Hollersbach (Wildbach)

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Hollersbach vor Scharrer Grundalm
Basisdaten
Länge: 12,0 km bis Seebach, 13,670 km bis Kratzenbergsee
Quelle: (Ursprung) im Kratzenbergsee
Quellhöhe: 2 167 m ü. A. (Kratzenbergsee)
Mündung: Hollersbach im Pinzgau
Mündungshöhe: 798 m ü. A.
Höhenunterschied: 1 369 m

Der Hollersbach ist ein Gebirgsbach, der das Hollersbachtal - ein Tal in den Hohen Tauern im Oberpinzgau – entwässert und der kurz vor dem Verlassen der Talenge mit Stauwehr und Stausee auch der Energiegewinnung dient. Er nimmt von beiden Talseiten zahlreiche Nebenbäche auf und fließt in nördlicher, in den untersten 2 km aber in nordöstlicher Richtung.

Herleitung des Namens

Entstehung des Hollersbaches und sein Oberlauf im Hollersbachtal
Der Hollersbach in seinem Oberlauf beim Eintritt in den Ofner Boden

Der Name des Hollersbaches leitet sich wie die gleichnamige Ortsbezeichnung Hollersbach im Pinzgau von der roten "Hollerstaude", d. h. dem Roten Holunderstrauch ab. Der Schwarze Holler ist im Tal nur selten und nur gepflanzt anzutreffen, der Rote Holler dagegen auch am Bachufer nicht selten.

Verlauf

Der Hollersbach entsteht - in der Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern gelegen - durch den Zusammenfluss von Hüttenbach (auch Weißeneggbach genannt) und dem Seebach südlich der Ofneralm im Hollersbachtal auf über 1 550 m ü. A.. Das Lanxdesinformationssystem SAGIS gibt jedoch - ebenso wie der franzisceische Kataster - als Urspung des Hollersbaches den Kratzenbergsee an.

Der Hollersbach durchfließt nach der Vereinigung von Seebach und Weißeneckbach anschließend die Ofneralm mit dem Ofner Boden, mit naturschutzfachlich wertvollen anmoorigen und sumpfigen Teilen, die in ihrer Entstehung auf Felsstürze der Säullahnrinne und der östlich davon gelegenen Steigklamm zurückgeht. Der letzte große Felssturz aus der Säullahnrinne nördlich des Ofner Bodens geht auf das Jahr 1933 zurück. In der Folge dieses Felssturzes bildete sich der Ofnerbodensee. Dieser See verlandete in den Jahrzehnten danach immer mehr bis er nach dem Jahr 200 wieder vollständig verschwunden war. Von den oben genannten Felsrinnen lösen sich im Winter regelmäßig Lawinen.

In seinem weiteren Verlauf begrenzt der Hollersbach rechtsufrig die Roßgrubalm und die kleine Bramlalm, die vom neuen Eigentümer. dem Schubichlbauern vor etlichen Jahrzehnten in "Schuhbichlalm" umbenannt wurde, und so auch in neueren Karten verwendet wird. Nachdem im Hollersbachtal aber seit fürsterzbischöflicher Zeit bereits eine Schuhbichlalm besteht, gibt es nunmehr zwei solche Almen, und damit Verwirrung. Es folgen linksufrig die große Scharrer Grundalm, wo westlich ein Wildbach (Gamskarlbach) über einen bemerkenswerten Wasserfall in den Hollersbach mündet. Neben der Scharrer Grundalm befindet sich in Richtung Talausgang die alte (Äußere) Schuhbichleralm, die derzeit im Wesentlichen der Ziegenhaltung dient. Gegenüber liegt rechtsufrig im Raum der Sauersteinalm der ehemalige Gasthof "Edelweiß", talauswärts gefolgt von der großen Ottacher Grundalm und der Senningeralm (der "Senningerbräualm"), welche aber seit vielen Jahrzehnten nicht mehr als Almwirtschaft geführt wird, sondern als reiner Ausflugsgasthof. Es folgen linksufrig die kleine Dorferwirtsalm, rechtsufrig die Wirtsalm und weiter talauswärts linksufrig die Leitneralm (früher auch Leitenalm).

Anschließend durchfließt der Hollersbach ein lang gestrecktes Waldstück, bis er in dem Hollersbacher Ortsteil Reitlehen in das Salzachtal eintritt. Dort befindet sich auch das Kraftwerk Hollersbach mit einem 1949 erbauten größeren Speichersee.

