Parkhaus Freiwandeck

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Nach der neuen Verglasung 2018: links das Besucherzentrum Kaiser-Franz-Josefs-Höhe bis zum "Turm" und daran anschließend rechts das Parkhaus Freiwandeck.
Bauzustand September 1961.
Eröffnung Parkhaus Freiwandeck am 8. August 1963.
Im Bild bei der Eröffnung des modernisierten Parkhauses im Juli 2018 eingerahmt von den Mitgliedern des Bergführereines Heiligenblut: v.l. Johannes Hörl (Vorstand Großglockner Hochalpenstraßen AG), Wilfried Haslauer (Landeshauptmann Salzburg), Margarethe Schramböck (Bundesministerin), Ulrich Zafoschnig (Landesrat Kärnten);
Aussehen bis Sommer 2018.
Aussehen bis Sommer 2018.
Parkhaus Freiwandeck, Aussehen bis 2018

Das Parkhaus Freiwandeck ist einer der Parkmöglichkeiten an der Großglockner Hochalpenstraße.

Einleitung

Dieses Parkhaus befindet sich am Nationalparkplatz auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf einer Höhe von 2 369 m ü. A. am Ende der Gletscherstraße gegenüberdes höchsten Berges von Österreich, dem Großglockner, in Kärnten.

Es bietet 610 Parkplätze auf gedeckten Geschoßen sowie offenen am Dach (fünftes Geschoß), die alle kostenlos sind.

Geschichte

Mit der Eröffnung der Gletscherstraße am 2. Oktober 1932 endete diese Stichstraße auf einem Umkehrplatz der sich unterhalb des ehemaligen Kaiser Franz Josef Hauses noch heute befindet. Erst 1933 wurde dann der Parkplatz Hoher Sattel errichtet. Hauptanziehungspunkt war seinerzeit die Pasterze, die fast bis auf die Höhe dieses Parkplatzes reichte. Aber auf dem damaligen kleinen Parkplatz waren viel zu wenige Parkplätze, um an Spitzentagen alle Fahrzeuge aufnehmen zu können. Bis Sommer 1936 wurden dann weitere Parkflächen geschaffen, der Parkplatz Freiwandeck auf dem heutigen Nationalparkplatz entstand. Aber auch diese Parkplätze reichten nicht aus und so entschied man sich Mitte der 1950er-Jahre zur Errichtung des Parkhauses Freiwandeck am Freiwandeck.

1953 wurden am 15. August 1 573 Pkw, 143 Busse und 2 333 Motorräder auf der Gletscherstraße gezählt. An solchen "Rekordtagen" musste der Verkehr auf dem Pufferparkplatz Glocknerhaus II angehalten werden, da auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe nur Platz für rund 200 Kfz war. So entschied noch im Jahr 1953 die Betreibergesellschaft der Straße, die Großglockner Hochalpenstraßen AG, den beschleunigten Ausbau der Straße von sechs auf 7,5 Meter Breite, die Errichtung eines Pufferparkplatzes für 300 Fahrzeuge beim Glocknerhaus und den Bau eines vorerst dreigeschossigen Parkhauses Freiwandeck für 429 Pkw und 100 Motorräder. Bis 1960 sollte dann das Gebäude um zwei Geschoße mit insgesamt 630 Stellplätzen aufgestockt werden (Wallack plante ursprünglich sogar 900 Stellplätze).

Im Sommer 1955 bewilligte das Finanzministerium 125 Millionen Schilling für den weiteren Ausbau der Großglockner Hochalpenstraße. Es sollte das Parkhaus Freiwandeck auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und ein Aussichtsturm mit Funkstation auf der Edelweißspitze errichtet sowie die Edelweißstraße von sechs auf 7,5 Meter verbreitert werden.[1]

Arbeitskräftemangel ließ den Erbauer der Straße Franz Wallack zu besonderem Zuckerl greifen

Obwohl insgesamt die Besucherzahlen der Straße rasant zunahmen (1955 waren es rund 722 000 Personen, 1958 bereits rund 970 000) dauerte es mit der Umsetzung der Projekte noch jahrelang. Denn das „Jahrzehnt des Wiederaufbaus“, die 1950er-Jahre, brauchte überall Arbeitskräfte und so waren für Bauten im Hochgebirge kaum Arbeitskräfte zu finden.

Wallack verfiel auf einen Köder für Baufirmen, um bis 1960 doch noch zumindest drei Parkdecks fertigzustellen. Er bot den Firmen eine Prämie an, wenn sie seinen Auftrag vorzeitig erledigten. Doch auch dieser Köder änderte nichts an dem Arbeitskräftemangel. Wallack musste weiter warten.

