Höhlenrettungsdienst Salzburg

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Der Höhlenrettungsdienst Salzburg ist der Landesverband des Österreichischen Höhlenrettungsdienstes und ist ein Rettungsdienst.

Geschichte

Er wurde im Juli 1986 als rechtlich eigenständige Rettungsorganisation gegründet. Am 19. September 2014 fand die gemeinsame Einweihungsfeier der vier Einsatzorganisationen (Höhlenrettung, Rotes Kreuz, Bergrettung und Wasserrettung im neuen Gebäude des Landesrettungskommandos des Rotes Kreuz Salzburg an der Dr.-Karl-Renner-Straße in Salzburg statt. In diesem Gebäude sind nun fast alle Rettungsorganisationen mit ihren jeweiligen Landesverbänden untergebracht.

Organisation

Der Rettungsdienst teilt sich in fünf Bezirkseinsatzgruppen. Die Einsatzgruppen bestehen aus höhlen- und alpinerfahrenen Personen sowie Spezialisten wie Höhlenrettungsärzten, -rettungstauchern und Sprenbefugten. Unterteil wird in die Mannschaft A - unter Tage (Bergetrupp) sowie die Mannschaft B - über Tage (Außendienst).

Landesleiter des Salzburger Höhlenrettungsdiensts war seit Gründung bis 2015 Helmut Obermair. Im Mai 2015 übergab er die Leitung an Monika Feichtner[1].

Ausbildung und Ausrüstung

Die Ausbildung gliedert sich in den Grundkurs, den Rettungskurs sowie mehrere medizinische Kurse“, erklärt Obermaier. Die Ausbildung sei sehr anspruchsvoll. „Wir sehen während der Ausbildung schnell, wer für diesen Job geeignet ist und wer nicht.“ Denn wer körperlich nicht fit sei, schaffe die Kurse ohnehin nicht.

Neben der körperlichen Fitness und der Ausbildung ist die richtige Ausrüstung der wichtigste Partner auf dem schwierigen Weg in die Höhle. Die Retter tragen bei ihre Einsätzen einen Overall aus wasserabweisendem, reißfesten Kunststoffmaterial, darunter wärmende Kleidung, denn die Temperaturen im Inneren des Bergs erreichen oft nicht mehr als rund fünf Grad. Handschuhe schützen vor spitzen Felskanten und geben beim Klettern guten Halt.

Der Kopf der Höhlenretter ist durch einen schlichten Helm geschützt, versehen mit einer LED-Lampe. Auch Karbidlampen sind wegen ihrer großen Lichtausbeute nach wie vor im Einsatz, vor allem bei der Erforschung von Großhöhlen.

Über dem Overall tragen sie ein Sitz- sowie ein Brustgeschirr, an dem das Seil befestigt ist. Zwei Steigklemmen, eine an der Brust und eine in der Hand sowie ein Abseilgerät am Gurt erleichtern ihnen den Ab- bzw Aufstieg in der Höhle. Steigklemmen sorgen dafür, dass das Kletterseil in die eine Richtung ohne großen Kraftaufwand hindurchgleitet, während es in die andere Richtung blockiert wird. An den Füßen tragen die Höhlenretter normale Bergschuhe oder Stiefel mit rutschfestem Profil.

Proviant sowie Ersatzbatterien für die LED-Lampen führen Höhlenretter und Höhlenforscher in einem sogenannten Schleifsack mit sich. Schleifsack wird er genannt, weil ihn die Höhlenforscher je nach Bedarf und Begebenheit umhängen oder hinter sich herschleifen können. Der Sack ist aus widerstandsfähigen PVC, wasserdicht, reißfest und hat ein Fassungsvermögen von rund 30 Litern.

Die Höhlenretter fassen vor dem Abstieg in die Höhle beim Basislager Kaltverpflegung aus, wie sie auch bei Expeditionen üblich ist. Darin enthalten sind auch kalte energiespendende Getränke wie etwa Cola in Dosen. „Denn Wasser gibt es in den meisten Höhlen ohnehin genug“, ergänzt Obermaier. Zudem erhalten die Höhlenretter Müsliriegel, Brote oder andere kalte Imbisse. Im Fall des Einsatzes im Juni 2014 in der Riesending-Schachthöhle musste der Proviant der Retter für zumindest zwei Tage reichen. Denn so lang dauert dort der Ab- bzw. Aufstieg.

Daten 2014

2014 zählte die Organisation 65 Mitglieder, 23 Prozent davon sind Frauen.

Daten 2011

74 Mitglieder, 8 200 Stunden pro Jahr[2];

Ereignisse

Monika Bernberger wurde 2004 bei einer Übung mit der Höhlenrettung unter einer Felslawine begraben, konnte aber gerettet werden.

2014 bei der Rettung des polnische Höhlenforschers in der Jack-Daniel’s-Höhle im Tennengebirge.

Am 28. August 2013 mussten 26 Schauhöhlenbesucher, die vom Wasser in der Lamprechtshöhle in Weißbach bei Lofer eingeschlossen waren, gerettet werden. Einsatzleiterin war Monika Feichtner.

17 Frauen und Männer des Höhlenrettungsdienstes Salzburg, davon fünf Höhlenrettungstaucher waren am Samstag, den 8. September 2012 im Einsatz. Sie wurden von der Wasserrettung im Sucheinsatz nach dem neunjährigen Julian anfordert. Der Neunjährige war am 5. September unterhalb der Festung Hohenwerfen ausgerutscht und in die Salzach gestürzt ist. An der intensiver Suche im Wasser beteiligten sich insgesamt 340 Einsatzkräften von Wasserrettung, Feuerwehr sowie Berg- und Höhlenrettung.

Weblinks

Quelle

Einzelnachweis

  1. Salzburger Nachrichten, 12. Mai 2015
  2. Salzburger Nachrichten, 25. Februar 2012