Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein

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Der Deutsche und Oesterreichische Alpenverein war ein Verein, der aus dem österreichischen und dem bayerischen Alpenverein im 19. Jahrhundert entstanden war.

Geschichte

1862 wurde in Wien der Oesterreichische Alpenvereines (OeAV) gegründet, 1869 der Deutsche Alpenverein (DAV) in München aus deutschen und österreichischen Bergsteigern. Als „deutsch“ bezeichnete man im 19. Jahrhundert das deutschsprachige Gebiet Mitteleuropas. Dabei wurden die Ostalpen als „Deutsche Alpen“ bezeichnet.

Der DAV konnte große Erfolge verzeichnen, was zur Verschmelzung der beiden Vereine führte. 1873 wurde der „Deutsche und Oesterreichische Alpenverein“ aus der Taufe gehoben. Der OeAV bildete zusammen mit der Sektion Wien des DAV die Sektion Austria des D. u. Oe. A. V. Insgesamt entstanden bis zum Ersten Weltkrieg knapp 400 Sektionen. Deren vorrangiges Ziel war in jener Zeit die Errichtung von Hütten und Wegen. 319 Hütten mit mehr als 8 500 Betten und Lagerstätten gehörten 1914 dem Verein. Viele Hüttennamen, wie etwa die Berliner Hütte, weisen auch heute noch auf die Sektion hin, die sie errichtet hat und betreut.

Die Verwaltung des Vereins erfolgte in einer Vereinskanzlei, deren Sekretär und Mitarbeitern ihren Standort periodisch wechselten. Ein Großteil der Einnahmen wurde für die Veröffentlichungen (Mitteilungen und die jährlich erscheinende Zeitschrift), die Forschung und kulturelle Aktivitäten aufgewendet. Die Alpenvereins-Kartografen schufen die besten Kartenwerke der Ostalpen.

1951 nahm der österreichische Alpenverein wieder die alte Bezeichnung Oesterreichischer Alpenverein an. Bis 2014 schrieb sich der Verein mit Oe. Seither schreibt er sich mit Ö.[1] Folglich werden Einträge vor 2014 'Oe' geschrieben.

Salzburgbezüge

Programmblatt für den "Fest-Commers des deutschen Alpenvereins am 8. September 1871 in Salzburg [...]"
Rückseite des Programmblatts.

Am 8. September 1871 veranstaltete der Deutsche Alpenverein ein Fest in der Stadt Salzburg unter Mitwirkung der Salzburger Liedertafel und der Regimentsmusik des k.u.k. Infanterieregiments "Erzherzog Rainer" Nr. 59. Dazu findet sich in der Salzburger Zeitung vom 4. September[2] folgender Hinweis, das Programmblatt für den "Fest-Commers des deutschen Alpenvereins am 8. September 1871 in Salzburg [...]" ist aus dem Besitz von Franz (II.) Xaver Gregor Spängler und lag bei den Kobler-Spängler-Briefen:

(Deutscher Alpenverein Section Salzburg.) Die vorgestern Abends in St. Peter stattgefundene Ausschußsitzung bot mannigfaches Interesse. Zunächst referirte Hr. Cassier Spindler über die dermaligen Verhältnisse am Krimmler Wasserfall. Die Wege zu diesem schönsten Wasserfall unseres Landes seien wahrhaft erbärmlich, der Aufstieg zur sogenannten Kanzel kaum erkennbar und schwierig, die Indolenz aller derer, die am Besuche dieser Naturschönheit zunächst betheiliget sind, des Wirthes u. s. w., sei grenzenlos. Da müsse geholfen werden. Der Festarrangeur, Herr Carl Petter[3], berichtet über die bisherige Wirksamkeit des Fest-Comités und berichtiget die in öffentlichen Blättern enthaltene Mittheilung bezüglich des Depots der Zutrittskarten. Dieselben werden nämlich nicht im Hause des Kaufmannes Guggenbichler, sondern im Vereinsbureau (Langerhof) verabfolgt werden.

Am 12. und 13. August 1882 fand in Salzburg in der Aula der alten Universität der IV. internationale alpine Kongress statt, dem am 14. August die neunte Generalversammlung des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins folgte[4].

1888 widmete der Deutsch-Oesterreichische Alpenverein dem Poeten des Wolfgangsees Joseph Victor von Scheffel eine Gedenkmarmortafel mit Auszügen aus den Bergpsalmen, auf dem durch den Alpenverein Salzburg geförderten „Victor von Scheffel Steig“.

Vom 16. bis 18. Juli 1893 fand die Generalversammlung des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins in Zell am See statt[5].

Am 26. August 1896 gründete Wilhelm Ritter von Arlt die Sektion Rauris des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins. Wilhelm Ritter von Arlt wurde Vorsitzender der am 26. August 1896 konstituierten Sektion des Alpenvereins.

1918 erhielt der Alpenverein 40 km² Grund im Gebiet des Großglockners-Pasterze vom Villacher Holzindustriellen Albert Wirth geschenkt, die später den Grundstock für den Nationalpark Hohe Tauern bildeten.

Dr. med. Erich Schernthaner (* 1870; † 1949) war Gemeindearzt von Taxenbach, Mitbegründer und langjähriges Vorstandsmitglied der Sektion Lend-Dienten des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins.

Während der Bauzeit der Straße wurden Gamsgrubenprojekte seitens der Großglockner Hochalpenstraßen AG, die zu Auseinandersetzungen mit dem Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein.

Quellen

Einzelnachweis

  1. Quelle Oe zu Ö, abgefragt am 20. Jänner 2018
  2. ANNO, Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 4. September 1871, Seite 2
  3. Apotheker Carl Petter (* 1838; † 1890)
  4. Quelle Jahresbericht 1882, anno
  5. Quelle www.gemeinschaftskatalog.de: Buch "XX. Generalversammlung des Deutschen und österreichischen Alpenvereines, Zell am See"