Nockalmstraße

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Nockalmlandschaft
12 min Video in englischer Sprache
An der Nockalmstraße.
2019 an der Nockalmstraße.
Blick ins Nockgebiet mit Nockalmstraße.
Eine "Reidn" der Nockalmstraße.
im Karlbad.
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Erlebnisausstellung „Wilde Nockberge“.
Nockalmstraße im Herbst.

Die Nockalmstraße ist eine Mautstraße im Kärntner Nockgebiet, das zum Biosphärenpark Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge gehört. Die Straße wird von der Salzburger Großglockner Hochalpenstraßen AG betrieben.

Geschichte

1971 beschloss die Kärntner Landesregierung den Bau der Nockalmstraße. Sie sollte einerseits die im Bau befindliche Tauernautobahn an das Liesertal anschließen, andererseits die Verbindung der Nockberge mit dem mittleren Raum des Bundeslandes verbessern. Man erhoffte sich dadurch eine Förderung des Fremdenverkehrs im Nockgebiet. Zudem sollte die Straße auch Vorteile für die Forst- und Almwirtschaft mit sich bringen, die für den An- und Abtransport Kraftfahrzeuge besser einsetzen könnten.

Für die Gegend beiderseits der Straße gab es auch Pläne für die Neuanlage eines Skigebiets, welche aber aufgrund der Proteste einer Bürgerinitiative und der darauf folgenden Volksbefragung verworfen wurden. Anstelle dessen wurde beschlossen, die freie Landschaft beiderseits der Nockalmstraße per 1. Jänner 1987 zur Kernzone des 216 km² großen Nationalparks Nockberge zu erklären.

Die Nockalmstraße wurde, mittlerweile asphaltiert, nach mehrjähriger Bauzeit – die Baukosten betrugen knapp 100 Mio. Schilling (7,27 Mio. Euro) – 1981 als Mautstraße für den Verkehr freigegeben, nachdem sie auf sehr schonende Art und Weise durch die aufgrund ihrer sanften Kuppen so genannten Nockberge gebaut wurde.

Beschreibung

Auf einer Länge von 35 Kilometern schlängelt sich die Nockalmstraße über 52 Kehren zwischen Innerkrems und Reichenau bei maximal zwölf Prozent Steigung durch die Mittelgebirgslandschaft. Vor Ebene Reichenau mündet die Straße in die Bundesstraße 95, der ehemals steilsten Passstraße Europas, die Kärnten über die Turracher Höhe mit der Steiermark verbindet.

In der Kärntner Mundart werden scharfe Straßenkehren „Reidn" genannt. Die Reidn entlang der Nockalmstraße tragen seit 2006 die Mundartnamen heimischer Blumen im Kärntner Dialekt. Verdiente Kärntner Persönlichkeiten sind in den einzelnen Reidn verewigt worden, wie z. B. der Olympiasieger Thomas Morgenstern. Damit will der Betreiber der Straße einen Beitrag zur Erhaltung des lokalen Dialekts leisten.

Die Strecke, die auch für ungeübte Rad-, Motorrad- und Autofahrer geeignet ist, bietet einzigartige Aussichten. Mehrere als Gasthof bewirtschaftete Hütten, Naturlehrpfade, ein Almwirtschaftsmuseum, eine Heilquelle (Karlquelle) sowie die beiden höchsten Punkte der Strecke auf der Eisentalhöhe (2 049 m ü. A.) und an der Schiestelscharte (2 027 m ü. A.) sind beliebte Haltepunkte der Nockalmstraße. Zum Vergleich der Hochtortunnel an der Großglockner Hochalpenstraße liegt auf 2 504 m ü. A. und das Fuscher Törl auf 2 424 m ü. A..

Die Straße ist von Mai bis Oktober (wetterbedingte Änderungen sind möglich) jeweils von 8 bis 18 Uhr geöffnet und wird von der Großglockner Hochalpenstraßen AG bewirtschaftet. Für Pkws mit Wohnwagen ist die Nockalmstraße gesperrt. Sie zählt durchschnittlich 70 000 Fahrzeuge jährlich, insgesamt haben von 1995 bis 2006 nicht ganz fünf Millionen Besucher zu Einnahmen von 12,7 Millionen Euro geführt; 2005 wurden 220 000 Besucher gezählt.

