Donald Kahn

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Donald Kahn (* 4.[1]/5.[2] August 1925 New York, USA; † 10. August 2013 in Salzburg) ist Wahlsalzburger und ein bedeutender Kunstmäzen.

Leben

Unternehmer

Donald Kahn studierte an der New Yorker Columbia University und diente während des Zweiten Weltkrieges in der US-Kriegsmarine. Anschließend arbeitete er im familieneigenen Verlags- und Medienhaus, dehnte es auf den Softwarebereich der Computerindustrie aus und besaß in den Jahren 1983-1991 eine große Druckerei-Gesellschaft mit Sitz in Florida. Während der 1960er- und -70er-Jahre war er Partner verschiedener Beratungsunternehmen und bot Computerprogramme, Service und Systemdesign an. 1985 schrieb er ein PC-Business-Programm für größere Verlagshäuser – zu einer Zeit, in der Computer noch wenig bekannt waren.[1][3]

Schon nachdem die Familie in Floridas Metropole Miami gezogen war, begegnete ihm die Muse bei den ersten Konzertbesuchen; von da an begann er, die dortigen Orchester zu unterstützen.[3] Bereits in den 1960-iger Jahren war er ein bedeutender Kunstmäzen auf musikalischem Gebiet (Orchester, Oper) und die bildende Kunst (Museen).[1][3]

Millionenerbe

Ein beträchtliches Vermögen erbte Donald Kahn von seinem Onkel Walter Hubert Annenberg (* 1908; † 2002)[4], Besitzer des großen amerikanischen Verlags und bedeutender Kunstsammler.[3]

Familie

Seit 1961 ist Donald Kahn mit seiner Frau Jeanne verheiratet. Sie lernten einander bei einer Amateurtheater-Aufführung in Philadelphia kennen, in der Donald als Darsteller und Jeanne hinter der Bühne wirkte. Gebannt sah er die noble Lady und und hätte sich niemals gedacht, dass sie ihn beachten würde. Doch seit der ersten Begegnung waren die beiden nie mehr getrennt. Fünf Kinder und sieben Enkelkinder entsprangen dieser Liebe.[3]

Salzburg

Kahns Liebe zu Salzburg entstand an einem Weihnachtswochenende im Jahr 1977. Da erlebten Jeanne und er im Marmorsaal bei den Schlosskonzerten das Schubert-Quintett mit zwei Celli (D 956[5]); das sei einer dieser „Magic Moments“ gewesen, die man nicht mehr vergisst. In weiterer Folge entstanden tiefe Freundschaften mit Salzburger Bürgern: den Gehmachers, den Spänglers und vor allem der Mäzenin Johanna von Mierka (* 1920; † 2007). Die Kahns zogen von Miami nach London und Salzburg, und in Salzburg, wo sie eine entsprechende Mietwohnung in der Innenstadt bewohnen, schlugen sie 1985 ihren Hauptwohnsitz auf. Grund dieser Wohnsitzwahl waren vor allem die Salzburger Festspiele mit ihrem künstlerischen Angebot und gesellschaftlichen Glanz. Die Kahns sind eifrige Festspielbesucher. Die Zauberflöte mit Christian Bösch als Papageno hat der Opernkenner in den Jahren 1978 bis 1986 sicher hunderte Male gesehen, besonders angetan hat es ihm auch Haydn. Gerne umgeben sich die Kahns mit Künstlern und den Spitzen der Gesellschaft – im Jahr 2003 folgte etwa der britische Thronfolger Prinz Charles ihrer Einladung zu den Festspielen. Bei alledem leben die Kahns aber sehr zurückgezogen und persönlich bescheiden.[3]

Donald Kahn ist auch Treuhänder der American Austrian Foundation, die auf Schloss Arenberg ihren Sitz hat oder hatte.[3]

Mäzenatentum

Donald Kahn ist ein überaus großzügiger Förderer der Salzburger Festspiele: Die Unterstützung für die Salzburger Festspiele begann 1995 mit einer Spende von 235.000 US-Dollar. Darüber hinaus erlegte er sich 1995 selbst „mit Freuden“ die Verpflichtung auf, die Salzburger Festspiele zehn Jahre lang mit weiteren 100.000 Dollar jährlich zu fördern. Er finanzierte den Umbau der Nichtraucher-Lounge im Großen Festspielhaus, die seither seinen Namen trägt und zum Ausstellungsort für Teile seiner weltweit einzigartigen Sammlung von Kunst der australischen Ureinwohner wurde. Für den Umbau des Kleinen Festspielhauses zum "Haus für Mozart" leistete er eine zweckgebundene Zuwendung an den „Verein der Freunde“ in Höhe von 4,36 Millionen Euro. Viel Geld auch für Stradivari-Instrumente an junge Künstler, für für die Internationale Stiftung Mozarteum, So wurde er der größte private Kunstförderer in der Geschichte der Stadt. Das Museum der Moderne Salzburg Rupertinum, das Museum Carolino-Augusteum und die Salzburger Kammerphilharmonie erhielten großzügige finanzielle Unterstützung zur Verwirklichung von Projekten. Der Amerikaner mit jüdischen Wurzeln ermöglichte auch den Fortbestand der Jüdischen Fakultät und unterstützte die Große Aula der Universität Salzburg, die Paracelsus Medizinische Privatuniversität. Mit großen Summen beteiligte sich der Kunstmäzen zudem an der Renovierung der Fassade des Salzburger Doms, des Jüdischen Friedhofs und der Restaurierung der Orgel in der Müllner Kirche.[1][3]

Aussprüche

„Es ist leicht zu sagen, Opern könne man billiger produzieren, doch wenn man sie einmal billiger erlebt hat, dann versteht man, warum sie nicht billiger produziert werden können.“„Mehr Geld wäre nicht schlecht, damit ich der Stadt noch mehr geben kann.“[3]

Donald Kahn hält es mit dem großen amerikanischen Menschenfreund Andrew Carnegie (* 1835; † 1919), der einst sagte: „Der Mensch, der reich stirbt, stirbt in Schande.“[3][6]

Ehrungen

(Auswahl)

  • Im Jahr 2001 wurde Donald und Jeanne Kahn die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen.
  • Am 2. Juni 2004 wurde Donald Kahn die Ehrenbürgerschaft der Stadt Salzburg verliehen.[1]
  • In Würdigung der für das Mozartjahr 2006 beim Umbau der Großen Aula gewährten Unterstützung ernannte die Universität Salzburg Donald Kahn zum Ehrensenator.[1]
  • Für die großzügige Unterstützung bei der Anschaffung der neuen Müllner Barockorgel verlieh Erzbischof Alois Kothgasser dem Mäzen den Rupert- und Virgilorden in Großgold mit Stern.[2]

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Der Standard, Donald Kahn wurde Salzburger Ehrenbürger (Ausgabe vom 7. Juni 2004).
  2. 2,0 2,1 www.kirchen.net (ibu): Ehrung: Hohe diözesane Auszeichnung für Donald Kahn.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 3,7 3,8 3,9 Gerti Krawanja, Big big spender, echoonline.at vom 07. Oktober 2009.
  4. Vgl. den Wikipedia-Artikel "Walter Annenberg".
  5. Vgl. den Wikipedia-Artikel "Streichquintett (Schubert)".
  6. Vgl. den Wikipedia-Artikel "Andrew Carnegie" deutschund englisch. ("...the man who dies thus rich dies disgraced.")