Weberpalfen

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Weberpalfen

Die Felshöhe namens Weberpalfen oder Burgstall in Bruck an der Großglocknerstraße ist ein prähistorischer Siedlungsplatz.

Lage

Der Weberpalfen oder auch Burgstall genannt, liegt in Bruck an der Großglocknerstraße östlich von St. Georgen im Pinzgau an der orographisch[1] linken Salzachseite. Er ragt steil aus dem Talboden auf und hat ein kleines Gipfelplateau. Auf der südlichen Talseite hat der Weberpalfen einen Felsabfall, was ihn vom Salzachtal her schützt. Im Norden befindet sich ein Einschnitt, der künstlich erweitert und vertieft worden ist. Der Name Weberpalfen leitet sich vom nahe gelegenen Webergut ab. Die ebenfalls verwendete Bezeichnung Burgstall weist üblicherweise auf eine mittelalterliche Befestigungsanlage hin.

Geschichte

Wie an vielen anderen Stellen hat auch hier Martin Hell gesucht und ist fündig geworden. Er konnte drei Hüttenstellen lokalisieren und hat auch einen Eisenschmelzplatz entdeckt. Laut Martin Hell gab es auf dem Weberpalfen aber insgesamt drei Besiedelungsperioden.

Steinzeit und frühe Bronzezeit

Er fand an Gerätschaften zwei Beile aus Stein und hunderte Tonscherben, die der älteren Bronzezeit angehören, möglicherweise reicht die Besiedelung aber bis in die jüngere Steinzeit hinauf. Die zu dieser Fundperiode gehörenden Hütten waren aus armdicken Stangen erbaut, die meisten ca. drei bis sechs Meter lang, ähnlich den freistehenden Heustadeln, die in den Gebirgsgauen noch zu finden sind. Die Fugen waren mit Lehm verstrichen. Die Lehmbrocken hatte sich bis zur Auffindung durch Dr. Hell erhalten und zeigten die Dicke des Bauholzes an.

Hallstattzeit

Auch aus der Hallstattzeit konnten Scherben aufgelesen werden. Es gab auch Spuren von Bronzegegenständen aus dieser Siedlungsperiode.

Látenezeit

Die keltischen Ambisonten haben auf dem Weberpalfen Eisen geschmolzen. Vom Ofen waren noch angebrannte Steine und Lehmklumpen erhalten. Auch Eisengeräte konnten aufgefunden werden. Darunter waren ein Spieß, ein Messer und ein Meißel. Es ist anzunehmen, dass das verwendete Eisenerz aus einem nahe gelegenen Vorkommen stammt. Neben den größeren Vorkommen wie in Dienten am Hochkönig finden sich ja auch kleinere Erzausbisse.

Mittelalter

Der Weberpalfen wird auch Burgstall genannt und wurde auch als Fliehburg genutzt. Martin Hell fand Anzeichen für eine um das Jahr 580 erbaute slawische Höhenburg. Es handelte sich um einen hölzernen Burgturm, eine Art Festes Haus. Eine gemörtelte Mauer war nicht vorhanden, wohl aber eine Ansammlung von Steinen, die für die Anlage zusammengetragen worden war.

Umgebungssituation

Innerhalb eines weiteren und engeren Umgebungsradius sind zahlreiche Funde aus der Bronzezeit, aus der Urnenfelderzeit, aus der Hallstattzeit und aus der Látenezeit bekannt. Der Weberpalfen fügt sich daher mit seinen Funden – abgesehen von denen der Steinzeit, aus der es inner Gebirg noch wenige Hinweise gibt – harmonisch in ein Gesamtbild ein, das zeigt, dass das Salzachtal und die Tauernübergänge in prähistorischer Zeit alles andere als unbedeutend waren.

Zu erwähnen sind der Götschenberg in Bischofshofen, der Biberg in Saalfelden, das Areal um das Schloss Fischhorn, der Bürgkogel in Kaprun, das Naglköpfl in Niedernsill und der Steinerbichl in Uttendorf, um nur einige der wichtigsten zu nennen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Funde und auch Plätze, die noch nicht näher untersucht werden konnten.

Quellen

  • Josef Lahnsteiner „Unterpinzgau“, Zell am See, Taxenbach, Rauris, Selbstverlag Hollersbach 1960
  • „Die Bronzezeit im Saalfeldener Becken“, Fritz Moosleitner, mit einem Beitrag von Manfred Kuntner, in der Reihe „Archäologie in Salzburg“, Hrsg. Amt der Salzburger Landesregierung (Landesarchäologie) gemeinsam mit dem Salzburger Museum Carolino Augusteum, Schriftleitung: Eva Maria Feldinger und Fritz Moosleitner, Salzburg 1991

Fußnote