Öffnungszeiten

Die Straße ist während der Sommermonate befahrbar, im Winter geschlossen.

Besichtigungen

Entlang der Straße findet man zahlreiche Einrichtungen, die zum Verweilen locken:

Pfandlhütte, 1 860 m ü. A.: Tierschau "Im Reich der Murmeltiere"
Almwirtschaftsmuseum Zechneralm, 1 900 m ü. A.: Informationen über die Arbeits- und Lebensweise unserer Vorfahren. Besonderer Tipp: Bauernmarkt mit landwirtschaftlichen Produkten aus dem Nockalmgebiet
Parkplatz Eisentalhöhe, 2 042 m ü. A.: Aussichtsplattform auf dem höchsten Punkt der Nockalmstraße mit fantastischem Rundblick
Grundalm, 1 688 m ü. A.: Ausstellung über die Bedeutung der ökologischen Forstwirtschaft und die Bearbeitung von Holz
Glockenhütte, 2 024 m ü. A.: Naturkundliche Ausstellung mit Tondiaschau
Windebensee, 1 950 m ü. A.: Naturlehrweg "Alpine Lebensgemeinschaften" am landschaftlich einmaligen Windebensee
Weg der Elemente, 1 950 m ü. A.: Rundweg mit Steinkreisen zur persönlichen Krafterfahrung
Acht Themen-Spielplätze stehen den jungen Besuchern zur Verfügung.

Karlbad - Karlquelle

Das Karlbad auf 1 693 m ü. A. ist ein Kurbetrieb der besonderen Art: die Gästen kuren in Lärchenholztrögen mit dem Quellwasser der Karlquelle, das mit glühenden Steinen erwärmt wird. Ursprünglich hieß dieses Heilbad "Bad im kleinen Kar". Das Quellwasser der Karlquelle wird in Lärchenholztröge geleitet und mit Hilfe glühender Steine auf ca. 40 Grad Celsius erwärmt. Die Tröge, in denen die Kurgäste liegen, werden - bis auf eine Öffnung für den Kopf - mit einem Brett abgedeckt, sodass der heilsame Dampf nicht entweichen kann. Das Bad ist aufgrund des Kurbetriebes nicht für Besichtigungen geöffnet, ab 13:00 Uhr nach Absprache gegen Eintritt geöffnet.

2016: Neue Erlebnisausstellung zum 35-Jahr-Jubiläum: „Wilde Nockberge“

Am 15. Juli 2016 wurde in der Pfandlhütte (1 860 m ü. A.) die neue Dauerausstellung „Wilde Nockberge“ eröffnet. Auf 165 m² erfahren Besucher spannende Details zu den Wildtieren, die in den Nockbergen vorkommen. AchtInteraktive Stationen („Nocktaeder“) mit Rätselfragen, Filmen, Steckbriefen der Tiere und Darstellung ihrer Lebensräume bieten interessante Einblicke, wie Wildtiere, Nutztiere und Menschen entlang der Nockalmstraße in „guter Nachbarschaft“ miteinander auskommen.

In enger Zusammenarbeit mit Wildbiologen und Jägern wurden die Inhalte erarbeitet: Die Wildtiere, die in der Ausstellung portraitiert werden, sind Birkhahn, Auerhahn, Steinadler, Schneehase, Gämse, Murmeltier, Rothirsch, Schneehuhn, Tannenhäher und der Wolf. „Letzterer ist zwar nicht in den Nockbergen beheimatet, jedoch durchstreift immer wieder ein einzelnes Exemplar die Gegend“, erklärt Ing. Dietmar Rossmann, Geschäftsführer Biosphärenpark Nockberge. „Die Ausstellung zeigt auch auf, wie eng Tiere und Lebensräume miteinander verknüpft sind. So etwa fördert die Almwirtschaft den Lebensraum der Murmeltiere und allein der Arbeit des Tannenhähers ist es zu verdanken, dass sich die Zirbe in den oberen Höhenstufen ansiedeln kann.

Die Ausstellung kann täglich von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist kostenlos.

Nockalmlandschaft

Bilder

 Nockalmstraße – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblinks

Quellen