Schloss Arenberg

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Das Schloss von der Seite des Milton and Roslyn Wolf-Parks.
Karte
Blick in das Schlossinnere
Eingang von der Arenbergstraße
Das Schloss von der Seite des Milton and Roslyn Wolf-Parks.
Ausgang aus dem Schloss in den Milton and Roslyn Wolf-Park
Linker Gebäudeteil des Schlosses und Nebengebäude.
Blick aus dem Park
Blick von der Arenbergstraße

Das Schloss Arenberg ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Stadt Salzburg, das auf den Resten des bei einem Brand teilweise zerstörten Schlosses Bürglstein.

Geschichte

Das in Salzburg-Äußerer Stein an der Arenbergstraße 8/10 in der rechtsufrigen Altstadt stehende Gebäude stammt in seinen ältesten Bauteilen rund um das zentrale Stiegenhaus aus dem 14. Jahrhundert. Den heutigen Namen erhielt das Schloss mit dem Erwerb und Ausbau von Prinzessin Sophie von Arenberg im Jahr 1861. Bis dahin hieß es Bürglsteingut. Im Jahr 1627 wurde vom damaligen Eigentümer die nach ihm benannte Ritzenkapelle „Zu Unserer Lieben Frau von Bürglstein“ im Südwesten an das Gebäude angebaut.

Sitz Pirglstein

Im Lauf der Jahrhunderte gab es zahlreiche Eigentümerwechsel. Lediglich das 18. Jahrhundert war in dieser Hinsicht stabil. 1695 verkaufte Ferdinand Paris Freiherr von Rehlingen seinen adeligen Sitz Pirglstein an Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein. Es wurde darin zunächst das Ursulinenkloster untergebracht und ab 1698 ein Waisenhaus. Später standen Park und Bürglstein dem Priesterseminar als Erholungsort für die Alumnen (Priesteramtskandidaten) zur Verfügung. 1730 ließ Fürsterzbischof Firmian auf dem Bürglstein, im Süden des Objekts gelegen, eine Gloriette errichten. Bis zur Salzachregulierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts reichte der Fluss bis an den südlichsten Stadtberg von Salzburg.

Bürglsteingut unter Josef Rosenegger

Im Jahr 1791 verkaufte Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo das Anwesen, jedoch ohne die Kapelle, an den Kunstgärtner Josef Rosenegger. Dieser legte einen kultivierten Landschaftsgarten an, samt Grotte und Aussichtsterrassen, pflanzte Obstbäume und erwarb sieben Zwerge vom Zwergelgarten Schloss Mirabell. Zusammen mit einer Gaststätte wurde das Areal zu einer Attraktion für die Salzburger und Besucher von auswärts. An den Besuch von Maria Theresia, Gattin von Kaiser Franz II./I. im Jahr 1804 erinnert ein von Rosenegger errichteter Obelisk. Dieser steht heute auf dem von der Stadt kommenden Weg auf den Bürglstein.

Am 22. August 1814 wurde das Schloss Bürglstein durch einen Brand in großen Teilen zerstört, jedoch in spätbiedermeierlichem Stil wieder aufgebaut.

Am 3. Jänner 1842 kam Eberhard Fugger, ein namhafter Geologe, späterer Direktor des Salzburger Museum Carolino Augusteum und ab 1911 Ehrenbürger der Landeshauptstadt, auf dem damals noch genannt Schloss Bürglstein zur Welt.

Ära Arenberg

1861 wurde die Liegenschaft von Prinzessin Sophie von Arenberg, geborene von Auersperg (* 8. Jänner 1811 in Prag; † 15. Februar 1901 in der Stadt Salzburg, beigesetzt in der Eglise Saint Nicolas in Raismes, Frankreich) erworben und umgebaut. Sie war mit dem um 34 Jahre älteren Prinz Ernst von Arenberg verheiratet und zum Zeitpunkt des Erwerbs bereits vier Jahre Witwe. Das Bürglsteingut bestand damals aus zwei Gebäudeteilen wie auf dem Detail des Panoramas von Johann Michael Sattler aus dem Jahr 1829 gut erkennbar ist. Der Prinzessin verdanken wir das heutige Aussehen des Gebäudes mit dem Zubau des Mittelteiles samt gusseiserner Veranda und einem weiteren Zubau an der Ostseite des Gebäudes 1874. Mit diesem zweiten Zubau wurde die Lücke zwischen Schloss und den zweigeschossigen Wirtschaftsgebäuden (Ställe, Remise, Glashaus) aus dem frühen 17. Jahrhundert geschlossen. Für den Festsaal im 2. Obergeschoss erwarb sie die Renaissance-Kassettendecke und Türumrahmungen vom Schloss Tandalier in Radstadt. In der ostseitig gelegenen Türumrahmung ist die Jahreszahl 1569 erkennbar.

