Ostpreußen

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Ostpreußen 1881

Ostpreußen war jenes Gebiet, in dem im 18. Jahrhundert nach der Vertreibung der Protestanten aus dem Erzstift der Großteil der Vertriebenen Aufnahme fand.

Preußen

„Preußen“ hieß ursprünglich das an das heutige Litauen grenzende Territorium des Deutschen Ritterordens. Dieser war ein geistlicher Orden, aber 1525 führte der Hochmeister die Reformation ein und wandelte das Territorium in ein weltliches Herzogtum um. Als seine Linie ausstarb, erbte der nächste männliche Verwandte das Herzogtum. Es war dies der Kurfürst von Brandenburg. Ein späterer Kurfürst von Brandenburg wurde (1701) vom Kaiser für seine militärische Hilfe belohnt, indem ihn dieser als „König in Preußen“ (Preußen war damals nur das spätere Ostpreußen und lag außerhalb des Reichsgebietes, in dem dem Kaiser kein zusätzlicher König erwünscht gewesen wäre) anerkannte. Von seinem brandenburgischen Zentrum aus wuchs der preußische Staat insbesondere durch die Eroberung Schlesiens (1740/42), die Beteiligung an den Polnischen Teilungen (1765, 1793 und 1795), die Neuordnung Deutschlands 1815 (nach dem Sieg über Napoleon, an dem Preußen großen Anteil hatte) und schließlich die Annexion mehrerer im Krieg von 1866 auf österreichischer Seite stehender deutscher Staaten.

Somit umfasste es von 1866 bis 1945 im Wesentlichen die folgenden heutigen Bundesländer: Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sowie große Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen; ferner einen nicht unbeträchtlichen Teil des heutigen Polen: Pommern, Westpreußen, südliches Ostpreußen, Schlesien.

Und da Preußen der größte und mächtigste Staat war, wurde seine Hauptstadt auch die Hauptstadt des Deutschen Reiches, und weil Berlin das war, ist es auch heute die Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschland.

Salzburgbezug

Die Salzburger Emigranten, in den Jahren 1731/1732 Opfer der großen Protestantenvertreibung wurden, fanden größtenteils in Ostpreußen, zumeist in dessen östlichster Gegend Preußisch-Litauen, eine neue Heimat. Z. B. über die Stiftung Salzburger Anstalt Gumbinnen bestehen geschichtliche Beziehungen.

So mussten etwa zahlreiche Mitglieder der Salzburger Familie Scharfetter nach Ostpreußen auswandern. Auch Nasner ist einer der Familiennamen der Salzburger Emigranten. Einer von ihnen war Leonhard Nasner, der nach Klaunischken im Kirchspiel Aulowöhnen im Kirchenkreis Insterburg in Ostpreußen emigrierte. Soweit bis heute bekannt, sind alle Personen namens Nasner ursprünglich nach Preußen und Ostpreußen emigriert.

Vom 28. Mai bis 1732 bis zum 30. Juli 1733 trafen insgesamt 33 Schiffe mit 10 625 vertriebenen protestantischen Salzburgern in Ostpreußen ein; auf dem Landweg hatten von 5 533 Personen 5 243 Salzburger ihr Ziel erreicht, unterwegs waren 290 Personen gestorben;

Orte

  • Hohensalzburg (Ostpreußen)
Das Dorf Hohensalzburg lag im ostpreußischen Landkreis Tilsit-Ragnit, nahe dem Ort Kraupischken, und trug bis 1938 den Namen Lengwethen. Es war ein typisches „Salzburgerkoloniedorf“ in Ostpreußen, das vor der Ankunft der heimatvertriebenen Protestanten zur Wüstung verkommen war und von den Salzburger Emigranten 1732 wieder besiedelt und aufgebaut wurde. Im Jahr ihrer Ankunft erbauten die Salzburger Neusiedler auch eine einfach ausgeführte Kirche, die nach 1945 zeitweise als Kulturzentrum genutzt wurde und erst nach der Jahrtausendwende einem Brand zum Opfer fiel. Der Kirchenbau beherbergte einen schmucklosen Kanzelaltar und eine kleine Orgel aus dem Jahre 1858. Die Taufschale aus Messing war von den Salzburgern aus ihrer alten Heimat mitgebracht worden.
Neben der Kirche erhielten sich aus der Salzburger Zeit nach der Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945 nur wenige heruntergekommene Gebäude. 1939 lebten in Hohensalzburg 364 Einwohner, die fast ausschließlich von den Salzburger Emigranten aus den 1730er-Jahren abstammten. Nach dem Zweiten Weltkrieg verkam der Ort zu einer an einer Straßenkreuzung gelegenen Ansammlung weniger Häuser, die den russischen Namen Lunino erhielt und heute zur Kleinstadt Uljanowo (Kraupischken) gehört.

Personen

Jürgen Schweighöfer war ein deutscher Psychologe und Nachfahre der in Ostpreußen aufgenommenen vertriebenen Salzburger Protestanten.

Dr. Hermann Gollub (* 1888; † 1947) war ein deutscher Historiker und Archivar, der insbesondere Beiträge zur Geschichte der 1731/32 aus ihrer Heimat vertriebenen ostpreußischen Salzburger lieferte.

Karen Frischenschlager (* 1909 in Tilsit, Ostpreußen; † 2017 in Salzburg) war 2017 im 108. Lebensjahr die älteste Salzburgerin.

Weitere Artikel, die sich im Salzburgwiki mit der Auswanderung nach Ostpreußen befassen

Literatur

Quellen

  • Salzburgwiki-Einträge
Beiträge zum Thema Protestantenvertreibung