Salzachschifffahrt

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Bei der Geschichte der Salzachschifffahrt gilt es wohl die Bereiche Gütertransport, Personenschifffahrt und einige geschichtliche Personentransporte sowie die Salzschifffahrt getrennt zu betrachten.

Geschichtliche Ereignisse auf der Salzach

Ab 1400 gab es zwei Schiffsherrenrechte auf der Salzach, die vom Landesfürst erworben wurden: Erste Klasse - nicht zu Schiff gehende Adelige (Erbausfergen) und zweite Klasse - selbst fahrende Bürgerliche (Erbnaufergen)[1].

1669 ertranken 62 Antheringer bei der Rückkehr von einer Dürrnberger Wallfahrt in der Nähe des Michaelstores in Salzburg.

Unter Fürsterzbischof Firmian mussten Tausende Salzburger, die dem protestantischen Glauben angehörten, das Land für immer verlassen. So auch am 30. November 1732, an dem 788 Dürrnberger zu Schiff Salzburg verließen, um nach Regensburg zu kommen. Im Juni 1733 wurden sie in die Niederlande überführt und teils bei Vlissingen, teils auf der Insel Radsand angesiedelt.

1770 führten Sprengungen im Salzachdurchbruch bei Oberndorf zur Verbesserung der Schifffahrt.

Personenschifffahrt

Das Personenschiff Amadeus zwischen Staatsbrücke und Hanuschplatz, im Hintergrund der Mönchsberg mit dem Museum der Moderne
Das Salzachschiff bei der Anlegestelle vom Makartsteg aus gesehen

1857 versuchte es das Dampfschiff "Prinz Otto" zum ersten Mal auf der Salzach. Am 11. April legte das Dampfschiff "Prinz Otto von Bayern" der Laufener Schiffergesellschaft anlässlich ihrer Jungfernfahrt an der Landungsstelle beim Ursulinenkloster in der Altstadt von Salzburg an. Am nächsten Tag konnte es besichtigt werden und trat am 13. April seine Rückreise an[2].

Erst 1884 gab es wieder einen Versuch mit einem Dampfschiff von Salzburg nach Braunau am Inn zu fahren. Doch dieser Versuch missglückte. Einen neuerlichen Versuch unternahm man dann 1890, der, wie die vorhergehenden, nicht über ein Versuchsstadium hinaus kam.

1891 beantragte der Salzburger Anton Petzer eine Bewilligung eines Dampferverkehrs auf der Strecke Hellbrunn - Salzburg - Muntigl, natürlich mit etlichen Landungsstellen. Ende Mai fand eine Probefahrt statt, Ende Juni erteilte man die gewünschte Genehmigung für den Betrieb zwischen Salzburg und Hellbrunn. Die Eröffnungsfahrt am 29. Juni lief auf eine Schotterbank auf, samt den Ehrengästen vom Statthalter über Landeshauptmann bis hin zum Vizebürgermeister. Unverdrossen begann man nach den notwendigen Reparaturarbeiten am 2. Juli mit dem Linienbetrieb. Beim Café Bazar fuhr man vier Mal täglich ab. Doch schon nur vier Wochen später, am 7. August stellte man den Betrieb wieder ein, wie es hieß "für heuer" - die Schiffsmaschine sei zu schwach gewesen.

Aber im nächsten Jahr ging die Schifffahrtslinie nicht mehr in Betrieb. Der Salzachschotter war ihr Untergang.

Erst 2002 unternahm der Salzburger Dr. Erich Berer einen neuerlichen Versuch mit einem Schiff, der Amadeus Salzburg, das einen besonders geringen Tiefgang von nur 38 cm hat, eine Ausflugslinie zwischen Salzburg - Ferdinand-Hanusch-Platz und Hellbrunner Brücke einzurichten. Auch gibt es kürzer Stadtfahrten bis etwa zur Rennbahnsiedlung, sowie Dinner-Fahrten.

Am 12. August 2002 zerstörte ein Hochwasser das Schiff und die Anlegestelle beinahe komplett. Nach intensiven Reparaturarbeiten konnte die Amadeus Salzburg aber im April 2004 wieder auf der Salzach verkehren.

Gütertransporte

825 finden sich in der Laufener Chronik erste Hinweise auf eine Salzachschifffahrt.

