Strafrecht im Land Salzburg (historisch)

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Der Artikel Strafrecht im Land Salzburg (historisch) befasst sich mit historischen Informationen, die mit der letzten Hinrichtung eines Salzburger Gerichtes am 22. November 1949 enden.

Geschichte

Folter

1800 wurde die peinliche Befragung, die Folter, ein letztes Mal gestellt. Die peinliche Befragung war die Anwendung von brachialer Gewalt am Körper des Verdächtigten, damit dieser zu einem für eine Bestrafung notwenidge Geständnis gebracht werden konnte.

Ihr folgte meist die Strafe an Leib und Leben, an Hals und Hand und Haut und Haar. Es war dies die Todesstrafe, je nach Hinrichtungstechnik einfach oder auch qualifiziert. Qualifiziert bedeutete eine zusätzliche Verschärfung der Maßnahmen am Körper während und auch noch nach der Exekution. Neben dem Tod gab es aber auch Leibesstrafen, die den Delinquenten zwar am Leben ließen, aber ihn verstümmelten oder mit erheblichen Schmerzen durchs Leben gehen ließen.

Selbst leichtere Strafen, zu Haut und Haar, blieben nie ohne körperliche Beeinträchtigungen: am Pranger stehen, das Kahlscheren oder die Streiche mit der Spitzgerte.

Hinrichtungen

Am 12. September 1817 erfolgte die letzte öffentliche Hinrichtung mit dem Schwert, Die letzte Hinrichtung mit dem Strang fand am 22. November 1949 letztmalig in Salzburg statt: der 28jährige Ukrainer Josef Sopko wurde wegen Mordes an einer Frau durch den Strang hingerichtet. Die letzte öffentliche Brandmarkung am Pranger geht auf das Jahr 1800 zurück. Doch noch 1816 kam es zur zur Schaustellung eines Delinquenten auf einer Schandbühne, wo er 20 Rutenstreiche erhielt und auf "ewig" des Landes verwiesen wurde.

Information über die letzte missglückte Hinrichtung fand sich im Exekutionsbuch des Salzburger Scharfrichters Franz Joseph Wohlmuth. Gemäß diesem Tagebuch sind bei Mehrfach-Hinrichtungen im Jahr 1809 bei Mehrfachexekutionen einer der Delinquenten vom Galgen gestürzt. Wohlmuth berichtet auch von einer misslungenen Hinrichtung mit dem Schwert am 7. Juni 1766, bei er dreimal das Schwert führen muss, bevor die Exekution ausgeführt war. Wohlmuth waltete 1817 im hohen Alter von 79 Jahre ein letztes Mal seines Amtes.

Siehe auch

Quellen

  • Salzburg Archiv Band 23 aus der Schriftenreihe des Vereines Freunde der Salzburger Geschichte 1997, Beitrag ... der zweyte Streich ist schnell auf den ersten glikhlich und geschikht erfolget... Ein Kunstfehler des Scharfrichters anno 1766 von Peter Putzer
  • Salzburg Archiv Band 22 aus der Schriftenreihe des Vereines Freunde der Salzburger Geschichte 1996, Beitrag ... dieser über alle Beschreibung boshafte Inquisit - Zum Ende des peinlichen Strafrechts in Salzburg von Peter Putzer
  • Salzburgwiki