Der Hollersbach fließt in der Folge recht hart verbaut und fast geradlinig durch den Ort Hollersbach im Pinzgau. Er wird von der B 165, der Gerlos Alpenstraße überbrückt und mündet am östlichen Ortsrand von Hollersbach etwa 798 m ü. A. in die Salzach.

Der Bachlauf in seiner Struktur im Almenraum

Der den Lauf eines naturnahen im Baches stets begleitende Grauerlenbestand wurde im Almenbereich bis zum Raum Ofner Boden trotz der Vorgaben der Nationalparkidee fast zur Gänge gerodet, der Bach wurde im Raum der Bachinseln leicht begradigt und die kleinen Inseln entfernt, in der Bachsohle wurde die großen Steine entfernt und das Bachbett maschinell geglättet, die Böschungen erhielten eine weitgehend gleichbleibende Neigung, die natürlichen Verzahnugen des Baches mit dessen Umland verschwanden. Im Bereich der Almflächen verbirgt sich der Bach vom Bachlehrweg aus gesehen nun z.T. hinter einem trotz der Nationalparkkriterien errichteten und deutlich zu nahe am Bachlauf errichteten Hochwasserschutzwall. In dem Abschnitt oberhalb des geschlossenen Waldes ist daher der Bach nicht mehr als natürlich und und kaum mehr als naturnah anzusprechen. In der Folge der gewässerverändernden Maßnahmen konnten und können auch die bachnahen Almweideflächen in Fettwiesen umgewandelt und schrittweise intensiviert werden. Die sehr strukturreichen und blütenreichen Almweideflächen wichen und weichen strukturarmen und zunehmend auch blütenarmen Wiesen. Durch diesen Strukturwandel wird der Erholungswert und der naturschutzfachliche Wert des Baches und seiner Umgebung deutlich beeinträchtigt. Die Aussage der obersten Lehrtafel des Bachlehrweges, dass der Hollersbach als tpische Gebirgsbach "vom Beginn des Bacherlebnisweges bis zu seinen Quellen noch weitestgehend naturbelassen ist" entspricht heute im Almenbereich nicht mehr den Gegebenheiten.

Der Bachlauf in seiner Struktur im bewaldeten Teil

Der Abschnitt im tiefer gelegenen Waldbereich bzw. dem Schluchtwald ist oberhalb des Speicherkraftrwerkes am Talausgang bis heute als weitestgehend natürlicher und eindrucksvoll vielfältiger Bachlauf mit natürlichen Ufern erhalten. Hier besitzt der Bachlauf weitestgehend noch seine natürliche Dynamik und eine gute Vernetzung mit dem Umland. "Durch sein abwechslugnsreiches Bett bietet er neben starken Strömungen auch Stillwasserbereiche, neben tiefen Kolken gibt es auch Seichtwasserzonen. Dementsprechend vielfältig sind seine Lebensgemeinschaften" (Zitat vom Bachlehrweg). Der Erlebniswert ist hier sehr hoch.

Der Bachlehrweg im Hollersbachtal

Im Bachlehrweg Hollersbach wird der Bach den Besuchern näher vorgestellt.

Bis nach 1970 waren zwei Staustufen im Hollersbach diskutiert bzw. geplant, eine auf der Höhe des Kratzenbergsees und nördlich der Rossgrubalm. Die Oberpinzgauer Bachläufe zwischen dem Krimmler Achental und dem Stubachtal sollen dabei teilweise in die neuen Staustufen hin abgeleitet werden. Der Nationalparkgedanke setzte sich gegenüber der Verwirklichung von großen Speicherkraftwerken letztendlich durch.

"Eines der Ziele bei der Planung des Nationalpars Hohe Tauern war es, die letzten noch unverbauten Gletscherbäche Österreichs vom Ursprung bis in die Talniederung für die kommenden Generationen in ihrer natürlichen Dynamik zu erhalten".

Quellen

  • Österreichische, topografische Karten, 1:25 000, 3226 – West, Großvenediger (2010), und 3220 – West, Mittersill, Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Wien, (2009)
  • SAGIS und Wanderkarte 1:50.000, Bundeseichamt und Vermessungswesen, 2013
  • Dr. Reinhard Medicus