Joachim Puchner

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Joachim Puchner, Skirennläufer

Joachim Puchner (* 25. September 1987 in Oberösterreich) ist ein ehemaliger Salzburger Skirennläufer, der für den WSV St. Johann startete.

Karriere

Joachim Puchner übersiedelte im Alter von eineinhalb Jahren nach St. Johann im Pongau, wo er mit drei Jahren das Skifahren erlernte. Obwohl sich in Kinder- und Bezirkscuprennen schnell Erfolge einstellten, war Puchner in jungen Jahren alles andere als ein Seriensieger. "Als kleiner Junge musste mich mein Vater zum Skifahren mitschleifen, ich selbst war am Leistungssport wenig interessiert." In den Folgejahren schaffte er es auf Grund lediglich mittelmäßiger Rennergebnisse auch nie in einen Schülerkader.

Erst mit 15 Jahren kam es zur Leistungsexplosion. Innerhalb einer Rennsaison mauserte sich Puchner vom unbeobachteten Mitläufer zum Spitzentalent. Nach der Aufnahme in den Landesjugendkader schaffte er in der kürzest möglichen Zeit den Sprung in den ÖSV-Kader. Eigenwillig ist auch seine Schulkarriere. Anstatt eine Skischule zu besuchen kämpfte er sich durch das Bundesoberstufenrealgymnasium in St. Johann, teilweise mit rekordverdächtigen 364 Fehlstunden pro Jahr. Nach der Matura wurde er ins Heeresleistungssportzentrum Rif einberufen. Seit Herbst 2008 studiert Puchner Betriebswirtschaftslehre an der Universität Salzburg.

Im Jänner 2004 durfte Joachim Puchner erstmals im heimatlichen Altenmarkt-Zauchensee im Europacup starten. Ab der Saison 2007 kam er regelmäßig auf dieser Leistungsebene zum Einsatz. Bei der Junioren-WM in Altenmarkt 2007 reiste er als einer der Mitfavoriten an, musste sich aber bis zum abschließenden Super-G gedulden, wo er am 8. März 2007 die Silbermedaille gewann.

Ende 2008 gelang Puchner sein erster Podestplatz im Europacup mit Platz 3 auf der Reiteralm. Der Erfolg und die Verletzungsmisere im österreichischen Weltcupteam ermöglichten ihm sechs Wochen später seine ersten beiden Weltcupstarts in den Superkombinationen von Wengen und Kitzbühel. Am 4. Dezember 2009 gewann Puchner mit Platz 20 in der Super-Kombination von Beaver Creek seine ersten Weltcuppunkte. Starke Leistungen im Europacup 2010, unter anderem ein Sieg im Super-G zum Abschluss in Italien, sicherten ihm einen Fixstartplatz für die Weltcupsaison 2011. Am 19. März 2010 wurde Puchner schließlich noch österreichischer Meister in der Superkombination.

In seiner ersten vollen Weltcupsaison 2011 macht Puchner immer wieder auf sich aufmerksam. Er steigert sich über den Verlauf des Winters immer weiter, sichert sich mit Platz 4 in der Abfahrt von Chamonix, seinem ersten Top 10 Ergebnis, sogar einen Startplatz bei der WM in Garmisch. Am 13. März steht Joachim Puchner als Dritter im Super-G von Kvitfjell erstmals auf dem Podium eines Weltcupbewerbs. Drei Tage später erreicht er sein bislang bestes Weltcupresultat, den ausgezeichneten 2. Platz in der Abfahrt von Lenzerheide (SUI) am 16. März 2011, wo er nur um 1 Hunderstel den Sieg verpasst.

2012 konsolidierte Puchner seine Leistungen ohne aber den erwarteten Schritt zum Siegfahrer machen zu können. Zehn Top 10 Platzierungen zwischen 4 und 10 in seinen beiden Disziplinen Abfahrt und Super-G standen am Ende der Saison zu Buche. Bei einem Sturz bei den ÖSV-Meisterschaften in Innerkrems im März 2012 zog sich Puchner aber einen Trümmerbruch zu, der zwei Operationen notwendig machte.

Trotzdem gelang ihm mit Rang 3 im Super-G von Beaver Creek ein sensationelles Comeback im WM-Winter 2013. Weitere Topresultate waren aber rar (drei weitere Top 10 Platzierungen), unter anderem wohl auch bedingt dadurch, dass Puchner nie schmerzfrei skifahren konnte. Er wurde zwar für die Ski-WM in Schladming nominiert, kam dort aber nicht zum Einsatz.

2014 hatte Puchner zwar einen starken Start in Kanada, wo er im Super G mit Rang acht aufhorchen ließ, doch danach lief nichts mehr zusammen bei ihm. Zum einen hatte er mit den Nachwirkungen seiner zahlreichen Operationen im letzten Jahr zu kämpfen, die ihn auch in der Saisonvorbereitung gehandicapt haben. Durch Hannes Reichelts Ausfall für die Olympischen Spiele rückte Joachim Puchner ins Aufgebot für Sotchi. Dort verpasste er erst die direkte Qualifikation für die Abfahrt, dann wurde er für die Kombination gesetzt – doch ein Trainingssturz samt Gehirnerschütterung verhinderte sein Olympiadebüt.

Nach mäßigen Ergebnissen im Weltcup zu Beginn der Saison 2015 holte sich Puchner mit dem Sieg in der Europacupabfahrt von Altenmarkt-Zauchensee Selbstvertrauen. Am Ende reichte es für den Disziplinensieg im Europacup und das damit verbundene fixe Startticket für den Weltcup 2016. Bei einem Trainingsunfall im Sommer 2015 verletzte sich Puchner allerdings so schwer an der Patellasehne, dass er die Saison 2015/2016 bereits vor dem Start abhaken musste.[1]

Am 3. April 2017 gab Puchner wegen anhaltender gesundheitlicher Probleme seinen Rücktritt vom aktiven Sport bekannt.[2]

Im Sommer spielt Joachim Puchner zum Ausgleich Tennis, sogar auf so gutem Niveau, dass er für den TC St. Johann lange an der Mannschaftsmeisterschaft teilnahm.

Joachim Puchners sechs Jahre jüngere Schwester Mirjam gehört ebenfalls den ÖSV Kadern an.

Erfolge

  • 3 Podiumsplatzierungen im Weltcup
  • 2 Siege im Europacup
  • Silber Junioren-WM 2007 (Super-G)
  • Österreichischer Meister Kombination (2010)

Quellen

  • Homepage Puchner
  • Salzburger Nachrichten
  • Pongauer Nachrichten
  • FIS-Biografie [1]

Weblinks