Burg Walchen

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Die Walcherburg war die Stammburg der Herren von Walchen.

Lage

Der Walcherturm als Stammburg der Walcher befand sich auf dem vorderen Höcker eines sich in den Walcher Graben hinein ziehenden Rückens oberhalb der heutigen Ortschaft Walchen im Gemeindegebiet von Piesendorf im Pinzgau. Vom Burgstandort aus bestand Sichtverbindung zur Burg Kaprun und zum Schloss Fischhorn, was im Falle von Angriffen von Vorteil war, da man Signale geben konnte. Nach ihrer wahrscheinlich durch eine Mure erfolgte Zerstörung wurde etwas darunter die spätmittelalterliche Pflegerburg errichtet. (Anm.: Der Walcher Graben gilt auch heute noch als bei Unwettern gefährlich und wurde in letzter Zeit von der Wildbach- und Lawinenverbauung entsprechend verbaut).

Spätmittelalterliche Pflegerburg

Im Franciszäischer Kataster von 1830 ist die Grundparzelle 831 der Katastralgemeinde Walchen mit „Wachtlehenthurn“ bezeichnet (Haus Nr. 24 Wachtlehen). Diese Parzelle wird an drei Seiten durch Steilabfälle geschützt. Bei Grabungen trat an der Südseite das Fundament eines mächtigen Turmes mit rechteckigem Grundriss zu Tage. Eine Steilstufe darunter erstreckt sich eine ebene Fläche, die von einer Mauer umrundet war. Eine Schwelle lässt den seinerzeitigen, gut gesicherten Eingang erkennen. Der dorthin führende Altweg zeichnete sich zum Zeitpunkt der Grabung im Mai 1975 noch deutlich im Gelände ab. Grabungsfunde deuten darauf hin, dass es sich bei der Anlage um die spätmittelalterliche Pflegerburg gehandelt hat, deren Erbauungsdatum vor dem Jahr 1254 angesetzt wird. Sie hat die eigentliche Stammburg der Walcher, die auf der Grundparzelle 835 der Katastralgemeinde Walchen situiert und vermutlich einer Mure zum Opfer gefallen ist, abgelöst und fiel mittlerweile privater Schottergewinnung zum Opfer.

Stammburg der Walcher

Von dieser älteren Burg, die an der Grenze zwischen den Grafschaften Oberpinzgau und Unterpinzgau errichtet wurde, sind im Gelände ohne Grabung nur einzelne Mauerzüge erkennbar. Sie lag höher und strategisch günstiger als die jüngere Pflegerburg. Östlich des Burghügels liegt der Bauernhof Guthunt, von dem wahrscheinlich der gemeinsam mit dem Pfleger Caspar Vogl hingerichtete Bauernführer Stefan Guthund stammte. Im Urbar 6 des Salzburger Landesarchivs findet sich aus der Zeit von 1300 der Vermerk: Guthunden prope castrum Walhen.

Die ursprüngliche Walcherburg war ein dem Felberturm in Mittersill ähnlicher Wehrbau, der aus dem 12. Jahrhundert stammte.

Zerstörung im Bauernkrieg

Im Jahr 1526 wurde die Pflegerburg im Zuge der Salzburger Bauernkriege angezündet und niedergebrannt. Da das früher dort angesiedelte Pfleggericht in der Folge in die Burg Kaprun in Kaprun verlegt wurde, baute man die Walcherburg nicht mehr auf.

Quellen