Atzwanger

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Die Atzwanger waren eine Salzburger Kaufmannsfamilie Tiroler Herkunft.

Sie stammten aus Atzwang im Eisacktal (Südtirol). Ein Franz Atzwanger war Kaufmann in Rattenberg am Inn (Nordtirol); er hatte die Söhne Anton, Raimund Felix und Franz Virgil sowie eine Tochter.

Raimund Felix Atzwanger

Raimund Felix Atzwanger (* 7. Jänner 1742; † 14. August 1804 Salzburg) brachte es in Salzburg zu Reichtum und Ansehen. Hier erwarb er 1770 die Rappoltersche Handlung um 12.650 Gulden und 1700 Gulden Leihkauf und zugleich das Salzburger Bürgerrecht.

1788 kaufte er die in Konkurs gegangene Faktorei Gebrüder Freysauff am Waagplatz.

Er fungierte als Stadtrat sowie von 1788 bis zu seinem Ableben als bürgerlicher Generalsteuereinnehmer und Landschaftsmitverordneter.

Er heiratete am 4. Februar 1771 in Salzburg Eleonore Haffner (* 24. Jänner 1747; † 22. Juli 1786), Tochter des Sigmund Haffner und der Eleonore Mezger, in zweiter Ehe am 17. Juli 1787 in Maxglan Notburga Kaser(er) (* 4. Dezember 1765 Salzburg; † 1. Mai 1841), Tochter des Franz Kaser(er), Bierbräus und Weingastgebers im Kai, und der Maria Kordula Elixhauser. Er hatte aus diesen Ehen sechs Töchter und einen Sohn:

Kinder aus 1. Ehe:

  • Maria Anna Josefa (* 27. November 1771; † 23. Februar 1840 Salzburg-Mülln), verh. Hafner;
  • Maria Elisabeth (* 1773; † 6. April 1845 Salzburg), verh. Würstl;
  • Maria Eleonore (* 6. Mai 1776; † 7. März 1839 Salzburg), verh. Gorian (Namensgeberin der Gorianstraße);
  • Josefa Aloisia (* 22. Jänner 1780; † 19. März 1834 Salzburg), verh. Würstl;
  • Raimund Felix (* 17. September 1782; † 15. Juni 1831);

Kinder aus 2. Ehe:

  • Notburga (* 13. Mai 1788; † 15. Mai 1865 Salzburg), seinerzeit bekannt als Bergsteigerin („die Bergkönigin“);
  • Kordula (* 29. August 1789; † 26. Dezember 1855 Salzburg-St. Blasius), verh. Werner.

Von den Töchtern heiratete

  • Eleonore, die Drittgeborene, mit 19 Jahren am 13. Oktober 1795 den 42jährigen verwitweten Weißwarenhändler Andrä Franz Gorian (* 1753);
  • Josefa, die Viertgeborene, mit 19 Jahren am 28. August 1799 im Salzburger Dom Ignaz Franz Würstl (* 1768; † 20. Oktober 1829), Sohn des Josef Würstl, Apothekers in Schwaz in Tirol;[1]
  • Elisabeth, die Zweitälteste, mit 32 Jahren am 9. September 1805 in Salzburg (St. Blasius) Benedikt Würstl (* 1772 Schwaz; † 1848), den jüngeren Sohn des vorgenannten Apothekers;[1]
  • Kordula, die Jüngste, mit 18 Jahren am 24. Mai 1808 in Salzburg (St. Blasius) den Handlungsbuchhalter Silvester Werner;
  • Anna Josefa, die Älteste, mit 42 Jahren am 28. April 1813 in Maria Plain den 29jährigen Beamten Josef Hafner (* 1784 Ranshofen, ), Besitzer des Mölckhofes in der Riedenburg (Mölckhofgasse).

Der einzige Sohn Raimund Felix (II.) war geistig und wohl auch körperlich behindert.

Bruder Franz Virgil (* 22. Mai 1758 Rattenberg; † 21. Februar 1818 Salzburg) war im Geschäft des Raimund Felix tätig und zeitlebens unverheiratet.

Vater Raimund Felix Atzwanger übergab Josefa und Ignaz Felix Würstl die Faktorei Gebrüder Freysauff am Waagplatz. Die väterliche Handlung übernahmen im Jahr 1805 die Schwestern Elisabeth verh. Würstl und Anna Josefa, faktisch wurde sie von Benedikt Würstl geführt.

Ältere Atzwangers

Ein Ferdinand Atzwanger erhielt 1656 die Erlaubnis, im Rechseisenhaus (Getreidegasse 23) eine Faktorei und Handlung mit Süßwein zu errichten. Er starb 1674, seine Witwe Anna erhielt von der Stadt ein Gnadengeld, von der Handlung verlautet hiebei nichts mehr.

1713 gab es in Salzburg einen Jakob Atzwanger, Handlungsbediensteten bei Dominikus Kaufmann, und einen Anton im Bürgerspital St. Blasius‎‎.

Ob ein Zusammenhang zwischen der 1656 dem Ferdinand Atzwanger bewilligten und der 1770 von Raimund Felix Atzwanger erkauften Handlung besteht, steht dahin, jedenfalls war Raimund Felix kein Nachkomme des Ferdinand.

Die R. F. Azwanger KG und das Azwangerhaus

Die im Azwangerhaus, Getreidegasse 5, betriebene vormals Rappoltersche Handlung wurde, wie oben angedeutet, nach Raimund Felix Atzwangers Tod von dessen Schwiegersohn Benedikt Würstl und später von dessen Tochter Karoline, verh. Leitner, weitergeführt. Die späteren Inhaber der Kolonialwarenhandlung Azwanger gehörten nicht mehr zu Atzwangers Familie, der Name aber ist geblieben.[2]

Quellen, Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Also:
    • Josefa Atzwanger heiratete Ignaz Franz Würstl,
    • Elisabeth Atzwanger heiratete Benedikt Würstl,
    wobei
    • die beiden Würstl-Bräutigame Söhne des Josef Würstl waren und
    • die ältere der Atzwanger-Schwestern den jüngeren der Würstl-Brüder heiratete.
  2. Homepage der R. F. Azwanger KG, Historie.