Schiffstypen im Salzhandel

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Der Artikel Schiffstypen im Salzhandel beschreibt verschiedene Schiffstypen, die im Salzhandel auf der Salzach verwendet wurden.

Genormtes Schiff

In der Raffelstetter Zollordnung wird das genormte Schiff (navis legittima) erstmals als Schiff für den Salzhandel erwähnt. Im heutigen Sprachgebrauch würden sie als Zillen bezeichnet werden.

Die Stoßfugen wurden mit Moos abgedichtet. Im Ostalpenraum wurde dies als "schoppen" bezeichnet, darum wurden die Schiffsbauer auch Schopper genannt. In Laufen waren sechs Schopper tätig, davon zwei im heutigen Oberndorf bei Salzburg.

Asch

Im 13. Jahrhundert dominierten die genormten Schiffe der Salzherren, die um 1400 vom Salzburger Erzbischof übernommen wurden. Der wichtigste Schiffstyp war der Asch. Der Name dürfte auf das Eschenholz zurückzuführen sein, aus dem sie hergestellt wurden. Die genauen Maße sind nicht bekannt, aber es ist bekannt, dass bei einer Fahrt 15,4 Tonnen transportiert wurden. In der Schiffsherrenordnung 1267 wurden sie als das "große Schiff" (magna naviis) bezeichnet.

Die Besatzung umfasste neun Personen und den Schiffseigner. Da jeder Schiffsherr zwei Aschen besitzen durfte, wurden ihre persönlichen Zeichen in das Schiff eingebrannt. Nach diesen Marken wurden die Schiffe entweder nach ihrem Besitzer (Alm, Schaunberg..) oder dem dargestellten Motiv (Hirsch, Einhorn...) benannt.

Sechser

Hierbei handelt es sich um einen kleineren Schiffstyp mit sechs Mann Besatzung, in dem Teile der Fracht der Aschen durch die Stromschnelle bei Laufen geführt wurden. Ebenso dienten sie zum Transport vom Salzstadel der Propstei Berchtesgaden in Rif.

Hallasch

Der Schiffstyp setzte sich ab der Mitte des 16. Jahrhunderts als Normschiff für den Salztransport durch. Er war 10,7 Meter lang, am Boden 194 cm und an der Reling 224 cm breit und hatte eine Bordhöhe von 84 cm. Es vereinte die Vorteile von Asch und Sechser, Die Transportkapazität war ähnlich hoch wie beim Asch, benötigte aber nur sechs Personen als Besatzung. Durch seine Bauweise war es besonders für die seichten Flussabschnitte zwischen Laufen und Passau geeignet.

Seit 1494 waren von den für den Salztransport auf der Salzach vorgesehenen 66 Schiffen 18 für Scheibfahrten nach Burghausen bestimmt. Sie beförderten das Salz in "Scheiben" (= Fässer) oder seltener leicht verpackt in "Fudern" zur Mautstelle in Burghausen, wo es abgezählt und anschließend auf die "Salzbrücken" oder "Salzbühnen" der Salzfertiger gebracht wurde.

1581 besaß der Fürsterzbischof 66 Hallaschen, nach dem Ausscheiden der Fertiger 1594 erhöhte sich die Zahl auf 106.

Obernpergerin

Es handelt sich dabei um große Schiffe, die von der Gemeinschaft der Nauflezer in Obernberg am Inn verwendet wurden. Sie konnten je nach Ausführung ca. 45 oder 65 Tonnen Ladung aufnehmen.

Naufarth

Ein Schiffstyp, der am Boden drei Meter breit war und elf Mann Besatzung hatte. Er wird in den Passauer Mautbüchern erwähnt.

Anhangzille

Sie war nach der Schiffsordnung von 1581 5,7 Meter lang und an der Relingoberkante drei Meter breit.

Hohenauen

Sie waren bauchige Schiffe, die sich im Besitz privater Schiffsmeister befanden. Sie wurden für Gütertransport im Handel mit anderen Gütern eingesetzt.

Nachplätten

Im Gegensatz zu normalen Plätten, die nur stromab verwendet wurden und dann als Brennholz verwendet wurden, waren die Nachplätten solider gebaut und wurden wieder stromauf gezogen. Wenn ein Salzschiff in einem Verband auf Grund lief, wurde es mit Hilfe der Nachplätten geleichtert und so wieder flott gemacht.

Schiffszüge

Ab dem 14. Jahrhundert wurden in Laufen oft Schiffszüge für die Fahrt nach Passau zusammengestellt. Sie bestanden aus jeweils einer:

  • Naufarth
  • Asch
  • Obernpergerin
  • Anhangzille (ab dem 16. Jahrhhundert verstärkt auch Nachplätten)

Quelle

  • Heinz Dopsch, Hans Roth (Hrsg.): Laufen und Oberndorf - 1 250 Jahre Geschichte, Wirtschaft und Kultur an beiden Ufern der Salzach, Laufen und Oberndorf, 1998, S. 70 bis 72
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