Salzburger Landesinstitut für Volkskunde

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Das Gebäude Michael-Pacher-Straße 40, in dem das SLIVK im Salzburger Landesarchiv untergebracht ist.

Das Salzburger Landesinstitut für Volkskunde (SLIVK) ist eine wissenschaftliche Institution des Landes Salzburg, die mit wissenschaftlichen und didaktischen Aufgaben betraut ist.

Tätigkeit

Inhaltlichen Schwerpunkte des SLIVK sind: Die Volkskunde/empirische Kulturforschung Salzburgs im nationalen und europäischen Vergleich, Europäische Ethnologie, kulturelle Netzwerke, Vergleichende Kulturwissenschaft im Bereich menschlicher Alltagsbewältigungen, Rituale und Feste unterschiedlicher menschlicher Lebenswelten und Milieus.

Besondere Expertise hat das Landesinstitut für Volkskunde in den Bereichen Ritual- und Brauchforschung in Salzburg (unter gegenwärtigen und historischen Aspekten) samt den dazugehörigen europäischen Kulturzusammenhängen, der Wissens-, Wissenschafts-, Disziplinen-, Personen- und Institutionengeschichte der Europäischen Ethnologie, Kulturanthropologie, Volkskunde, der Trachten- und Kleiderforschung sowie der Erforschung von Salzburger Selbst- und Fremdbildern und deren Wandel. Die Institutsmitarbeiter stehen in enger Zusammenarbeit mit anderen fachlich relevanten Einrichtungen im In- und Ausland und präsentieren die Ergebnisse ihrer Forschungen in Publikationen, Vorträgen und auf Fachtagungen.

Das Institut möchte erstens neben quellenbasierter kulturhistorischer Arbeit mit den theoretischen und methodischen Mitteln einer v.a. qualitativ forschenden Europäischen Ethnologie des 21. Jahrhunderts seine Aufmerksamkeit auf den Wandel und die Vielgestaltigkeit der diversen Salzburger Milieus richten. Dabei stehen die tiefgreifenden ökonomischen, sozialen und kulturellen Veränderungen der letzten Jahrzehnte in Salzburg im Fokus.

Zweitens betreut das Institut ein wissenschaftliches Archiv zur Fachgeschichte der Volkskunde (u. a. Schriftlicher und Bild-Nachlass Richard Wolfram, Österreichischer Volkskundeatlas [Fragebögen, Karten, Büroarchiv], Nachlass Karl Haiding) und Heimatkunde Salzburgs (u. a.: Teilnachlass Richard Treuer, Teilnachlass Friederike Prodinger, Teilnachlass Josef Walleitner, Fotodokumentationen und Legate) sowie eine umfangreiche wissenschaftliche Fachbibliothek[1] (sowohl kulturhistorische, als auch gegenwärtige Monografien, Zeitschriften und Reihenwerke sowie Sonderdrucke). Diese Sammlungen stellen Ausgangspunkte interdisziplinärer und interinstitutioneller Zusammenarbeit dar und werden regelmäßig von der internationalen europäisch-ethnologischen Forschung in Anspruch genommen.

Drittens halten die wissenschaftliche Mitarbeiter des Institutes regelmäßig populäre und wissenschaftliche Vorträge, nehmen an (Podiums)-Diskussionen teil, sind an Universitätslehrveranstaltungen, Seminaren, Tagungen, Workshops, Schulveranstaltungen etc. beteiligt und bemühen sich so, kulturwissenschaftliche Erkenntnisse an das interessierte Publikum zu vermitteln. Dazu dienen im Besonderen Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, Radio- und Fernsehbeiträge.

Weiters sind die Mitarbeiter für wissenschaftliche Kooperationen offen und wirkten in der Vergangenheit sowohl bei interdisziplinären Sammelbänden, als auch bei Ringvorlesungen, Seminaren etc. mit.

Einige Beispiele:

  • Im neuen Salzburger Kulturlexikon, erweiterte und verbesserte Neuauflage 2019 (insgesamt die dritte), hg. von Peter Mittermayr und Heinrich Spängler verfasste die ehemalige Institutsleiterin Prof. Dr. Ulrike Kammerhofer-Aggermann über 100 wissenschaftliche Artikel zu Themen der Salzburger Volkskulturen (von Karl Adrian bis Richard Wolfram und von Bräuche bis zu Tracht). Institutsleiter Dr. Greger schrieb und betreute über 20 neue Artikel zu Aspekten von Salzburger Alltagskulturen von Alter und Altern, über Kaffeehäuser, Sport oder Winter- und Sommerfremdenverkehr (gemeinsam mit Katharina Scharf) bis zu Zivilgesellschaftlichem Engagement (Autor hier Stefan Wally, unter Mitarbeit von Reinhard Geiger)
  • Die ehemalige Institutsleiterin Prof. Dr. Ulrike Kammerhofer-Aggermann ist in namhaften Sammelbänden zur Salzburger Kulturgeschichte wie "Von Venedig nach Salzburg. Spurenlese eines vielschichtigen Transfers" (Hg. Thomas Hochradner, Ingonda Hannesschläger, Gerhard Ammerer), "Weltbühne und Naturkulisse. Zweihundert Jahre Salzburg-Tourismus" (Hg. Hans Haas, Robert Hoffmann) mit Artikeln vertreten und hat z. B. einen Raum der neuen Ausstellung zu Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems und den Salzburger Karneval im Schloss Hellbrunn inhaltlich kuratiert, weiters zwei Ausstellungen zu Salzburger Tresterern und ihrer Geschichte, 2017 im Österreichischen Volkskundemuseum in Wien, 2018 im "Monatsschlössl", Abteilung Volkskunde des Salzburg Museum von Schloss Hellbrunn.

Die Mitarbeiter des Institutes beantworten im Jahr mehr als 100 sowohl wissenschaftliche Anfragen, als auch Anfragen von in Salzburg Wohnenden, Brauch-Akteuren aller Altersstufen, Medien sowie an kulturwissenschaftlichen Themen Interessierten. Für einen persönlichen Termin wird um Voranmeldung per Telefon, WhatsApp, SMS oder E-Mail gebeten, da die Mitarbeiter des Öfteren in Sachen empirischer Kulturforschung im Land Salzburg unterwegs sind bzw. dringende Anfragen im Archiv recherchieren.

Salzburger Beiträge zur Volkskunde

Seit 1986 wird die monografische Reihe „Salzburger Beiträge zur Volkskunde“ (SBzVK) herausgegeben.

Organisation

Das SLIVK ist dem Amt der Salzburger Landesregierung, Abteilung 2: Kultur, Bildung, Gesellschaft und Sport (Leitung: Mag. Eva Veichtlbauer LLM), Referat 2/04 (Kultur und Wissenschaft, Leitung: Dr. Peter Gutschner) angegliedert.

Institutsleiter ist Dr. Michael J. Greger.

Die Institutsleiterin von 1983 bis 1987 war Dr. Rotraut Acker-Sutter, von 1987 bis April 2019 Prof. Dr. Ulrike Kammerhofer-Aggermann.

Kontakt

Salzburger Landesinstitut für Volkskunde, Dienststelle 904/20204
Michael-Pacher-Straße 40
5020 Salzburg
Telefon: (06 62) 80 42-23 51
Telefax: (06 62) 80 42-30 79
E-Mail: volkskunde.slivk@salzburg.gv.at

Quelle

Einzelnachweis