Gletscherstraße

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Gletscherstraße beim Speicher Margaritze.
Die Gletscherstraße im Bereich des Glocknerhauses 1936, historische Ansichtskarte. Interessant ist dabei, dass die Straße noch rechts des Glocknerhauses verläuft. Heute ist die Trasse links des Gebäudes.
Auf der Gletscherstraße.
Aus der Baugeschichte, Stand November 1931.
Bilder unten: Eröffnung der Gletscherstraße am 2. Oktober 1932.

Die Gletscherstraße ist ein acht Kilometer langes Teilstück der Großglockner Hochalpenstraße auf Kärntner Seite.

Verlauf

Sie beginnt beim Kreisverkehr Guttal oberhalb von Heiligenblut und verläuft über Palik, das Schöneck, vorbei am Karl Volkert- und Alpincenter Glocknerhaus hinauf zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.

Baugeschichte

Von Heiligenblut gab es seit 1908 bereits eine mautpflichtige Alte Glocknerhausstraße bis zum Glocknerhaus. 1930, mit dem Baubeginn der Großglockner Hochalpenstraße, begann Franz Friedrich Wallack von Heiligenblut mit dem Bau der Südrampe bis zur Abzweigung Guttal. Bis dorthin verwendete er allerdings eine neue Trasse und nicht die Trasse der alten Glocknerhaustraße.

Von der Abzweigung Guttal folgte er dann aber auf weiten Strecken der alten Trasse bis zum Glocknerhaus. Das führte während der Bauzeit zu Problemen und der Verkehr musste zeitweise wechselseitig angehalten werden. Vom Glocknerhaus wurde auf einer neuen Trasse die Gletscherstraße bis unterhalb der historischen Kaiser-Franz-Josefs-Höhe geführt.

Baulose

Der Bau der Gletscherstraße war in folgende Baulose unterteilt:

  • Baulos 4: von Heiligenblut über das Fleißtal zum Kasereck; hier sollte nach dem ersten Entwurf die Scheitelstrecke abzweigen
Daten: Länge 5,9 km, tiefster Punkt 1 301 m ü. A., höchster Punkt 1 931 m ü. A., Höhenunterschied 612 m, durchschnittliche Steigung 10,4 Prozent, Höchststeigung 11,8 Prozent;
  • Baulos 5: vom Kasereck über das Guttal zum Schobereck; das ist der Punkt, an dem die alte Glocknerhausstraße in die neue Straße einmündet.
Daten: Länge 2,7 km, tiefster Punkt 1 859 m ü. A., höchster Punkt 1 913 m ü. A., Höhenunterschied 54 m, durchschnittliche Steigung 2,0 Prozent, Höchststeigung 8,2 Prozent;
  • Baulos 6: vom Schobereck bis zum Glocknerhaus mit angenäherter Benützung der Linienführung der bestehenden schmalen alten Glocknerhausstraße.
Daten: Länge 4,5 km, tiefster Punkt 1 859 m ü. A., höchster Punkt 2 148 m ü. A., Höhenunterschied 289 m, durchschnittliche Steigung 6,3 Prozent, Höchststeigung 11,5 Prozent;
Daten: Länge 2,9 km, tiefster Punkt 2 158 m ü. A., höchster Punkt 2 362 m ü. A., Höhenunterschied 214 m, durchschnittliche Steigung 8,0 Prozent, Höchststeigung 12,0 Prozent;

Baulager

Es gab in diesem Bereich folgende Baulager (Daten Spätherbst 1931):

  • Baulager Fleiß mit 30 Mann
  • Baulager Wegscheider mit 180 Mann
  • Baulager Kasereck mit 225 Mann
  • Baulager Guttal mit 280 Mann
  • Baulager Palik mit 183 Mann
  • Baulager Glocknerhaus mit 30 Mann
  • Baulager Sturmhütte mit 260 Mann
  • Baulager F. J. Höhe mit 139 Mann

Eröffnung 1932

Die Gletscherstraße konnte bereits am 2. Oktober 1932 eröffnet.

Bei den Eröffnungsfeierlichkeiten waren der österreichische Bundespräsident Wilhelm Miklas, Finanzminister a. D. Dr. Grimm als Präsident der Großglockner Hochalpenstraßen AG, die Landeshauptleute von Salzburg, Dr. Franz Rehrl, und Kärnten, Ferdinand Kernmaier, der Erbauer der Straße, Hofrat Dipl.-Ing. Franz Friedrich Wallack, Fürstbischof Dr. Adam Hefter, für den Oesterreichischen Automobil-Club dessen geschäftsführendes Vorstandsmitglied Graf Pachta und Rittmeister Eisler, für den Salzburger Automobil Club Vizepräsident Kommerzialrat Edwin Schurich, Oberbergrat h.c. Dipl.-Ing. Dr. Karl Imhof, Rudolf Zrost und Sekretär Baron Seyfferitz, der Präsident des Kärntner Automobil-Clubs, Kommerzialrat Koutnik sowie zahlreiche weitere Ehrengäste anwesend.

Nach einer Feldmesse am Vormittag in Heiligenblut setzte sich eine Autokolonne in Bewegung und befuhr die neue Straße.

Parkplätze

Der erste Parkplatz unterhalb der historischen Kaiser-Franz-Josefs-Höhe war zunächst nur als Umkehrplatz mit wenigen Parkplätzen gedacht. Im Frühjahr 1933 ließ Wallack dann rund 200 m weiter den Parkplatz Kaiser-Franz-Josefs-Höhe II errichten, der am 25. August 1933 fertiggestellt war. Im Sommer 1936 wurde dann die Straße bis zum heutigen Besucherzentrum verlängert, wo der heute nicht mehr bestehende Parkplatz Freiwandeck entstand. Das heutige Parkhaus Freiwandeck wurde erst 1963 eröffnet.

Weblink

  • ANNO, Allgemeine Automobil-Zeitung, 1. Oktober 1932, ein Bericht über die Eröffnung der Südrampe von Heiligenblut bis auf die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe

Bildergalerie

weitere Bilder

 Gletscherstraße – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen