Gasthaus Zur Klause am Tor

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Klause und Ursulinenplatz
Innenansicht
Innenansicht

Das Gasthaus Zur Klause am Tor ist ein traditionsreiches Wirtshaus nahe dem Klausentor am Ursulinenplatz in der Stadt Salzburg.

Allgemeines

Die Klause ist ein kleines Lokal mit knapp 40 Sitzplätzen (plus 45 Gartenplätze) in einem Haus, das seit 1556 an der Wand des Mönchsbergs steht. Der Betrieb als Gasthaus existiert seit den 1870er Jahren, Ziegel mit dem Doppeladler aus dem 19. Jahrhundert schmücken Teile der Wände. Das Lokal wurde zuletzt 2006 umgebaut. Die Wand zur Linken der Bar gehört der Kunst, jene zur Rechten der Geschichte, ebenso wie die Decke mit den 70 Jahre alten Landkarten. Die verschiedenen Kunstwerke stammen teils von Gästen, teils sind sie zum Kauf ausgestellt. Jene in der Ecke neben der Bar rangieren unter dem Motto "Cash & Carry" – kaufen und mitnehmen. Stammgäste sind mit Schwarz-Weiß-Porträts verewigt, seit einer der Gäste vor Jahren seine neue Kamera austesten wollte.

Adresse

Ursulinenplatz 8
5020 Salzburg
Telefon: (06 50) 561 65 47

Öffnungszeiten

  • Mo., Mi.-Sa.: 17.00 bis 1 Uhr
  • Dienstag: Ruhetag
  • So.: 15.00 bis 23.00 Uhr

Vorgestellt

Über die Bande in die Klause. So erging es Christoph vor 15 Jahren. Eine Billard-Runde war für ihn der Anstoß, das geschichtsträchtige Beisl am Ursulinenplatz aufzusuchen, genauer gesagt war es eine Partie Karambol mit dem damaligen Inhaber des Kultlokals, Fritz Kohles, und seinem jetzigen Nachfolger Sebastian Stöger. Wie die Partie ausgegangen ist, weiß von den noch lebenden Personen keiner mehr so genau, aber sie führte Christoph quasi indirekt über die Bande in die Klause oder wie er selbst, frei nach Friedrich Dürrenmatt, sagt: "a la bande". Aus dem indirekten und doch sehr losen Bezug von früher ist mittlerweile eine "Alterserscheinung" geworden. Karambol gespielt wird zwar nicht mehr, dafür aber umso intensiver diskutiert.

Und wenn die Unterhaltung einmal ein wenig tiefer ausfällt, sei das auch kein Problem, meint Werner. Die Klause sei eben ein Lokal des Understatements, wo Menschen unterschiedlicher Couleur und Schichten aufeinandertreffen. Der Sozialarbeiter aus Bayern kommt einmal die Woche auf dem Heimweg nach der Arbeit in die Klause und schätzt das Lokal gerade deswegen. Ein Grund sei aber auch der Wirt Sebastian Stöger und sein "Hammer-Gulasch". "Er hat das Herz am richtigen Fleck, ist ein sozialer Mensch und kann wirklich kochen."

Seit 2006 ist der gelernte Softwaretechniker Stöger Chef in der Klause. "Eine Verkettung von Zufällen" hat ihn zunächst in das Krotach und dann in die Klause zu Fritz Kohles geführt. "Meine Schwester war seine zweite Freundin." Über diese Liaison und durch den späteren Tod von Stögers Schwester entstand eine dicke Freundschaft zwischen den beiden, die 2006 unerwartet endete, als Kohles verstarb. "Er begrüßte mich immer als Ex-Quasi-Schwager in spe", erinnert sich Stöger.

Der Geist seines Vorgängers ist allerdings nach wie vor spürbar. "Auf seinem Namen ruht vieles. Er hat aus dem Brandweiner ein Musiklokal für Künstler, Gaukler und Literaten gemacht", sagt Stöger. Die Kassettensammlung hinter der Bar ist zwar seit dem Umbau verschwunden, ebenso die Inkontinenzbank, und auch CDs finden sich kaum noch welche – das erledigt jetzt die Terabyte-Festplatte. Musik und Gäste sind allerdings die gleichen geblieben. Nach wie vor sei die Klause ein Ort für "schräge Köpfe, gestrandete Herzen und Menschen mit einem Helfersyndrom".

Einer davon ist Stammgast Peter. Auch er ist über Vorbesitzer Kohles ("Er war zwei Tage jünger als ich") in die Klause gekommen, die meisten seiner Barnachbarn kennt der pensionierte Postler seit gut 20 Jahren. Bei der näheren Charakterisierung ist er aber mit sich selbst uneins: Als "eher linke Künstlerkneipe" stuft er die Klause beim ersten Nachdenken ein, als "Hacklerlokal" nach dem nächsten Bier, "weil auch immer wieder Festspielarbeiter herkommen", ein Studentenlokal ist es einen tiefen Schluck später. Auf jeden Fall steht für den gebürtigen Osttiroler fest: "Diese Kneipe hat Weltstadtatmosphäre, etwas Ähnliches habe ich nur in Berlin und Hamburg erlebt. Ich mag's einfach, weil hier darfst du Mensch sein. Jung, alt, schwul, lesbisch, hier werden alle gleich und alle nett behandelt."

"Schau, jetzt, wo der Fritz kommt, wird gleich die Musik besser", lacht Peter, als Kellner Fritz gegen neun seinen Chef hinter der Bar ablöst. "Für mich ist Fritz der Wirt. Der Sebastian ist der Wirt, aber eigentlich ist Fritz der Wirt", betont Peter. Auch Lokalchef Sebastian Stöger meint: "Fritz ist die Institution, das heißt, eigentlich das Mobiliar, er hat kein Ablaufdatum." Wie er, nur bereits früher, hat auch Fritz nach vielen Jahren als Stammgast 2002 die Seite gewechselt. Seitdem steht er täglich hinter der Bar, zapft fast schon hingebungsvoll das Bier für die Gäste und beweist immer wieder ein geschicktes Händchen in der Musikauswahl, wie die Stammgäste mehrmals im Lauf des Abends betonen. "Ich sag mal, Hüttenzauber ist keiner dabei", schmunzelt er, während er hochkonzentriert ein weiteres Weißbier einschenkt.

Quellen