Johannes Reichelt

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Hannes Reichelt nach seinem 1. Weltcupabfahrtssieg am 29.12.2012 in Bormio
Hannes Reichelt bei seinem 2. Platz beim Riesentorlauf in Schladming
Hannes Reichelt beim Saisonabschlussrennen in Schladming
Der österreichische Skirennläufer Hannes Reichelt bei der Siegerehrung für den Super-G in Hinterstoder (Österreich) am 5. Februar 2011.

Hannes Reichelt (eigentlich: Johannes Reichelt [1]) (* 5. Juli 1980 in Altenmarkt im Pongau) ist ein Salzburger Skirennläufer, der in Radstadt aufwuchs und nunmehr wieder lebt. Er startet für den SC Radstadt. Erfolge errang er vor allem im Super-G und in der Abfahrt und in früheren Jahren seiner Karriere auch im Riesenslalom. Er gewann zwei Medaillen bei der Juniorenweltmeisterschaft 2000 und wurde 2005 Europacup-Gesamtsieger. Im Weltcup gewann er bisher 13 Rennen und in der Saison 2007/08 den Super-G-Weltcup. Seine erste Medaille bei Großereignissen holte er bei der Weltmeisterschaft 2011 mit Silber im Super-G, bei der Weltmeisterschaft 2015 holte er in derselben Disziplin seinen ersten WM-Titel. Von 2003 bis 2017 wurde er sechsmal Österreichischer Staatsmeister.

Karriere

Hannes Reichelt besuchte nach der Hauptschule in Radstadt die Skihandelsschule Schladming und schloss den HAK-Aufbaulehrgang 2002 mit der Matura ab. In 65 Weltcuprennen stand er bislang (Stand: Anfang 2008) sechs Mal am Podium. Seit 1999 gehört er dem ÖSV an und arbeitete sich über den Europacup langsam an das Weltcup-Team heran. Bereits bei seinem zweiten Weltcupeinsatz fuhr er am 20. Dezember 2002 beim Super-G von Gröden auf den 2. Platz. 2005 gewann er die Europacup-Gesamtwertung und sicherte sich damit einen Fixplatz im Weltcup, der ihm am 1. Dezember 2005 in Beaver Creek (Colorado, USA) auch den Sieg im Super-G ermöglichte. Am 20. Jänner 2006 stand er im Super-G von Kitzbühel wieder auf dem Podium. 2003 und 2006 gehörte Reichelt zu den Top 5 Super-G-Fahrern des Weltcups.

Am 3. Dezember 2007 konnte er seinen Super-G-Sieg in Beaver Creek wiederholen und erreichte im RTL von Adelboden (CH) am 5. Jänner 2008 als bester Österreicher Rang 3. Am 23. Februar 2008 gewann er in Whistler Mountain (CAN) erstmals einen Riesentorlauf.

Mit einem Sieg im Super-G beim Weltcup-Finale in Bormio (ITA) am 13. März 2008 gewann er überraschend die kleine Kristallkugel in dieser Disziplin. Reichelt lag letztendlich nur einen Punkt vor Didier Cuche aus der Schweiz, der im letzten Rennen ohne Punkt geblieben war.

Die Saison 2009 war gekennzeichnet von zahlreichen Ausfällen. Einzig im Riesenslalom von Alta Badia (Südtirol) im Dezember 2008 erreichte er mit Platz 3 ein achtbares Resultat. Zum Abschluss der Saison errang Reichelt aber noch die Österreichischen Meistertitel in RTL und Super-G.

2010 war für Reichelt eine durchwachsene Saison: drei Top-10-Platzierungen, darunter Rang 2 beim Super-G in Kvitfjell (N) im März, standen auch zahlreiche Ausfälle und unterdurchschnittliche Leistungen gegenüber.

Mit einem Sieg im Super-G von Hinterstoder, dem letzten vor der WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen (D), qualifizierte sich Hannes Reichelt für seine dritte Weltmeisterschaft.

