Faberhäuser

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Faberhäuser ist die Bezeichnung für zwei Gebäudekomplexe in der Neustadt von Salzburg.

Beschreibung

Die beiden Gebäudekomplexe stehen auf zwei getrennten Arealen, die durch die die Franz-Josef-Straße in der Mitte unterbrochen sind. Die Vorderseite bilden die beiden großen Gebäude mit der repräsentativen Fassadengestaltung zur Rainerstraße im Westen, ihren Seiten grenzen an die Auerspergstraße im Norden und die Hubert-Sattler-Gasse im Süden und an der Faberstraße im Osten.

Die Faberhäuser sind:

  • Rainerstraße Nr. 2 - im Stil des Historismus, es beherbergt die Erste Bank, zuvor Bundesländer-Versicherung
  • Rainerstraße Nr. 4 - im Stil des Historismus, es beherbergt die Salzburger Sparkasse, ab 2019 Umbau zu einem Hotel (?)
  • Faberstraße Nr. 7–11 - vier Häuser, es ist Amtsgebäude der Stadtgemeinde Salzburg [1]
  • Faberstraße Nr. 9–17 - zwei Häuser, Stadtgemeinde Salzburg (Vermietung)

Die repräsentative Fassadengestaltung zur Rainerstraße steht unter Denkmalschutz und zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg.

Geschichte

Nach 1866, als die Wälle und Gräben der Verteidigungsanlagen von Kaiser Franz Joseph I. der Stadtgemeinde Salzburg überlassen wurden, erwarb der Wiener Brauereibesitzer Moritz Faber (der Ältere) mehrere Baulose. Moritz Faber beauftragte den Architekten Franz Sonnleitner mit der Planung, die Baumeister Valentin Ceconi ab 1873 ausgeführte. Das erste Gebäude war 1874 bereits bezugsfertigt, das zweite Gebäude wurde 1878 fertig gestellt. Die Straße, an der diese ersten beiden Gebäude lagen, hieß damals Westbahnstraße (weil sie zu dem 1860 eröffneten Hauptbahnhof Salzburg führte).

Die weitere Errichtung von sieben Häusern entlang der Faberstraße erfolgte ab 1888 durch die Firma Heller & Comp.[2]

Einzelne Gebäude

  • Rainerstraße Nr. 2

Dieses Gebäude hat vier Geschosse und ein aufgesetztes Attikageschoss. Die Fassade ist symmetrisch aufgebaut und durch Gesimse und Lisenen gegliedert. Im Erdgeschoss sehen wir eine Rundbogenarchitektur mit Blockquaderwerk. Im ersten Stock sind fast quadratische Fenster mit Blockquaderwerk. Im zweiten Stock, der Belle Etage, sind es Rundbogenfenster mit aufgesetzten Spitzgiebeln und beidseitigen Halbsäulen. Im dritten Stock sehen wir rechteckige Fenster mit aufgesetzten Rundgiebeln. In der Mitte des Gebäudes befindet sich ein Mittelrisalit, in dem sechs korinthische Säulen einen Architrav tragen, darüber eine Balustrade, sowie ein allegorisches Medaillon. Es zeigt eine Allegorie für den Fleiß (Attribut Biene), sowie eine Allegorie für die Tüchtigkeit (Attribut Harke), die sich an ein ovales Medaillon lehnen, auf dem die Buchstaben M F zu lesen sind (für Moritz Faber)

  • Rainerstraße Nr. 4

Auch dieses Gebäude hat vier Geschosse und die Fassade ist ebenfalls symmetrisch aufgebaut und durch Gesimse und Lisenen gegliedert. Jedoch, die beiden unteren Geschosse und die beiden oberen Geschosse zeigen Gemeinsamkeiten. Im Erdgeschoss sehen wir eine rechteckige Architektur mit Blockquaderwerk. Im ersten Stock sind fast quadratische Fenster mit Blockquaderwerk. Im zweiten Stock, der Belle Etage, sind es rechteckige Fenster, die mit aufgesetzten Spitz- und Rundgiebeln (abwechselnd) versehen sind. Im dritten Stock sehen wir fast schmucklose rechteckige Fenster. In der Mitte des Gebäudes befindet sich ein dreifach gebauchter Balkon, der von vier Wulstsäulen getragen wird. Auf dem Dach sehen wird eine Balustrade, sowie ein allegorisches Medaillon. Es zeigt eine Allegorie für die Ehrbarkeit (Attribut Spindel), sowie eine Allegorie für den Ruhm (Attribut Olivenzweig), die sich an ein ovales Medaillon lehnen, auf dem die Buchstaben M F zu lesen sind (für Moritz Faber)

Die Botschaft insgesamt lautet: durch Fleiß und Tüchtigkeit, erlangt man - mit eine wenig Glück - Ehre und Ansehen.

Quellen

  • Digitaler Salzburg-Stadtplan

Weblinks

Einzelnachweise