Justin Robert

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Justin Robert (* 14. Februar 1806 in Iseron in der Dauphinee; † 13. März 1870 in Oberalm) war ein aus Frankreich stammender Unternehmer und Wohltäter.

Leben

Robert kam 1823 mit drei seiner älteren Brüdern nach Wien, wo sie die Leitung von Fabriken übernahmen, aber auch als Unternehmensgründer hervortraten.

Justin kaufte 1828 den ehemaligen fürsterzbischöflichen Messinghammer in Oberalm. 1830 übernahm er die Leitung der in Oberalm von Heinrich Mitterbacher gegründeten chemischen Produkten und Glasfabrik, der eine Glashütte angeschlossen war. Nachdem die chemische Fabrik infolge Änderung der Zeitverhältnisse aufgelassen werden musste, rief er im Jahr 1866 mit der Errichtung einer Steinsäge für den Untersberger Marmor die Marmorindustrie ins Leben, durch die im Folgejahr die Aktiengesellschaft „Kiefer“ erworben wurde.

1854 erbaute er sich eine Villa in Oberalm neben der Brücke über den Almbach. In Hallein baute er das ehemalige Salzdörrhaus Ruprecht zu einem großzügigen Wohnhaus aus (nachmals: Raiffeisenkasse). 1854 ließ er sich ein Landhaus in Oberalm errichten.

Mit 1. Jänner 1855 stiftete er einen Fonds mit einem Kapital von 6.000 Guldenzur Verköstigung und zum Unterhalt der die Kleinkinderbewahranstalt besuchenden Kinder von unbemittelten Eltern“ (Rumford-Suppenanstalt, nach dem Amerikaner Benjamin Rumford).

Im Oktober 1861 gewann er beim einem landwirtschaftlichen Fest des Bezirksvereins in Hallein den ersten Preis für besondere Leistungen in der Klasse für Obstbaumzucht, Früchte, Knollengewächse und Gemüse.[1]

Bei der Wiener Landwirtschafts-Ausstellung im Juni 1861 erhielt Robert die große silberne Medaille in der Klasse Bau- und anderer Materialien.[2] 1866 wurde wieder mit einer großen silbernen Medaille ausgezeichnet.[3]

Am 2. März 1867 ließ Justine Robert seine Firma Justin Roberts bezüglich der Marmorsäge in Oberalm ins Salzburger Handelsregister, damals noch Salzburger Amtsblatt, eintragen.[4] Mit 10. Februar 1871 löschte er seine Firma bezüglich Marmorsäge in Oberalm und die Protokollierung der Freiherr v. Löwenstern`schen Marmor-Waaren-Fabriken als Glas-, Mosaik-, und Marmorwaaren-Fabrik wurde ins Salzburger Amtsblatt eingetragen.[5]

Familie

Seine Tochter Josephine heiratete am 28. Mai 1867 Friedrich Freiherrn von Löwenstern. Justin Robert starb im 65. Lebensjahr an wiederholtem Schlagfuß.[6] Bereits 1869 erlitt er einen Schlagfuß mit fortan halbseitiger Lähmung.

Wohltäter

Immer wieder spendete Roberts für verschiedene Vereine und Veranstaltungen, meist in Hallein[6][7]

Naturkundler

Er interessierte sich sehr für Botanik, Vogel- und Schmetterlingskunde. Er erwarb das umfangreiche von Klingensteinsche Herbarium, das er selbst noch vergrößerte.

1859 schenkte Robert dem Salzburger Museum Carolino-Augusteum, dessen Ehrenmitglied und Förderer er war[8] eine höchst interessante Petrefakten-Sammlung, also eine Sammlung von Versteinerungen, Fossilien. Er war auch Paläontologe.[9]

Durch eine Spende von 2.000 Gulden an das Salzburger Museum Carolino-Augusteum konnte diese römische Ausgrabungen vom Bürglstein von Josef Rosenegger. Allerdings verkaufte dieser auch Fälschungen.

Er war Mitglied in der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde.

Straßenbenennungen

Nach ihm sind in Hallein der Justin-Robert-Platz und in Oberalm die Justin-Robert-Straße benannt worden.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle ANNO, Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 2. Oktober 1861, Seite 1
  2. Quelle ANNO, Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 13. Juni 1866, Seite 3
  3. Quelle ANNO, Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 16. Juni 1866, Seite 3
  4. Quelle ANNO, Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 2. März 1867, Seite 5
  5. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 11. Februar 1871, Seite 6
  6. 6,0 6,1 Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 13. März 1896, Seite 3
  7. u. a. siehe ANNO, Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 14. Jänner 1864, Seite 3
  8. Quelle ANNO, Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 3. Februar 1859, Seite 3
  9. Quelle ANNO, Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 12. März 1859, Seite 1