Gerhard Steininger

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Gerhard Steininger

Gerhard Steininger (* 13. Februar 1941 in Wien; † 20. Juni 2017) war Journalist und René-Marcic-Preisträger.

Leben

Steininger verbrachte seine Jugend in Salzburg und begann schon mit 18 Jahren seine journalistische Karriere. Nach Lehrjahren beim Demokratischen Volksblatt kam er am 1. September 1964 zu den Salzburger Nachrichten. Nach zehn Jahren in der Salzburger Redaktion wechselte er 1974 in die Wiener Redaktion in die Innenpolitik.

Für seine außergewöhnliche Karriere als unabhängiger Journalist erhielt Gerhard Steininger 2001 sowohl den Leopold-Kunschak-Pressepreis als auch den vom Land Salzburg vergebenen René-Marcic-Preis für qualitätvolle, herausragende publizistische Leistungen.

Im Februar 2006 ging Steininger offiziell in Pension. Seiner Zeitung blieb er aber auch nach mehr als 40 Jahren noch treu: er schreibt weiterhin wöchentlich seine Kolumne als „Steinkauz“.

2007 veröffentlichte Gerhard Steininger in der Edition Steinbauer das Buch Das Dritte Lager. Aufstieg nach dem Fall?, eine Geschichte der Freiheitlichen Partei(en) in Österreich.

Erinnerungen

Gaisbergrennen

Gerhard Steininger war in den 1960er-Jahren Pressechef bei den Gaisbergrennen. Er erinnert sich in einem Gespräch mit den SN im Mai 2013 an das Jahr 1968. Damals war Porsche-Rennleiter Huschke von Hanstein mit einem neuen, zivilen Porsche-Sportwagen auf den Gaisberg gekommen, um ihn der Fachpresse vorzustellen. Nach einer Einführung und Training bekam Steininger von Hanstein den Schlüssel für eine Probefahrt ausgehändigt. Diese blieb ihm nachhaltig in Erinnerung, auch deshalb, weil er in ihm ein Schmuckstück von einem Regenschirm (Zitat Steininger) zurück gelassen hatte.

Beim letzten Rennen 1969 geriet der Italiener Toni Pelizzoni auf FIAT Abarth 2000 P von der Strecke ab. Steininger rief im Unfallkrankenhaus an, um sich nach dem Grad der Verletzung zu erkundigen. Man teilte ihm mit, dass Pelizzoni tot sei. Steininger fragte bei der Rennleitung nach, ob er die Medien davon in Kenntnis setzten sollte und erhielt die Antwort: "Warten Sie damit bis nach dem Rennen!".

Willy Löwinger

Eine weitere unvergessliche Erinnerung Steiningers dreht sich um die untrennbar mit dem Gaisbergrennen verbundene Persönlichkeit des "Herrn Direktor" Willy Löwinger, der Präsident des veranstaltenden Österreichischen Automobilsportclubs (ÖASC) war. Willy Löwinger war im März 2013 im Alter von 96 Jahren gestorben. Drei Dinge waren die "Markenzeichen" dieses Herrn: Dicke Zigarren, eine sehr wienerisch-mollige Freundin und ein Diplomatenkoffer. Letzteres diente ihm zur Aufbewahrung der Pressekarten, der Start- und Preisgelder. Hartnäckig hielt sich das Gerücht, dass er sich von diesem Koffer nicht einmal am stillen Örtchen trennte.

Diese Ausnahmeerscheinung lag ständig mit den Rennfahrern, aber vor allem mit den Motorsportjournalisten im Clinch. Steininger geriet bei Übernahme des Amtes als Pressechef gleich in einen Konflikt mit Löwinger und dem Wiener Journalisten Helmut Zwickl. Der damalige Rennleiter Fritz Stengl (damals auch ein freier Mitarbeiter der SN-Sportredaktion) hatte Steininger ans Herz gelegt, sich ja gut um die Journalisten zu kümmern. Der Grund Stengls für dieses Anliegen war, dass er die Herzen der Journalisten im "Kampf" des Salzburgrings gegen den gleichzeitig erbauten Österreichring gewinnen wollte. Um Stengl zu unterstützen, kratzte Steininger die letzten Reste seiner stadtbekannten Liebenswürdigkeit zusammen, um den Streit [Anm: Löwinger - Zwickl] zu schlichten.

Quellen