsbibliothek Salzburg, Abt. Sondersammlungen.

Anders als bei der großen 4. Salzburger Landesausstellung des Jahres 1987 (Landesausstellung Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau. Gründer des barocken Salzburg., die Wolf Dietrich von Raitenau in einen großzügigen Gesamtkontext einwob, wurden in dieser Schau Objekte aus den Salzburger Sammlungen mit direktem Bezug zum Fürsterzbischof präsentiert.

Themenbereiche der Ausstellung

Hostienmonstranz, 1596

Die Ausstellung zeigte ca. 67 Werke zu den Themen:

Silberkammer | Wehr und Waffen | Repräsentation und Zeremoniell | Der absolutistische Fürst | Italien | Landkartengalerie | Wappen | Familie | Salome Alt | Tapisserien | Hofmaler Kaspar Memberger d. Ä. | Kunstmäzen | Grafiksammlung | Bauherr | Bibliothek und Einbandkunst | Objekte aus dem Domschatz | Erzbischof | Stiftungen an St. Peter | Gegenreformation | Epitaph für Agostino Tondi | Wirtschaftspolitik | Musik | Privat | Nachfolger | Gefangenschaft | Ableben | Tod.

Einzelne Bilder

Zu Beginn seiner Regierung verpflichtete der Raitenauer Kaspar Memberger d. Ä. aus der Bodenseeregion. Doch schon bald überwogen Aufträge für ausländische Fachkräfte. Architekten, Baumeister und Maler kamen bevorzugt aus Italien. Etwa Francesco Vanni (* 1565; † 1609) aus Siena. Er schuf im Auftragt Wolf Dietrichs für die Franziskaner fünf Lünettenbilder über das Leben des hl. Franziskus. Das hier ausgestellte Gemälde Die Stigmatisation des hl. Franziskus wurde 2017 mit Fördermitteln des Landes Salzburg (Ressort Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn, Volkskultur und Erhaltung des kulturellen Erbes) restauriert. Es hat einen besonderen Bezug zum Fürsterzbischof, da sein Wappen als Stifter groß aufgemalt ist.

Aus dem Domschatz: Wolf Dietrich war bestrebt, die Reformen des Konzils von Trient, das die Verehrung des Altarsakraments förderte, in Salzburg voranzutreiben und die Liturgie zu erneuern. Die Jonas Ostertag († 1601) zugeschriebene Hostienmonstranz (1596) – eine Scheiben- statt der bis ins 17. Jahrhundert üblichen Turmmonstranz – verdeutlicht den Neubeginn. Emaillierte Wappen der Raitenauer (Kugel), Hohenemser (Steinbock), des Erzstifts sowie Wolf Dietrichs persönliches Emblem (Turm) zieren den Sockel. Ostertag soll ebenso das Ziborium (um 1593–1594) zur Aufbewahrung konsekrierter Hostien gefertigt haben. Sechspassig ist der Fuß mit geviertem Wappen Wolf Dietrichs, Engelsköpfchen und Christusmonogramm. Grundlage des römischen Ritus war das seit dem Konzil verbindliche Missale Romanum. Ein 1598 in Leder gebundenes Exemplar aus Antwerpen erhielt 1601/1603 einen silbernen Einband, mit Emaildekor und gravierten Deckelinnenseiten, der Hans Karl zugeschrieben wird.

Wolf Dietrich holte Kaspar Memberger d. Ä. (um 1555–1618?) kurz nach seiner Wahl zum Fürsterzbischof nach Salzburg. Lebhaft, naturnah und detailliert gestaltete der Künstler 1588 den fünfteiligen Arche Noe-Zyklus (1. Mose 6–9). Er griff erzählerische Elemente Jacopo Bassanos (zwischen 1510/1518–1592), eines Vertreters der Spätrenaissancemalerei Venedigs auf, variierte jedoch deutlich bei der Kleidung. Entsprechend seinem Auftraggeber zeigt er höfisch gekleidete Figuren mit selbstbewusstem Auftreten. Die Gemälde tragen die Wappen des Landes Salzburg und der Raitenauer.

Bildergalerie

Quelle