Natürlich und vor allem wurde das Salz auf der Salzach verschifft. Früher befuhren die Schöffleute auf ihren Zillen die Salzach, beladen mit Salz. Von den Salinen Halleins, Berchtesgadens und Reichenhalls wurde das Salz über die Salzach, den Inn und die Donau ins Schwarze Meer transportiert.

Auf Anordnung von Kaiser Ludwig dem Bayern aus dem Jahr 1333 durfte das Salz aus Hallein nur noch am Fluss verfrachtet werden.

In Oberndorf-Laufen musste das Salz von den kleineren Zillen auf die größeren Plätten umgeladen werden. Der Grund war zum einen die geringere Wasserführung der Salzach auf der Strecke von Hallein bis zur Einmündung der Saalach bei Freilassing und zum anderen der „Nocken“, ein gefährliches Hindernis im Flusslauf bei Laufen. Die großen Salzschiffe, die bis Passau fuhren, wurden auf den Schopperplätzen in Laufen gebaut.

Aber auch alle anderen Waren mussten umgeladen werden und so erlangten diese beiden Städte großen Wohlstand. Zum Schutze der Schiffer gegen kriegerische und räuberische Überfälle auf die Salzzillen wurde 1278 von Erzbischof Friedrich II. von Walchen die Schiffergarde gegründet, welche bis zum heutigen Tag besteht.

1851 befuhren laut österreichischem Schifffahrtsvertrag vom 2. Dezember noch alljährlich an die 1 000 Plätten die Salzach, was einen Warenwert von 1,6 Mill. Gulden darstellte.

1866 fand der letzte königlich bayerischer Salztransport nach Passau auf dem Wasserweg statt.

Die letzten Aufzeichnungen aus den Jahren 1871 bis 1880 weisen eine Verschiffung von 91 000 Zentner Waren (Kalk, Gips, Braunkohle) aus.

Die Schiffe

Die Zillen auf der Salzach besaßen unterschiedliche Größen. Vielfach kam der Zillen-typ "Hallasch" (Kurzform für Hallein-Schiff) zum Einsatz, der gut 10 m lang war und am Boden etwa zwei Meter breit, die Bordhöhe betrug etwa 85 cm. Seit 1494 waren von den für den Salztransport auf der Salzach vorgesehenen 66 Schiffen 18 für Scheibfahrten nach Burghausen bestimmt. Sie beförderten das Salz in "Scheiben" (= Fässer) oder seltener leicht verpackt in "Fudern" zur Mautstelle in Burghausen, wo es abgezählt und anschließend auf die "Salzbrücken" oder "Salzbühnen" der Fertiger gebracht wurde.

Bis zu fünf Salzschiffe brachten täglich ihre Last von Hallein nach Burghausen. Bei durchschnittlich 600 jährlichen Scheibfahrten wurden etwa 112 200 Scheiben Salz von den Burghausner Fertigern bezogen. Da ein Pferdewagen durchschnittlich 24 Scheiben Salz befördern konnte, waren für den weiteren Transport 4 675 Fuhrwerke nötig.

Die Schiffe wurden auf Treppelwegen flussaufwärts gezogen, um erneut mit Fracht beladen zu werden. Die Plätten trieben weiter flussabwärts. Für den Schiffbau wurden jährlich an die 50 000 Tannen und Fichten benötigt.

Versuche

Unter Fürsterzbischof Johann Jakob Kuen von Belasy wurde der Versuch unternommen die Salzachschifffahrt im Bereich des Pass Luege und der Salzachöfen auszubauen. Nach umfangreichen Sprengungen wurden aber 1565 die Arbeiten wieder eingestellt, nachdem der eigentliche Initiator, der Gewerke Christoph Perner, verstorben war.

1808 wurde unter der k. k. Regierung der Versuch unternommen, mit Schiffen Eisenerz von Sankt Johann im Pongau nach Werfen zu befördern. Dabei wurde im Folgejahr begonnen, Felsen unterhalb der Festung Hohenwerfen zu sprengen. Die französische Besatzung von 1809 verhinderte weitere Planungen.

Weblinks

Fußnote

  1. andere Erklärung siehe auch Erbausfergenamt
  2. Quelle Buch Kronland Salzburg, historische Fotografien von 1850 bis 1918, Salzburger Museum Carolino Augusteum, Wolfram Morath (Herausgeber), 2000, ISBN 3-901014-68-3

Quellen