1897 übertrug Sophie das Schloss an ihr einziges Kind, Tochter Eleonore Ursula Prinzessin von Arenberg. Sie wohnte nicht selbst im Objekt und ließ nach dem Tod ihrer Mutter Mietwohnungen errichten.

Das Schloss im 20. Jahrhundert

Der Schriftsteller Hermann Bahr und seine Frau, die Opernsängerin und Mitbegründerin der Salzburger Festspiele, Anna Bahr-Mildenburg verbrachten hier zehn Jahre von 1912 bis 1922. Sie machten das Schloss zu einem Treffpunkt von Künstlern und Intellektuellen.

Nach dem Ersten Weltkrieg gab es Pläne zur Errichtung eines Mozart-Festspielhauses auf dem Bürglstein.

1931 wurde die Liegenschaft zu vier Fünftel von der Salzburger Sparkasse und zu einem Fünftel von der Stadtgemeinde Salzburg gekauft. Zu dieser Zeit hatten die Arenberggründe ein Ausmaß von 66 000 m² und reichten bis zum Äußeren Stein. 1932 führte die Stadt einen großen Architektenwettbewerb durch mit dem Ziel eine bestmögliche Nutzung zu erreichen. Keines der eingereichten Projekte wurde weiterverfolgt. Ein erheblicher Teil der Fläche wurde dann in den Jahren 1950-1953 für den Bau des Unfallkrankenhauses verwendet.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs trafen fünf Fliegerbomben das Gelände. So auch die Ritzenkapelle, die auf dem Bürglstein errichtete Gloriette und das römische Gräberfeld. Von der Gloriette sind nur mehr die Grundmauern zu sehen und die im Eigentum des Priesterhausfonds stehende stark beschädigte Kapelle wurde im Jahr 1951 abgerissen. Seit September 1945 diente sie der Tischlerei Seidl als Lagerraum.

Von 1968 bis 1995 befand sich im Gebäude die Max Reinhardt Forschungs- und Gedenkstätte. Die Eröffnung fand am 26. Juli 1968 durch Bundespräsident Franz Jonas in Anwesenheit der Witwe Helene Thiemig-Reinhardt statt.

1989 wurde das Schloss - ohne Park - vom Land Salzburg erworben und im Juli 2001 im Rahmen einer öffentlichen Feilbietung von der Salzburg Stiftung der American Austrian Foundation gemeinnützige Privatstiftung mit den Vorständen Dr. Wolfgang Aulitzky und Komm.-Rat Heinrich Spängler gekauft. Ende 2002 erwarb die Salzburg Stiftung den Park im Ausmaß von 17 822 m² von der Salzburger Sparkasse (vier Fünftel) und der Stadt Salzburg (ein Fünftel). Ermöglicht wurde dies durch eine Spende des ehemaligen Botschafters der Vereinigten Staaten von Amerika in Österreich Milton A. Wolf (1977-1980).

Die „The American Austrian Foundation, Inc.” (AAF), New York, wurde im Jahr 1984 anlässlich des Staatsbesuchs des Österreichischen Bundespräsidenten Dr. Rudolf Kirchschläger in den USA mit Unterstützung des ehemaligen US-Außenministers Cyrus Vance gegründet. Ziel war eine Verstärkung der bilateralen Kontakte zwischen Österreich und den Vereinigten Staaten auf dem Gebiet der medizinischen Wissenschaft und der Kultur.

Nach den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in Mittel-und Osteuropa in den Jahren 1989/90 mit dem Fall des Eisernen Vorhangs war es das Bestreben des Westens, die Bevölkerung der Reformländer so rasch wie möglich an die westlichen Standards heranzuführen – so auch im Bereich der Medizin. In dieser Phase besann man sich der Brückenfunktion Österreichs zwischen Ost und West und wählte die AAF als Organisation und Salzburg als Standort für medizinische Fortbildungsseminare.

