Kaspar Karl Moser

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Kasper Karl Moser

Caspar (III.) Carl Moser (* 23. Oktober 1850 in Henndorf; † 20. September 1909 ebenda) war ein Henndorfer Unternehmer (Brauherr und Gastwirt) und Bürgermeister.

Leben

Er war der Sohn des Henndorfer Brauherrn und Gastwirts Caspar Ferdinand Moser, dem er 1875 als Brauherr und Besitzer des Caspar-Moser-Bräus sowie des dazugehörigen Gutsbetriebes folgte.

Als Bürgermeister stand er in den Jahren 1882 bis 1888 der Gemeinde Henndorf vor. Die Jahre des Wirkens von Caspar Moser III. waren sowohl die wirtschaftliche, als auch die gesellschaftliche Glanzzeit Henndorfs. So ließ er beispielsweise 1876 - /77 durch den Salzburger Baumeister Valentin Ceconi ein Nebengebäude der Brauerei, das ehemals hochfürstliche Branntweinhaus, zu einer gründerzeitlichen Villa im Neorenaissancestil umgestalten (heute Moser Villa, Hauptstraße Nr. 55). Der Bräugasthof musste nach dem Brand von 1893 wieder aufgebaut werden. Die Sommervilla (heute Hauptstraße Nr. 60), eine spätgründerzeitliche Villa im Landhausstil, entstand nach der Jahrhundertwende.

Sein Gasthof war auch ein Zentrum der Sommerfrischler. Diese wohnten entweder im Bräugasthof oder bei Bauern. Darunter befanden sich viele Persönlichkeiten wie Sänger von der Wiener Hofoper oder Schauspieler vom Burgtheater. Ludwig Viktor, der Bruder von Kaiser Franz Joseph I. soll auch in Henndorf abgestiegen sein. Caspar Moser III. veranstaltete für seine Gäste weitum bekannte Kostümfeste.

Er selbst war reiselustig und als Verehrer von Ludwig II. von Bayern fuhr er zu dessen Bayrischen Königsschlössern nach Herrenchiemsee, Hohenschwangau, Neuschwanstein und Linderhof. Auch Nymphenburg und Schleißheim besuchte er. Auch Wien war häufiges Ziel seiner Reisen, wo an der Hofoper sein berühmter Neffe, der Bassist Richard Mayr auftrat. Er reiste nach Italien, er liebte Venedig und fuhr zur Weltausstellung nach Paris.

Er war ein Verehrer des Salzburger Malers Hans Makart. Auch als großer Kunstliebhaber war er bekannt und sammelte Objekte aller Art. Der Bräugasthof wurde mit alten Möbeln, aber auch mit Möbeln im Geschmack seiner Zeit ausgestattet. Aus seinem wertvollen Kunstbesitz stellte Caspar Moser anlässlich der „Kaiser-Jubiläumsausstellung 1888” dem Salzburger Künstlerhaus viele wertvolle Leihgaben zur Verfügung.

Er war bei der Bevölkerung sehr beliebt, verkehrte bei den Bauern als ob er einer von ihnen wäre und sprach ihre Sprache.

Caspar Moser starb am 20. September 1909 in seiner Sommervilla. Seine sterblichen Überreste ruhen in der Moserschen Grabstätte im Eingang der Henndorfer Pfarrkirche. Er wurde in Henndorf zur „Legende“, in deren Bild sich Kunst- und Prachtliebe, Großzügigkeit und Schalkhaftigkeit mischten. Carl Zuckmayer setzte ihm in seiner Erzählung „Der Seelenbräu“ in der Gestalt des „Leibesbräu“, des Köstendorfer Brauherrn Mathias Hochleitner, ein literarisches Denkmal.

Familie

Caspar Moser blieb unverheiratet, scharte aber gerne seine Neffen und Nichten aus den Familien Moser (Henndorf), Kurer, Irresberger und Mayr, darunter Richard und Carl Mayr, um sich.

1899 übergab Caspar Moser einen Teil seines Besitzes, darunter die Brauerei, seinem Neffen Karl Guido Kurer (* 1869; † 1906). Dieser ließ 1905/06 das neue Brauhaus errichten. Er starb bereits 1906, und der Besitz fiel an Caspar Moser zurück.

Nach Caspars Tod 1909 erbten alle Neffen und Nichten, 24 Personen, den Besitz. Von diesen taten sich 14 zu einer Gesellschaft zusammen. Die Brauerei wurde freilich schon 1915 an das Unternehmen „Salzburger Brauereien“ verkauft und von diesem 1916 stillgelegt – ein herber Schlag für Henndorfs Wirtschaftsleben. Den Bräugasthof erwarben 1915 Caspars Neffen Richard und Carl Mayr, verkauften ihn jedoch 1930 wieder. 1919 erstanden die Gebrüder Woerle das neue Brauhaus für ihre Käseerzeugung. 1926 veräußerte die Erbengemeinschaft auch den Gutsbesitz, sodass innerhalb weniger Jahre der Mosersche Besitz in alle Winde zerstreut wurde.

Ehrungen

In Henndorf am Wallersee wurde eine Gasse nach dieser Brauerei-Familie Moser benannt, die Caspar-Moser-Gasse.

Quellen