Freyschlössl

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Freyschlössl
Mönchsbergscharte, links im Hintergrund das Freyschlössl

Das Freyschlössl, zunächst Roter Turm, dann Freyburg, später auch Freyvilla genannt, ist ein unter denkmalgeschütztes Gebäude auf dem Mönchsberg in der Altstadt der Stadt Salzburg.

Geschichte

1346 erwarb das Benediktiner-Erzstift St. Peter Gründe im Bereich der Mönchsbergscharte, beim Gut Weingarten und in Bucklreuth. Beim Roten Turm entstand auch eine kleine Meierei. Der Rote Turm wurde 1380 erstmals urkundlich erwähnt. Er wurde als Wehrturm errichtet und diente im Mittelalter zur Sicherung der Mönchsbergscharte zwischen dem Mönchs- und Festungsberg. 1391 konnte das Erzstift St. Peter das Gebiet um den Roten Turm erweitern. Damals wird der Bestand eines Weingartens nächst dem Turm (wohl an der Ausßenseite der Wehrmauer) erwähnt.[1]

Das Stift St. Peter, das den Roten Turm bis 1822 besaß, versteigerte 1822 das Anwesen. Der Ausrufpreis lag bei 450 Gulden, der Zuschlag erfolgte bei 1.353 Gulden. Die Meierei am Roten Turm mit Kuhstall, Scheune und Zisterne wechselte dabei um 850 Gulden den Besitzer. Neue Besitzerin wurde die Regendachmacherin Theresia Reiter. Bevor der Salzburger Kaufmann und Kunstfreund Carl von Frey (* 1826; † 1896) 1862 den „roten Turm“ am Mönchsberg (Nr. 15) kaufte, wechselten noch mehrmals die Besitzer. Von Frey restaurierte das Schlösschen, richtete es neu ein und erweiterte im Laufe der Zeit durch Zubauten das Anwesen. Es wurde als „Freyburg“ sein Lieblingsaufenthaltsort.

Sein Sohn Max von Frey, Arzt, übernahm das Anwesen 1897. Weitere Zubauten erfolgten, die Einrichtung wurde umfangreich im neugotischen Stil erneuert. 2009 erwarb der 83-jährige Matthias Kaindl, der zusammen mit seinem Bruder Ernst das Unternehmen Kaindl Holzindustrie leitet, das Anwesen und ließ es restaurieren, da es bereits in großen Teilen einsturzgefährdet war. Bis zum Erwerb durch die Familie Kaindl wohnte eine 70-jährige Nachfahrin von Frey noch in zwei Räumen mit ihren Katzen.

Das Haus befand sich zum Zeitpunkt des Beginns der Restaurierungsarbeiten 2009 nahezu in unverändertem Zustand aus der Bau- und Ausstattungsphase von Max von Frey um die Jahrhundertwende (19./20. Jh.). Es gab kaum einen Fleck, der nicht bemalt, vertäfelt oder mit Gobelins, Tapeten oder Bildern geschmückt war. Der Turm erhielt von Kaindl ein Glaskuppeldach und einen größeren Anbau aus Beton. Die Liegenschaft umfasst mehr als 13 000 m² Grundfläche sowie nach dem Ausbau 600 m² Wohnfläche.

Im Frühjahr 2014 beauftragte die Imlau-Stifung den Immobilienmakler Alexander Kurz mit dem Verkauf der Liegenschaft. Kolportierter Verkaufspreis: 25 Millionen Euro.

Quellen

Einzelnachweis

  1. * Hahnl, Adolf: St. Peter und die Stadt Salzburg, in: Das älteste Kloster im deutschen Sprachraum - St. Peter in Salzburg. Katalog zur 3. Landesausstellung 15. Mai–26. Oktober 1982, Red.: Heinz Dopsch und Roswitha Juffinger (Salzburg 1982) S. 46.