Sieben Podestplätze in der Saison 2012 waren Reichelts beste Ausbeute seit dem Gewinn des Super-G-Weltcups 2008. Zwar war in diesem Winter kein Sieg darunter, den holte er aber in der Saison 2013 nach, als er in Bormio seine erste Weltcupabfahrt gewann. Insgesamt reichte es im WM-Winter zu vier Podestplätzen und zur Teilnahme an der Ski-WM in seiner engeren Heimat Schladming. Am 25. Jänner 2014 siegte Reichelt in Kitzbühel.

Im Jänner 2016 stürzte er in Kitzbühel auf der Streif beim Abfahrtslauf schwer und er erlitt eine Knieprellung. Im September folgte noch eine Operation am Meniskus. Die Wintersaison 2016/2017 begann demnach erwartungsgemäß mit keinen Spitzenplätzen im Weltcup. Mit seinem Sieg in der Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen am 28. Jänner 2017 wurde er mit 36 Jahren, 6 Monaten und 3 Wochen zum ältesten Alpin-Weltcupsieger des ÖSV und er löste damit Hermann Maier ab, welcher am 30. November 2008 den Super-G in Lake Louise mit rund 35 Jahren gewann. Beim Weltcup-Saisonfinale in Aspen (USA) konnte er dank seines Sieges im Super-G noch auf Rang 2 in der Disziplinen-Wertung vorstoßen. Am 28. März 2017 gewann er noch in Saalbach-Hinterglemm den Staatsmeistertitel erstmals in der Abfahrt.

Großereignisse

Hannes Reichelt nahm bislang an drei Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen von Turin 2006 und Vancouver 2010 teil. Bei Olympia belegte er 2006 im Super-G Rang 10, bei der WM in St. Moritz 2003 schied er im Super-G ebenso aus wie vier Jahre später in Åre im RTL. Die Super-G-Qualifikation verlor er gegen den späteren Medaillengewinner Fritz Strobl, 2010 kam er als Ersatzmann nicht zum Einsatz.

Bei der WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen errang Reichelt am 9. Februar 2011 im Super-G die Silbermedaille. Eine Woche später zog er sich bei einem Trainingssturz vor dem Riesentorlauf eine Gelenksprellung im linken Knie zu und musste seinen letzten WM-Start absagen.

2013 schied er bei der Heim-WM in der Abfahrt, in der er zum Favoritenkreis gezählt hatte, aus. Im Super-G belegte er den undankbaren vierten Platz.

Für die Olympischen Spiele 2014 musste Reichelt nur zwei Tage nach seinem Abfahrtssieg von Kitzbühel absagen. Grund war ein Bandscheibenvorfall.

Bei den Weltmeisterschaften in Vail, Beaver Creek (USA) errang Hannes Reichelt am 5. Februar 2015 die Goldmedaille im Super-G.

Weniger erfolgreich war er bei den Weltmeisterschaften 2017 in St. Moritz (Schweiz). Er musste sich mit einem 10. Rang im Super-G und einem 17. in der Abfahrt begnügen. Auch bei den Olympischen Winterspielen 2018 in PyeongChang (Südkorea) konnte er mit einem 12. Rang in der Abfahrt und einem 11. Rang beim Super-G keine Spitzenplätze erreichen.

Privates

Hannes Reichelt ist seit 10. September 2016 mit Larissa Hofer (* 1986) verheiratet[2], die bis 2009 selbst als Skirennläuferin [3] in Erscheinung trat und die Tochter des Suldener Skischulleiters Emil Hofer ist.

Auszeichnungen

Am 26. Juni 2015 wurde Reichelt in Seefeld in Tirol vom Österreichischen Ski-Verband mit dem "Großen Goldenen Sportehrenzeichen" ausgezeichnet[4].

Seine größten Erfolge

Übersicht

  • 1x Disziplinenwertung Super-G (2008)
  • 1x Goldmedaille Super-G (2015), Weltmeisterschaft
  • 1x Silbermedaille Super-G (2011), Weltmeisterschaft
  • 13 Weltcupsiege
  • 44 Podiumsplätze im Weltcup
  • 13 Europacupsiege
  • 7x Österreichischer Meister (2003, 2006, 2009, 2011, 2016, 2017)

