Gilowsky von Urazowa

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Die Gilowsky von Urazowa waren eine aus Böhmen stammende Salzburger Familie des 18. und frühen 19. Jahrhunderts.

Personen

Franz Wenzel Gilowsky (* 1653?; † 1731 in Salzburg), hochfürstlicher Kammerdiener und Hofbarbier, heiratete im Jahr 1705 Maria Elisabeth Pruggmoser († 1744). Er stammte, wie der damalige Salzburger Fürsterzbischof Johann Ernst Grafen von Thun und Hohenstein, aus Böhmen. Nach seinem Schwiegervater Franz Pruggmoser besaß er auch das Peterlwirtshaus im Stein (Arenbergstraße 25), das dieser 1712 erworben hatte.

Das Paar hatte drei Söhne und drei Töchter. Johann Josef Max, der Älteste, trat ins Benediktinerstift Lambach () ein, die beiden jüngeren erlangten höfische Stellungen:

Franz Anton (* 27. Mai 170812. Jänner 1770), war hochfürstlicher Leibkammerdiener und Hofchirurg und wurde 1747 Truchsess und 1761 Kammerfurier. Er war auch Herausgeber des Hochfürstlich Salzburgischen Kirchen- und Hof-Calenders.

Er heiratete drei Mal:

  1. 1738 Maria Johanna Klara Mayr (* 1713; † 1742), Tochter des Hofapothekers Josef Christof Mayr:
  2. 1747 Katharina von Gschwendtner († 1752), Tochter des Hofrats Christian Kajetan von Gschwendtner;
  3. 1755 Barbara († 1783), Tochter des Franz Sebastian Stumpfegger, Steinmetzen, und der Maria Anna Egger.

Kinder

  • Johann Josef Anton Ernst (* 1739; † 1789) war hochfürstlicher Truchsess und wirklicher Hofrat; er endete durch Selbstmord; er vererbte seine Sammlung von 308 Trachtenbildern an Michael Steinhauser, Medikus in Hallein; sein Grab ist auf dem Friedhof von St. Peter an der bergseitigen Fassade der Peterskirche;
  • (Friedrich) Kajetan (* 1750; † 1794), 1788 bei der k. k. Hofkriegskanzlei in Wien, 1794 als „Jakobiner” verhaftet, erdrosselte sich im Gefängnis;
  • Johann Nepomuk (* 1751; † 1790), k. k. Ingenieur-Offizier;
  • Maria Anna Katharina (* 1753; † 1809) verh. Ankner;
  • Franz Anton (* 1756);
  • Leopold Benedikt (* 1758), Apotheker auf der Landstraße in Wien;
  • Ernst Franz (* 1759; † 1807), Kanzlist bei der Armenkommission in Salzburg;
  • Wenzel Josef (* 1760, 1783) Kadett im 2. Artillerie-Regiment in Wien;
  • Anton Vital (* 1762; † 1823 in Salzburg (Müllegg)), französischer Offizier;
  • Sigmund († vor 1813), Gutsbesitzer in Siebenbürgen; hatte die Kinder Josef (Sattlergeselle), Amalia und Rosalia;
  • Thaddä (* 1769; † 1813 in Salzburg).

Franz Wenzels jüngster Sohn, Wenzel Andreas (* 1716; † 1799), Antecamerakammerdiener und Hofchirurg, hatte mit seiner Ehefrau Maria Anna geb. Wagner drei Töchter, von denen Maria Anna Katharina (* 1750; † 1802) als „Katherl“ in den Briefen von Vater und Sohn Mozart oft erwähnt wird. Er hatte auch einen Sohn Franz Xaver Wenzel (* 1757; † 1816), Magister der Chirurgie, der auf dem Sebastiansfriedhof (Arkade 14) begraben ist. Mit dessen Kindern Franz (* ca. 1791), einem bayerischen Kavallerieoffizier, und Wilhelmine (* ca. 1797; † 1857 Salzburg) verlieren sich die Nachrichten von dieser Familie.

Quelle

Literatur

  • Heinz Schuler: Die Salzburger Familie Gilowsky von Urazowa und ihre Beziehungen zu den Mozarts. In: Wiener Figaro, 46. Jahrgang 1979, S. 27-35.
  • Friedrich Breitinger: Jungfer Gilowsky Katherl – die treue Freundin der Familie Mozart, in: Mozartiana. "Gaulimauli Malefisohu". Erhebungen von Friedrich Breitinger, herausgegeben von Friederike Prodinger, bearbeitet von Josef Brettenthaler. – (Salzburg:) IKS (1992), S. 108-116.