Großglockner Hochalpenstraße Straßenkarten und Beschreibungen

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die älteste Sraßenkarten-Ausgabe, erschienen noch vor dem Sommer 1935
2. Ausgabe Herbst 1935 oder 1936
3. Ausgabe von 1964 bis 1972
4. Ausgabe ab 1973

Es gab verschiedene Straßenkarten und Beschreibungen der Großglockner Hochalpenstraße im Verlauf ihrer Geschichte, die man erwerben konnte oder mit der Bezahlung der Maut erhielt.

Einleitung

Während der Bauzeit der Straße wurden Gamsgrubenprojekte seitens der Großglockner Hochalpenstraßen AG, die zu Auseinandersetzungen mit dem Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein. Trotzdem war es selbstverständlich, die offizielle Karte der Großglockner-Hochalpenstraße[1] auf der Basis der Alpenvereinskarte zu erstellen.

Bis 1972 wurde die Offizielle Karte in einem Umschlag verkauft, in dem sich in Heftform die Informationen (siehe weiter unten) befanden. Sie waren im Maßstab 1:25 000 gedruckt. Zwischen 1964 und 1972 wurden etwa 22 000 Stück pro Jahr von dieser Karten verkauft. Ab 1973 wurde dann der Maßstab 1:50 000 verwendet, der Aufbau war stark reduziert und folglich ging auch die Nachfrage stark zurück. Seit 1986 wird diese Karte nicht mehr aufgelegt.

Dem Autor dieses Artikels lagen im November 2017 fünf unterschiedliche Exemplare davon vor:

1. Die älteste Ausgabe

Diese in Leporello-Art (Faltprospekt, zwölfseitig) im Format 23,5 x 11 cm dürfte noch vor der Eröffnung am 3. August 1935 in der Zaunrith'sche Buchdruckerei (wie die einzige Angabe zum Druck verrät) gedruckt worden sein. Dies lässt sich daraus schließen, dass es keine einzige Aufnahme von der Scheitelstrecke gibt. Lediglich vom verschlossenen Mittertörltunnel, was auf einen Druckzeitpunkt Mai oder Juni 1935 schließen ließe.

Von den zwölf Seiten sind vier Seiten eine farbige Panoramadarstellung mit dem Verlauf der Straße und 56 Detailangaben wie Berggipfelnamen, die erste Seite zeigt ein Gemälde von Berrann aus Innsbruck (ein vorbeifahrendes Auto mit dem Großglockner im Hintergrund; alle anderen Seiten haben jeweils oben und unten ein Schwarzweißbild und in der Mitte Beschreibungen des Straßenverlaufes; detaillierte Angaben, wie sie in späteren Ausgaben zu finden sind, fehlen gänzlich;

2. Ausgabe Herbst 1935 oder 1936

Diese zweite Ausgabe ist bereits bedeutend größer und umfangreicher; die im Format 27,5 x 14 cm und Maßstab 1:25 000gedruckte Broschüre ist von Freytag & Berndt in Wien hergestellt worden; hat 13 Seiten und eine herausklappbare farbige Karte (85 x 55 cm); im linken oberen Eck der Karte befindet sich eine Übersichtskarte des Bereichs zwischen Zell am See und Lienz in Osttirol.

  • Zum Inhalt:
  1. I. Allgemeines
  2. II. Streckentafel;
    1. Tafel I: Durchzugsstraße Bruck - Heiligenblut
    2. Tafel II: die Edelweißstraße: Fuscher Törl - Edelweißspitze
    3. Tafel III: die Gletscherstraße: Guttal - Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
      1. diese Tafeln bietet eine Kilometrierung, Höhenangabe, Durchschnitts- und Maximalsteigung in Prozent;
  3. Über den Bau der Straße
  4. Landschaftlich besonders schöne Punkte
  5. Jährliche Benützungsdauer
  6. Parkplätze
  7. Straßentelefon
    1. Tafel der Straßenfernsprecher (Kilometrierung, Ortsbezeichnung, Lagen des Fernsprechers)
  8. Mautsätze für die Benützung der Großglockner-Hochalpenstraße (Übersicht)
  9. Mautsätze
    1. Kraftstellwagen der fahrplanmäßigen Personen-Kraftfahrlinien
  10. Besondere Winke für den Fahrer
  11. Entfernungstafel vom Hochtor an der Großglockner-Hochalpenstraße

Dann folgt die ausklappbare Karte, die noch eine Besonderheit bietet: zum Zeitpunkt 1935 waren noch eine Seilschwebebahn auf den Fuscher-Kar-Kopf sowie die Verlängerung der Straße von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe bis zum Wasserfallwinkel geplant. Diese beiden Projekte sind bereits auf dieser Ausgabe eingezeichnet. Weiters wollte man eine Seilschwebebahn über die Pasterze hinauf zur Erzherzog-Johann-Hütte bauen. Alle Gamsgrubenprojekte scheiterten am Widerstand der Naturschützer, Alpenvereine und der Kärntner Landesregierung.

3. Ausgabe 1964 bis 1972

Diese dritte vorliegende Ausgabe ist im selben Format wie die zweite beschriebene (27,5 x 14 cm, Freytag & Berndt in Wien); hat 13 Seiten und eine herausklappbare farbige Karte (85 x 55 cm); inhaltlich gleich, lediglich bei den Streckentafeln um eine vierte erweitert, den Verlauf des Gamsgrubenwegs, der erst 1937 eröffnet worden war.

Die gleichgroße Karte wie bei der zweite Ausgabe ist mittlerweile natürlich ohne den projektierten Vorhaben, jedoch bereits mit dem Eintrag Freiwandeck, Parkturm. Mit Parkturm ist wohl das Parkhaus Freiwandeck gemeint. Denn im Text auf Seite 5 heißt es ... und die in Bau befindliche Parkierungsanlage... (was eben auch auf das Erscheinungsjahr hinweist).

4. Ausgabedatum ab 1973

Ab 1973 wurden nur mehr einfache Faltprospekte gedruckt; sie wurde bei Sochor Druck in Zell am See produziert, die Karten in verschiedenen Blautönen gehalten und ohne Bilder; der Text in vier Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch;

5. Ausgabedatum 2010er Jahre

Die letzte dem Autor dieses Artikels vorliegende Ausgabe wurde 2014 gedruckt, ist ebenfalls mehrsprachig, farbig und mit Übersichtskarte und Kurzbeschreibungen der einzelnen Stationen und Sehenswürdigkeiten entlang der Straße;

Quellen

Fußnoten

  1. die alte Schreibweise des Straßennamens war noch mit Bindestrich