Camill Weil

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Salzburg - Elisabeth-Vorstadt - Josef-Mayburger-Kai 8 - Stolperstein Camill Weil.jpg

Camill Weil (* 2. März 1885 in Prag, Böhmen; † 23. Juni 1943) in Stockholm, Schweden) war ein Opfer des Nationalsozialismus in Salzburg.

Leben

Weil beendete die Technische Hochschule in Prag und arbeitete dann in seiner Branche. Zunächst in Vorarlberg, dann in Salzburg, wo er ab 1929 lebte. Weil war verheiratet und hatte zwei Töchter. Nach nach der Scheidung von seiner ersten Frau, heiratete ein zweites Mal. Gemeinsam mit seiner Familie wohnte er bis 1938 am Josef-Mayburger-Kai Nr. 8.

Von dort wurde Weil vertrieben, da er dem jüdischen Glauben angehörte. Im November 1938 kam er in das Konzentrationslager Dachau, wurde allerdings noch im selben Monat wieder entlassen. Weil verlor die Wohnung am Josef-Mayburger-Kai und musste, gemeinsam mit seiner Familie zunächst bis 6. Dezember 1939 in Salzburg bei Freunden untergekommen. Im Dezember 1939 wurde die Familie in Schweden, genauer in Stockholm, registriert. Weitere Informationen zu dem Leben Weils und seiner Familie sind nicht bekannt.

Lediglich, dass Weil am 23. Juni 1943 in Stockholm starb.

Auch seine Geschwister wurden Opfer des Nationalsozialismus.

Jüngste Recherchen ergaben, dass Camill Weils jüngere Tochter Ilse schon 1937 nach Schweden emigrierte und in Stockholm heiratete (Ehemann Arne Karlsson, Sohn Tom). Nun ist außerdem bekannt, dass Camill Weils ältere Tochter Gerda (Gertrud) unter dem NS-Regime nach England flüchtete und dass ihre leibliche Mutter Hilde Reif, die wieder geheiratet hatte, das KZ Theresienstadt überlebte. Hilde Reif und ihre in England lebende Tochter Gerda (Gertrud) emigrierten um 1948 nach Schweden.

Zum Andenken an Camill Weil wurde am 18. August 2016 am Josef-Mayburger-Kai Nr. 8 ein Stolperstein verlegt.

Quellen