Wilhelm I.

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Wilhelm I., eine zeitgenössischen Darstellung 1873.

Wilhelm I. (* 22. März 1797 als Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen in Berlin; † 9. März 1888 ebenda) war von ab 1871 erster Deutscher Kaiser und ein prominenter Kurgast im Gasteinertal.

Salzburgbezug

Bad Gastein

Der Kaiser kurte mehrmals im Wildbad Gastein und residierte dabei im Badeschloss. Kaiser Wilhelm absolvierte zwischen 1863 und 1887 insgesamt zwanzig Badekuren. Kaiserbegegnungen in Gastein zwischen Kaiser Franz Joseph I. und Kaiser Wilhelm gab es in den Jahren 1879, 1881, 1885, 1886 und 1887.

Bei seiner Abreise am 7. August 1874 erhielten der Baderarzt Dr. Benedikt Edler von Hönigsberg, der Bürgermeister Dr. Karl Behringer, die Telegrafen-Beamten und das Postamt sehr werth- und prachtvolle Geschenke vom Kaiser.[1]

1887 berichtete das Salzburger Volksblatt in seiner Ausgabe vom 20. Juli 1887 über seinen letzten Besuch in Bad Gastein:

Am 19. Juli war der Kaiser wieder ins Gasteinertal gekommen. Er war um 16:35 Uhr bei drückender Hitze in Lend angekommen. Nach einer weiteren dreistündigen Fahrt erreichte der Wagen Bad Gastein. Dieser fuhr den Schwarzenberg-Anlagen entlang bis über den Straubingerplatz, wo ihn ein vornehmes Publikum (Zitat Quelle) erwartete. Der Wagen fuhr bis zum rückwärtigen Eingang des Badschlosses, wo ihn Sigmund Graf von Thun-Hohenstein, Landespräsident von Salzburg, Bürgermeister Carl Straubinger, Pfarrer Rupert Nitsch und Kurarzt Dr. Baron Härtl standen. Als der Landespräsident an den Kaiser zur Begrüßung herantrat meinte dieser "Bitte, meine Herren, es ist her finster, wollen Sie nicht hinaufgehen?". Im Empfangszimmer nahm dann der Kaiser den Empfangsgruß des österreichischen Kaisers Franz Joseph I. entgegen, worauf der deutsche Kaiser meinte "Ich freue mich, wieder in Gastein zu sein." An den Landespräsidenten und zum Kurarzt gewandt ergänzte er "Vor drei Wochen, nach der Kieler Reise, habe ich nicht geglaubt, dass ich noch einmal nach Gastein werde kommen können.

Die ersten Nacht, so berichtete die Quelle, hatte der Kaiser gut geschlafen und begann am 20. Juli seine Badekur. Am 22. Juli stattete er der Gräfin Grünne in deren Appartements im Grandhotel Straubinger einen Besuch ab. Es war eine der wenigen Momente, dass man den Kaiser in der Öffentlichkeit sah.

Vom 5. bis 7. August weilte dann auch Kaiser Franz Joseph I. in Badgastein. Kaiser Wilhelm I. reiste dann am 7. August ab.[2] Bei seiner Abreise sagte er "So Gott will, auf Wiedersehen", Franz Joseph antwortete "Gewiß und sicher" (was ja nicht mehr zutraf). Am Nachmittag des 7. August traf der deutsche Kaiser in der Stadt Salzburg ein, wo er bis zum 13. August 9 Uhr vormittags blieb.[3]

Stadt Salzburg

Kaisertreffen 1865

Am 19. August 1865 waren neben Kaiser Franz Joseph I. aus Bad Ischl auch - damals noch König von Preußen - Wilhelm I. aus Bad Gastein in die Stadt Salzburg gekommen. Der König von Preußen stieg im Hotel Erzherzog Karl ab.

Franz Joseph war bereits um 03 Uhr in der Früh in Salzburg angekommen und wollte um 07 Uhr eine auf dem Neuhauserfeld anberaumte große Militärparade abnehmen. Aufgrund des schlechten Wetters fiel diese jedoch aus und Franz Joseph besichtigte die Kavallerie- und die Franz-Josef-Kaserne und nahm an einer am Mirabellplatz abgehaltenen Revue teil.

