Dietrichsruh

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Blick von der von der Sigmund-Haffner-Gasse Gasse in die Dietrichsruh.
Dietrichsruh, Ansicht von der Sigmund Haffner Gasse

Die Dietrichsruh ist in Teilgelände neben der Alten Residenz in der Altstadt der Stadt Salzburg.

Geschichte

Die heutigen Reste der Dietrichsruh grenzen im Norden an den Toskanatrakt, im Süden an die Franziskanerkirche, im Osten an die Alte Residenz und im Westen an die Sigmund-Haffner-Gasse.

Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau erwarb am 23. August 1605 das Eckgebäude (heute Sigmund-Haffner-Gasse-Churfürststraße) von Maria von Rehlingen, geborene Alt. Sie war eine Cousine zweiten Grades von Salome Alt, der Lebensgefährtin des Fürsterzbischofs. An diese Gebäude schlossen sich nach Süden zur (damaligen Pfarrkirche) Franziskanerkirche Zu Unserer Lieben Frau der Schaidgarten und die Münzstätte an. Im Schaidgarten wurden u. a. die Edelmetalllegierungen für die Münze gelagert. 1606 übersiedelte die Münze von hier in das Haus Getreidegasse 19 und Wolf Dietrich schenkte das Gelände der alten Münze nun Salome Alt.

Anstelle dieser Gebäude und des Gartens wurde von zwischen 1605 und 1611 ein Neubau, Dietrichsruh genannt, mit einem aufwändig gestalteten Renaissancegarten errichtet. Dieser umschloss zwei Gartenhöfe, die mit Brunnenanlagen, Wasserspielen, Grotten, Figurennischen und einem Vogelhaus ausgestattet waren. Die neuen Höfe mit ihrer Ausstattung als Lustgärten hatten eher privaten Charakter. Beide Höfe waren durch eine von schlanken Marmorsäulen getragene, nach beiden Seiten offene Sala Terrena verbunden. Zu den Neubauten zählte auch ein Teil des später zum Toskanatrakt umgebauten Bereich.

Die Dietrichsruh wurde ab 1606 der Wohnort von Salome Alt. Sie hatte von dort einen direkten, geheimen Zugang zu den Fürstenzimmern in der Residenz von Wolf Dietrich. Salome Alt hatte diesen Wohnsitz bis zu Wolf Dietrichs Sturz im Jahr 1611 nicht mehr verlassen.

Der Nachfolger Wolf Dietrichs, Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems, ließ dann Teile der Gebäude der Dietrichsruh erneuern.

Eine Umgestaltung erfolgte Ende des 18. Jahrhundert, als der letzte regierende Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo, den Garten samt der darin befindlichen Gartengrotten abbrechen und um 1790 entlang der Sigmund-Haffner-Gasse einen Neubautrakt errichten ließ. Im Zuge dieser Maßnahmen ging die künstlerische Ausstattung Wolf Dietrichs weitgehend verloren; im Vergleich dazu entstanden relativ nüchterne Verwaltungsgebäude.[1]

Die Herkulesgrotte ist ein erhalten gebliebener Rest aus der ehemaligen Dietrichsruh.

Bildergalerie

Quellen

Einzelnachweis