Erstes Salzburger Elektricitätswerk

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Erstes Salzburger Elektricitätswerk, eine Aufnahme von Karl Hintner aus dem Jahr 1893
Das Erste Salzburger Elektricitätswerk stand in der Stadt Salzburg am Makartplatz unmittelbar neben dem Elektricitätshotel.

Geschichte

Am 26. November 1885 suchen der Fotograf Eduard Bertel und der Architekt Karl Demel um die Verleihung einer Konzession für die Errichtung einer Zentralstation für elektrische Beleuchtung an. Am 9. März 1886 erfolgt die Verleihung der Konzession. Am 20. August wird ein Vertrag mit der Stadt unterzeichnet zur Verlegung elektrischer Leitungen auf öffentlichen Grund.

Der Privatbankier Karl Leitner gab seinen Bankkunden im 19. Jahrhundert eine gute Verzinsung ihres Kapitals. Um diese Zinsen zu verdienen, kaufte er am 3. November 1886 ein Grundstück zwischen Makartplatz und Mirabellgarten. Mit 1. bzw. 15. Dezember 1886 übernahm er sowohl das Leitungsrecht, als auch die Konzession. Auf dem Grundstück errichtete ein kalorisches Kraftwerk zur Stromerzeugung. Zur Befeuerung verwendete er Torf von einem Grundstück an der Vogelweiderstraße, das er dazu eigens angekauft hatte.

Am 13. Oktober 1887 begann dann sein E-Werk mit einem 300-PS-Motor Strom zu produzieren. Es war das erste E-Werk der österreichisch-ungarischen Monarchie! Zu seinen ersten Kunden zählte das Café Tomaselli. Erster Direktor war Ing. Ferdinand Alber.

Da es noch keine Stromzähler gab, mussten die Abnehmer eine fixe Jahresgebühr bezahlen. Aber es wurden immer mehr, die an das Stromnetz angeschlossen werden wollten, und so war das Kraftwerk bald nicht mehr in der Lage, die benötigte Menge Strom zu liefern. So errichtete Leitner zusammen mit dem Architekten Karl Demel, dem Fotografen Eduard Bertel und dem Rechtsanwalt Franz Huber die Salzburger Elektrizitäts-Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 300.000 Gulden. Dann kaufte er das Steinbräugut auf der Ostseite des Mönchsbergs zwischen Müllner Kirche und Bürgerwehr. Dort entstanden dann zwischen 1889 und 1891 der erste elektrische Aufzug, die Restauration Elektrischer Aufzug und der Aussichtsturm. Sie sollten als Großabnehmer Geld in die AG bringen, mit dem dann das Kraftwerk vergrößert werden sollte.

Doch es war zu wenig. Leitner musste das Aktienkapital verdoppeln, was zu einer Vertrauenskrise gegenüber kleinen Privatbanken und schließlich zum Zusammenbruch führte. Nicht nur seiner Privatbank, sondern auch der Elektrizitätsgesellschaft, die daraufhin von der Salzburger Stadtgemeinde übernommen wurde.

Leitner wurde wegen Betrugs und Veruntreuung angezeigt, aber letztlich, unter dem Beifall der Salzburger Bevölkerung, von diesen Vorwürfen freigesprochen.

1894 wurde dann aus dem Elektricitätswerk zunächst das Elektrizitätshotel, 1907 dann das Hotel Bristol. Aus dem Werk selbst wurde 1909 das Städtisches Elektrizitätswerk, ab 1922 war es an die Württembergische Elektrizitätswerke AG verpachtet.

Quellen