Am Abend des 19. August fand im Hotel Schwarz der Kaiserball statt, an dem Kaiser Franz Joseph I., König Wilhelm I. von Preußen und König Ludwig I. von Bayern sowie der Großherzog von Hessen-Darmstadt, Erzherzog Josef und Ludwig Victor teilnahmen.

Am Sonntag, den 20. August, trafen sich die beiden Monarchen von Österreich und Preußen im Saal in der Residenz, um die Gasteiner Konvention zu ratifizieren.

Um 03 Uhr in der Früh des Montags, 21. August, kehrte Kaiser Franz Joseph I. wieder nach Bad Ischl zurück. Ihm folgte um 08:30 Uhr Wilhelm I..

Kaisertreffen 1871

Am 6. September 1871 kamen Kaiser Franz Joseph I. von Bad Ischl und Kaiser Wilhelm I. von Bad Gastein kommend in der Stadt Salzburg ein.[4]. Die Salzburger Zeitung berichtet dann in ihrer Ausgabe vom 9. September 1871:[5]

Vorgestern nach dem Diner in der Residenz erfolgte Abends ¾7 Uhr die Ausfahrt nach Klesheim. Se. Majestät Kaiser Franz Joseph fuhren zuerst allein aus der Residenz, um Se. Majestät Kaiser Wilhelm im Hotel, wohin sich Höchstderselbe nach der Hoftafel begeben hatte, um sich umzukleiden, abzuholen. Se. Majestät wurden bei der Ausfahrt aus der Residenz, sowie später bei der ganzen Fahrt von den Volksmassen mit enthusiastischen „Hochs“ begrüßt. Bei der Fahrt nach Klesheim fuhren die beiden Monarchen in einem Wagen, ebenso Graf Beust mit Fürsten Bismark, Graf Andrassy mit General v. Schweinitz, Graf Hohenwart mit General v. Podbielsky, Sectionschef v. Hofmann mit Legationsrath v. Keudell, Fürst Hohenlohe mit Oberstkämmerer v. Redern, Graf Bellegarde mit General Treskow, Graf Crenneville mit Grafen Pückler.

Im Lustschlosse Klesheim wurden die allerhöchsten Herrschaften von Sr. k. k. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzoge Ludwig Victor empfangen daselbst das Einbrechen der Nacht ab, um die von der Commune Salzburg veranstaltete Bergbeleuchtung in Augenschein zu nehmen. Bald flammten auf allen Bergen und Hügeln im weiten Halbkreise um Salzburg Hunderte von Freudenfeuern auf und bothen ein prachtvolles Schauspiel in der dunklen Nacht. Besonders reich waren der Gaisberg, der Untersberg, und der Lattenberg (in Baiern) mit Feuern übersät. Es wurde hier wohl kaum je eine so großartige Bergbeleuchtung gesehen.

Nach der Rückkehr von Klesheim fand in der kaiserl. Residenz Thee statt, worauf Sich Se. Majestät Kaiser Wilhelm in das Hotel zum Erzherzog Carl zurückverfügten.

Gestern früh halb 7 Uhr begaben sich Seine Majestät Kaiser Franz Joseph mit ganzer Suite und Ihren Excellenzen den Herren Ministern nach dem Hotel zum Erzherzog Karl, um von Sr. Majestät Kaiser Wilhelm Abschied zu nehmen. Vor 7 Uhr fuhren beide Monarchen nach dem Bahnhofe, wo Sich Allerhöchstdieselben noch herzlichst verabschiedeten,– dann reisten Se. Majestät Kaiser Wilhelm mit Separatzug nach München ab; und Se. Majestät unsrer Allergnädigster Kaiser Franz Joseph fuhren vom Bahnhofe aus, begleitet von begeisterten „Hochs“ der daselbst harrenden Menschenmenge, mit Extrapost nach Ischl.

Siehe auch

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle ANNO, Gemeinde-Zeitung: unabhängiges politisches Journal, Ausgabe vom 8. August 1874, Seite 3
  2. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 25. Juli 1887
  3. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 8. August 1887, Seite 3
  4. ANNO, Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 6. September 1871, Seite 1
  5. ANNO, Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 9. September 1817, Seite 4