Eduard Rambousek

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Eduard Rambousek (* 1873 in Prag; † 1918) war Präsidialchef der Salzburger Landesregierung in den 1910er Jahren.

Die illegalen Machenschaften des Regierungsrats Rambousek

Eduard Rambousek nutzte seine Machtposition aus. Der Regierungsrat unterschlug sieben Millionen Kronen, während die Bevölkerung vom Krieg gebeutelt auf die Straße ging.

Es war reine Habgier, die Eduard Rambousek antrieb. Sieben Millionen Kronen hat der einflussreiche Präsidialchef der Salzburger Landesregierung bis zum Kriegsende 1918 unterschlagen. Bereits seit 1913 hatte er regelmäßig und zunehmend höhere Geldbeträge veruntreut. Diese stammten großteils aus Flüchtlings- und Notstandsgeldern. Daneben wirkt der jüngste Salzburger Finanzskandal fast wie ein Marionettentheater. Ermöglicht hatten den Korruptionsfall kriminelle Energie und Machtfülle.

Rambousek war Sohn jenes Stabsarztes, der den Thronfolger Franz Ferdinand wegen seines Lungenleidens in Budweis behandelte. Er galt als enger Vertrauensmann des Erzherzogs. Diese Tatsache gab dem Salzburger Präsidialchef und ranghöchsten Beamten des Kronlandes ein bedeutsames Profil. „Dr. Eduard Rambousek war ein einflussreicher Mann, auch deshalb, weil er viele beteilte“, schreibt der Historiker vom Salzburger Stadtarchiv, Thomas Weidenholzer, im aktuellen Sammelband „Salzburg im Ersten Weltkrieg“. So soll Salzburgs Bürgermeister Max Ott regelmäßig Lebensmittel bekommen haben.

Rambousek, geboren 1873 in Prag, war seit 1896 im Staatsdienst und seit 1907 bei der Salzburger Landesregierung tätig. Seine Fähigkeiten verhalfen ihm zu einem schnellen Aufstieg. Seine Beziehungen zu höchstgestellten Persönlichkeiten trugen das Ihre dazu bei. Mit Kriegsausbruch leitete er nicht nur das Präsidialbüro der Salzburger Landesregierung. Rambousek führte auch das gesamte Militärreferat und hatte die Agenden der Staatspolizei über. Ihm unterstanden die Kriegsanleihepropaganda, die Hilfs- und Notstandsaktionen und die Flüchtlingsfürsorge. Aus Letzterer lukrierte Rambousek Gelder für die landeseigenen Wirtschaftsbetriebe. Diese arbeiteten auf seine Anweisung auf Gewinn. „Um möglichst große Umsätze zu erzielen, wurden Lebensmittel für das Flüchtlingslager in Niederalm angekauft, die dort gar nicht mehr benötigt wurden“, stellt Weidenholzer fest. Diese Lebensmittel wurden profitabel weiterverkauft, die Gewinne landeten auf einem eigenen Konto, das nach Angaben Rambouseks die Grundlage eines Invalidenfonds bilden sollte. In Wirklichkeit finanzierte sich der Regierungsrat aus den illegalen Geschäften ein Leben in Luxus, während Salzburgs Bevölkerung hungerte. So wurden 32 Waggons Kartoffelwalzgrieß nach Wien verkauft, der dringend als Mehlersatz benötigt worden wäre.

Wenige Tage vor dem Ende der Monarchie flogen die Machenschaften auf. Der Prozess gegen den Direktor der Bedarfsmittel-Beschaffungsstelle, Josef Ehmann, brachte das Ausmaß ans Tageslicht. Rambousek wurde verhört und verhaftet. Am Ende richtete er sich in seiner Zelle selbst. An ihm blieb kein gutes Wort. Weil Tscheche, wurde er verdächtigt, mit der Entente zu kooperieren. Zudem wurden ihm Verbindungen zur tschechischen Mafia nachgesagt. Ein Polizeibeamter kritzelte auf seinen Meldeschein einen Galgen.

Quellen