Im November 1993 fand in Salzburg auf Schloss Leopoldskron das erste postgraduelle Wochenseminar zum Thema „Cardiology“ mit den Kursdirektoren Stephen Scheidt, New York und Max Pichler, Salzburg, statt. Im Jahr 1994 wurden sechs Wochenseminare durchgeführt, im Jahr darauf elf.

Zur Schaffung der notwendigen organisatorischen Strukturen wurde am 8. Mai 1995 die „Salzburg Stiftung der American Austrian Foundation gemeinnützige Privatstiftung“ gegründet. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Wissenschaften und die Förderung von Kunst und Kultur.

Das Schloss im 21. Jahrhundert

Die stark zunehmende Anzahl der medizinischen Wochenseminare führte zu Überlegungen, eigene Seminar-und Unterkunftsmöglichkeiten zu schaffen und in der Folge zum Erwerb von Schloss Arenberg. Das Gebäude befand sich in einem baulich desolaten Zustand sodass umfangreiche Umbau- und Sanierungsarbeiten nach Plänen der Architekten DI Hans Werner Scheicher und Mag. Reiner Kaschl erforderlich waren. Auf Grundlage der rechtskräftigen Baubewilligung vom 13. August 2002 begannen die Bauarbeiten im September 2003 und dauerten eindreiviertel Jahre. Vom 29. Mai bis 4. Juni 2005 konnte das erste Seminar auf Schloss Arenberg „Infectious Diseases“ mit den Kursdirektoren Richard Roberts, Weill Cornell Medical College New York und Wolfgang Graninger, Universität Wien, abgehalten werden.

Die Eröffnungsfeier (Ribbon Cutting Ceremony) von Schloss Arenberg fand am 24. und 25. Juli 2005 statt.

Durch den Ausbruch eines Feuers bei Dachsanierungsarbeiten am 20. April 2009 wurde das Dachgeschoß zerstört und der Rest des Hauses durch Wasserschäden stark in Mitleidenschaft gezogen. Insbesondere die aus dem 16. Jahrhundert stammenden Renaissance-Holztäfelungen und Türumrahmungen im Festsaal waren stark gefährdet. Erfreulicherweise konnten Fachleute gefunden werden, denen eine Trocknung und Wiederherstellung dieser wertvollen Kulturzeugen gelang. Nach kurzer Vorbereitungszeit und nur elf Monaten Sanierungsarbeiten konnte das Gebäude am 29. Mai 2010 wieder in Betrieb genommen werden. Das Haus verfügt nunmehr über 54 Zimmer (37 Einzelzimmer, sieben Doppelzimmer und zehn Suiten).

Seit Aufnahme der Seminartätigkeit in Salzburg im November 1993 wurden über 750 Wochenseminare in allen medizinischen Fachgebieten - von der Anästhesie über die Orthopädie bis zur Urologie - mit über 24 500 Fachärzten aus 128 Ländern abgehalten (Stand Juli 2021). Vortragende (Faculty) sind Mediziner der renommiertesten Universitätskliniken der USA wie Weill Cornell Medical College New York, Columbia University New York, The Children´s Hospital of Philadelphia, Duke University, etc., aber auch aus Europa, jeweils in Kooperation mit ihren Fachkollegen der österreichischen Universitätsspitäler Wien, Graz, Innsbruck, Salzburg. Besonders bemerkenswert ist die Bereitschaft der Vortragenden ihr im Verlauf ihres Berufslebens erworbenes Wissen unentgeltlich weiterzugeben. Durch die Weitergabe des letzten Standes des medizinischen Wissens an Fachärzte aus aller Welt findet eine Multiplikation dieses Wissens statt, das unmittelbar zum Wohl einer großen Zahl von Patienten eingesetzt werden kann.

Die Medizinseminare finden im Rahmen des Open Medical Institutes, einem Programm der American Austrian Foundation, statt. Medizinischer Direktor seit Anbeginn ist Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Aulitzky. Während der Seminarpause im Sommer werden auf Schloss Arenberg Opern-camps für Kinder und Jugendliche unter der Leitung von Mitgliedern der Wiener Philharmoniker abgehalten.

Milton and Roslyn Wolf-Park

Im Milton and Roslyn Wolf-Park befinden sich die Würth Skulpturen.

Bilder

 Schloss Arenberg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Schloss Arenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

--> dortiger Autor Reinhard Medicus