Christophoruskirche Bad Gastein

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Christophoruskirche Bad Gastein

Die Christophoruskirche ist die Evangelische Pfarrkirche in der Pongauer Gemeinde Bad Gastein. Sie steht unter Denkmalschutz.

Geschichte

Gräfin Lehndorff, eine Tochter der Ida Hahn-Hahn, schenkte den Baugrund und Frau v. Mühler, geb. v. Gossler, die Gemahlin des damaligen preussischen Kultusministers, schloss sich diesen beiden Damen mit einer Gabe von nahezu 3.000 Talern an. Durch sie waren unter Mithilfe zahlreicher Freunde, Wohltäter, Vereine u. s. w., denen das deutsche Kaiserpaar mit 1.000 Talern beitrat, die Mittel zum Bau (18.005 Taler) zusammengebracht worden.

Im April 1868 begann die Sprengung der Felsen und am 19. Juli wurde in Gegenwart der zahlreich versammelten Kurgäste und Einheimischen der Grundstein für die Kirche gelegt. Die Weihrede hielt, da der zunächst berufene Pfarrer Aumüller aus der Stadt Salzburg durch Amtsgeschäfte verhindert war, der zufällig anwesende Pfarrer Hevelke aus Danzig. In den Grundstein wurde ein von dem Schlossermeister Nachtigal in Berlin gespendeter eiserner Kasten versenkt, welcher eine Bibel mit dem vom König Wilhelm I. eigenhändig geschriebenen Spruch „An Gottes Segen ist Alles gelegen“, in eine eigens dazu verfertigte Mappe gelegt, eine aus Radhausergold geprägte Denkmünze u. m. A. enthält.

Noch im Laufe des Jahres wurden die Wände bis auf die Giebel vollendet. 1869 wurden die Türmchen erbaut, 1870 die Gewölbe, der Fußboden, die Aufgangstreppen und 1871 erhielt die Kirche die gemalten Fenster, Altar Kanzel, Gestühl, den gesamten inneren Ausbau, Glocke und Orgel.

Am 27. August 1871 wurde die damals als Kapelle bezeichnet Kirche mittelst einer von den Erbauerinnen gemeinsam gefertigten Urkunde Sr. Majestätdem deutschen Kaiser und Könige von Preußen Wilhelm I. und dessen Nachfolgern als Eigentum übergeben.

Der Kirchenbau im neugotischen Stil wurde nach Plänen von Oberbaurat Schellenberg (Berlin) durch Baumeister Jakob Ceconi und Baumeister Pecol aus Schladming erbaut. Die Kirche wurde 1872 geweiht. Restaurierungen fanden 1959 und 1981 statt. Das evangelische Pfarrhaus steht in baulicher Verbindung mit der Kirche.

Ausstattung

Die Kirche verfügt über 113 Sitz- und über 50 Stehplätze (laut der zeitgenössischen Quelle).

Die Mauern bestehen aus Gasteiner Bruchstein, die Gewölbe aus Ziegeln. Der Fußboden, grau und schwarz getäfelt, ist aus Halleiner Steinen, die Glasmalereien lieferte das k. Institut für Glasmalereien in Berlin.

Der erhöhte Altarraum mit spitzbogige Nische hat ein neugotisches Christusbild, bezeichnet Binder 1870. Der Altar selbst besteht aus erzgebirgischem Serpentinit von der Berliner Firma Warner.

Der kunstvoll gearbeitete Opferstock wurde vom Böcksteiner Schlosser Christ gefertigt.

Im Osten der Kirche befindet sich die Orgelempore mit einer Orgel von Mauracher aus Salzburg in einem neugotischen Gehäuse.

Die neugotischen Glasfenster fertigte das Königliche Institut für Glasmalerei in Berlin. Die Emporenbrüstung, die Bänke, der Predigerstuhl, die Türe und den Windfang gestaltete Bildhauer Wendler aus Berlin. Die Glocke im Turm wurde 1871 von Franz Oberascher in Salzburg gegossen und wiegt 150 kg. Auf ihr steht der Spruch "Ehre sei Gott in der Höhe".

Quelle