Seine Erfolge im Detail

Weltmeisterschaften

Platzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Datum Ort Disziplin Nation
2. 09.02.2011 Garmisch-Partenkirchen Super-G GER
16. 12.02.2011 Garmisch-Partenkirchen Abfahrt AUT
4. 06.02.2013 Schladming Super-G AUT
1. 05.02.2015 Vail / Beaver Creek Super-G USA
13. 07.02.2015 Vail / Beaver Creek Abfahrt USA
10. 08.02.2017 St. Moritz Super-G SUI
17. 12.02.2017 St. Moritz Abfahrt SUI
DNF [5] 06.02.2019 Åre Super-G SWE
29. 09.02.2019 Åre Abfahrt SWE

Olympische Winterspiele

Platzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Datum Ort Disziplin Nation
10. 18.02.2006 Sestriere/Turin Super-G ITA
12. 15.02.2018 PyeongChang Abfahrt KOR
11. 16.02.2018 PyeongChang Super-G KOR

Weltcup 2002/2003

Podestplatzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Disziplin Ort Nation
2. Super-G Gardena / Gröden ITA
3. Super-G Lillehammer NOR


Weltcup 2005/2006

Podestplatzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Disziplin Ort Nation
1. Super-G Beaver Creek USA
3. Super-G Kitzbühel AUT


Weltcup 2007/2008

Podestplatzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Disziplin Ort Nation
1. Super-G Beaver Creek USA
3. Riesentorlauf Adelboden SUI
2. Super-G Whistler CAN
1. Riesentourlauf Whistler CAN
1. Super-G Bormio ITA

Disziplinenwertung Super-G Weltcup 1. Platz mit 341 Punkten

Weltcup 2008/2009

Podestplatzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Disziplin Ort Nation
3. Riesentorlauf Alta Badia ITA


Weltcup 2009/2010

Podestplatzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Disziplin Ort Nation
2. Super-G Kvitfjell NOR


Weltcup 2010/2011

Podestplatzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Disziplin Ort Nation
1. Super-G Hinterstoder AUT


Weltcup 2011/2012

Podestplatzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Disziplin Ort Nation
3. Abfahrt Lake Louise CAN
2. Riesentorlauf Alta Badia ITA
2. Abfahrt Wengen SUI
3. Abfahrt Garmisch-Partenkirchen GER
3. Super-G Crans-Montana SUI
3. Abfahrt Schladming AUT
2. Riesentorlauf Schladming AUT


Weltcup 2012/2013

Podestplatzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Disziplin Ort Nation
3. Super-G Beaver Creek USA
1. Abfahrt Bormio ITA
3. Abfahrt Wengen SUI
3. Abfahrt Kitzbühel AUT


Weltcup 2013/2014

Podestplatzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Disziplin Ort Nation
3. Abfahrt Beaver Creek USA
2. Super-G Beaver Creek USA
2. Abfahrt Bormio ITA
2. Abfahrt Wengen SUI
1. Abfahrt Kitzbühel AUT


Weltcup 2014/2015

Podestplatzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Disziplin Ort Nation
1. Super-G Beaver Creek USA
3. Super-G Val Gardena / Gröden ITA
1. Abfahrt Wengen SUI
3. Abfahrt Saalbach-Hinterglemm AUT
1. Abfahrt Garmisch-Partenkirchen GER
1. Abfahrt Kvitfjell NOR


Weltcup 2015/2016

Podestplatzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Disziplin Ort Nation
2. Abfahrt Santa Caterina ITA
2. Abfahrt Wengen SUI
3. Super-G Kitzbühel AUT


Weltcup 2016/2017

Podestplatzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Disziplin Ort Nation
2. Super-G Santa Caterina ITA
1. Abfahrt Garmisch-Partenkirchen GER
2. Super-G Kvitfjell NOR
1. Super-G Aspen USA
Weltcupwertung
Platz Weltcup Punkte
10. Gesamt 556
2. Super-G 303
6. Abfahrt 253


Weltcup 2017/2018

Podestplatzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Disziplin Ort Nation
3. Super-G Lake Louise CAN
3. Super-G Beaver Creek USA
3. Abfahrt Kitzbühel AUT
Weltcupwertung
Platz Weltcup Punkte
10. Gesamt 535
4. Super-G 267
8. Abfahrt 268


Bilder

 Johannes Reichelt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quelle

Weblinks

Fußnoten