Flussuferläufer

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Flussuferläufer, ein in Salzburg bereits gefährdeter Watvogel
Flussuferläufer am Ufer der Darscholacke im burgenländischen Seewinkel
Flussuferläufer
Flussuferläufer
Flussuferläufer als Durchzügler am Nordufer des Zeller Sees, beobachtet am 15. April 2016

Der Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) zählt zur großen und vielgestaltigen Ordnung der Watvögel, Möwenvögel, Alkenvögel.

Allgemeines

Watvögel sind fast alle langbeinig, leben in der Regel entweder an Küsten, an Ufern oder in Feuchtgebieten des Binnenlandes. Sie ernähren sich von Würmern, Mollusken, Insekten und deren Larven, von Krebstieren, von Kleinfischen oder auch von Pflanzen.

Sie nisten in der Regel in einfachen Bodenmulden, die Küken sind Nestflüchter und suchen von Anfang an selbständig nach Nahrung, wobei sie von einem Elternteil beaufsichtigt werden.

Charakteristisches

Der Flussuferläufer brütet gern an steinigen Flüssen und Bächen, aber auch in Wäldern und an Seeufern. Er überwintert in Südeuropa oder in Afrika und begibt sich allein oder in einer kleinen Gruppe auf den Vogelzug.

Flussuferläufer im Bundesland Salzburg

Lebensweise und Lebensraum

Der Flussuferläufer kommt ab April und ist ab Ende September nur mehr vereinzelt zu beobachten. Er ist ein Bodenbrüter, dessen ursprüngliche Habitate Schotterbänke und Umlagerungsstrecken größerer Fließgewässer mit noch natürlichem Fließverhalten sind. Hier brütet er an Flüssen und größeren Bächen. Aufgrund der Flussregulierungen und dem Bau zahlreicher Laufkraftwerke ist er hierzulande selten geworden. Noch findet man ihn als Brutvogel an Schotterbänken von Lammer, Saalach, Salzach (nördlich von Tenneck), im Tauglgries und an der Fuscher Ache. Einzelne Bruten wurden auch im Wildgerlostal, am Unkenbach, an der Urslau und in St. Michael im Lungau nachgewiesen.

Bedrohung und Schutzmaßnahmen

Sein Lebensraum wird nicht nur durch die oben erwähnten Regulierungen und Kraftwerke und deren Auswirkungen wie Schwellbetrieb mit täglichen Hochwasserspitzen zerstört, sondern auch durch Freizeitverhalten wie Baden, Lagerfeuer, Motocross, Kanufahren, Rafting, Jetbootfahren und Angelsport gestört. Der gesamte Brutbestand wird mittlerweile auf weniger als 20 Paare geschätzt.

Als Schutzmaßnehmen sind die Erhaltung bzw. die Wiederherstellung von Fließgewässern, befristete Betretungsverbote für Areale, auf denen sich Brutplätze befinden, und die Beobachtung der Bestände erforderlich.

Durchzügler

Neben den wenigen im Bundesland brütenden Flussuferläufern nutzen durchziehende Flussuferläufer bestimmte Örtlichkeiten als Rast- und Futterplätze. So konnte am 15. April 2016 ein Flussuferläufer am Nordufer des Zeller Sees beobachtet werden. Flussuferläufer ziehen allein oder in kleinen Gruppen.

Quellen