Schwingenschlögel Ges.m.b.H.

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Schwingenschlögel-Werkshalle in Eugendorf, Westseite

Die Schwingenschlögel Ges.m.b.H. in Eugendorf produziert Tankwagen- und Silowagenaufbauten.

Geschichte

Das Kupferschmiedehandwerk war der Grundstock des Unternehmens, das Ernst Schwingenschlögel 1900 in Salzburg gründete. Ernst Schwingenschlögel (* 1870 in Gmünd, Niederösterreich; † 1919 in Salzburg) lernte in Wien das Kupferschmiedehandwerk. Nach Ablegung seiner Gesellenprüfung zog er zunächst durch Deutschland, bevor er sich 1900 in Salzburg niederließ. In der Badergasse in der Altstadt, neben dem Großgasthof Sternbräu, übernahm er den Witwenbetrieb Wiesner Kupferschmiede. Er produzierte dort Kupferkesseln und Kupfergeschirr für Gastgewerbe und Haushalt.

Als der Betrieb sich vergrößerte, zog er 1907 in ein Haus in der Glockengasse Nr. 5 in Schallmoos, wo sich bereits auch die Glockengießerei Oberascher befand. Dort erweiterte er die Produktpalette um die Erzeugung von Schnapsbrennereianlagen, Behältern jeder Art aus Kupfer und Eisenblech sowie Verzinnungen von Kupfergeschirr für die Gastronomie ausgedehnt.

Auch seine beiden Söhne Alex (* 1895), und Ernst (* 1897), erlernen beide das Kupferschmiedehandwerk. Nach dem frühen Tod ihres Vaters übernahmen sie den Betrieb. 1927 übernahm Ernst Schwingenschlögel als alleiniger Inhaber den Betrieb.

Neben der Glockengießerei Oberascher befand sich auch die Schmiede Meingast und die Wagnerei Petschko in der Glockengasse. Der Aufschwung der Motorisierung in Salzburg ließ die von Petschko gebauten Holzkarosserien von Schwingenschlögel mit Eisenblech verkleiden. Kotflügel und Motorhaube aus Blech wurden ebenfalls angefertigt. In den folgenden Jahren blieben aber Schnapsbrennkessel aller Größen, Kühlschlangen für Brauereien, Destiliergefäße, Bier- und Weinkrüge die Hauptarbeiten des Unternehmens. Daneben reparierte man die Dampfkessel von Lokomotiven.

Sein Sohn Ernst Schwingenschlögel (* 1920) erlernte ebenfalls das Kupferschmiedehandwerk. Er und sein Bruder Kurt nahmen am Zweiten Weltkrieg teil, den Kurt jedoch nicht überlebte. Die Firma Schwingenschlögel musste während des Krieges Arbeiten für den Heereskraftfahrzeugpark durchführen. Noch vor Kriegsbeginn wurde der Firmensitz in die Rupertgasse in das Gebäude des Salzburger Autopalasts verlegt. Im Dezember 1945 legte Ernst Schwingenschlögel die Meisterprüfung für das Kupferschmiedegewerbe ab und 1948 wurde er mit 50 Prozent Gesellschafter der Schwingenschlögel OHG.

Mit Pioniergeist und unternehmerischem Weitblick legte er den Grundstein für die Entwicklung des kleinen Kupferschmiedebetriebes zu einem der führenden Industrieunternehmen Österreichs im Fahrzeug- und Behälterbau. Vor allem der Verarbeitung von Aluminium und der Schutzgasschweißtechnik, an deren Entwicklung er persönlich maßgeblich beteiligt war, lag ihm sehr am Herzen. Die Auftragsfelder änderten sich den Nachkrieggebenheiten angepasst: Erzeugung von Destilieranlagen für Schnaps- und Likörbrennereien, Brauereieinrichtungen, Alu-Lagertanks, Fleischereianlagen, Autokühlerreparatur. 1949 entstand der erste Tankwagenaufbau mit einem Inhalt von 4 800 l, Behälter aus Reinaluminium mit einer Wandstärke von acht Millimeter. Dies war der Grundstein für die zukünftige Entwicklung der Firma Schwingenschlögel.

Schwingenschlögel heute

Die Söhne von Ernst Schwingenschlögel III., Ing. Ernst und Dipl. Ing. Kurt Schwingenschlögel, sowie deren Söhne Thomas und Kurt jun. führten das Unternehmen. Der Betrieb mit 130 Mitarbeitern (2009) stand auf mehreren Füßen: der Erzeugung von Silowagen-Aufbauten, Tankfahrzeugaufbauten sowie Aufbauten für Fahrzeuge aller Arten, beispielsweise Argon und Sauerstoff. Dabei gelangen dem Unternehmen revolutionäre Verbesserungen beim Gewicht der Aufbauten. So verringerte sich dieses für Zugmaschinen samt Tanksattelauflieger auf 14 Tonnen, was eine Nutzlasterhöhung von 23 auf 26 Tonnen brachte. Auch an der Kippstabilität der Fahrzeuge wird laufend gearbeitet, um so die Sicherheit zu erhöhen.

Gastankfahrzeug erzeugt bei der Fa. Schwingenschlögel

Um 2010 waren Gastankfahrzeuge sehr gefragt, deren Produktion zu 95 Prozent ins Ausland ging. Für deren Produktion wurde mit einer Investition von 1,5 Mill. Euro die Produktionsfläche verdoppelt. Der Gesamtumsatz des Unternehmens betrug zwischen 15 und 16 Mill. Euro, wobei im Durchschnitt 150 Fahrzeuge pro Jahr ausgeliefert werden.

Dann übernahmen DI Kurt Schwingenschlögel (kaufmännischer Geschäftsführer) und DI Thomas Schwingenschlögel (technischer Geschäftsführer) führen heute das Unternehmen. Dipl.-Ing. Kurt Schwingenschlögel I. verstarb 2017.

Quellen