Zwei Türme im Parkhaus sorgen für reibungslose Nutzung

Wallack zerbrach sich den Kopf darüber, wie man den Verkehr in und aus dem Parkhaus lenken könnte, „wegen der Undiszipliniertheit der Fahrgäste“, wie er meinte. Die Lösung fand er zwei Türmen mit wendeltreppenähnlichen Auffahrtsrampen: im ersten Turm erfolgt die Auffahrt auf die einzelnen Parkdecks im Einbahnsystem und am anderen Ende der Decks steht der zweite Turm, ebenfalls mit wendeltreppenähnlicher Auffahrtsrampe. Hier aber für die Ausfahrt.

Baubeginn war dann aber endlich im Sommer 1959. Die erste Bauetappe mit drei Etagen war bis 1961 fast abgeschlossen. Daneben wurde die Aussichtsterrasse, die heute "Nationalparkplatz" bezeichnet wird, vergrößert und fertiggestellt. 1961 konnte das Erdgeschoß mit 80 Stellplätzen freigegeben werden. Ein Lawinenabgang auf das oberste Deck im Dezember 1962 bescherte den Räumtrupps im Frühjahr 1963 vier Wochen Arbeit, um das Gebäude von Schnee, Eis und Geröll zu befreien. Sicherungsarbeiten machten die Benutzung des Erdgeschoßes erst mit 19. Juli 1963 möglich.

Am 8. August 1963 konnten dann die drei errichteten Geschoße in Betrieb genommen. Der Entwurf des Parkhauses stammte von Architekt Wilhelm Zinnauer und dieser wurde 1961 von Stararchitekt Clemens Holzmeister gelobt.[2]

Die endgültige Fertigstellung erfolgte erst 1990

Im Spätherbst 1964 und im April 1965 beschädigten Lawinen das Gebäude abermals schwer. Die Stahlträger wurden derart verbogen, dass die GROHAG als Betreibergesellschaft den Vollausbau auf fünf Etage auf Jahre hinaus unmöglich sah. Auch waren mittlerweile große Geldbeträge in den Bau der Gerlos Alpenstraße geflossen, die ebenfalls von der GROHAG erbaut wurde. Die Eröffnung war am 1. Dezember 1962.

Erst 26 Jahre später, 1985, war eine unausweichliche Generalsanierung des Parkhauses der Anlass, endlich auf fünf Geschoße wie von Anfang an geplant, aufzustocken und die Parkplatzkapazität von 700 Stellplätzen zu ermöglichen.

Zwischen 1963 und 1985 waren die Parkplätze im Bereich der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe im Schnitt an 18 Tagen völlig ausgelastet und Besucher mussten unten beim Glocknerhaus auf dem Pufferparkplatz warten, bis sie auffahren konnten.

Schließlich konnte 1990 das Parkhaus Freiwandeck mit fünf Geschoßen für 700 Stellplätze freigegeben werden, wie man es 1953 (!) plante.

2011 kam es zu einer Verringerung von einer Parkfläche von 1 200 m² auf 610 Stellplätze zugunsten der Ausstellungsfläche für die Dauerausstellung 125 Jahre Automobilismus - "Die Erfolgsgeschichte des Automobils".

2018: Verglasung Parkhaus und Besucherzentrum

2,5 Millionen Euro wurden 2018 für die Erneuerung (Vollverglasung samt Außengestaltung und Besucherleitsystem, Eigenstromversorgung mit 800m² PV-Anlagen, Sprinkleranlage mit 150 m³ Löschwasserbehälter, wichtige Verbesserungen im Brandschutz u.d.gl.) des vor einem halben Jahrhundert errichteten und seither höchstgelegenen Parkhauses in Europa samt Besucherzentrum investiert.

Die Gesamtfläche der Verglasung beträgt etwa 3 000 m², dazu sorgen 800 m² Photovoltaik-Module für eine komplette Eigenstromversorgung auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (erwartete Stromproduktion: 120 000 KWh/Jahr). Allein für die Unterkonstruktion der Glasfassade wurden 90 Tonnen Stahl verbaut. Dazu wurde eine Sprinkleranlage mit Löschwasserbehälter, Inhalt 150 m³, nach dem neuesten Stand der Technik als wichtige Verbesserung im Brandschutz errichtet, die einerseits der Sicherheit der Besucher dient und andererseits auch der Feuerwehr Heiligenblut am Großglockner als „eiserne Wasserreserve“ zur Verfügung steht.

Die Arbeiten und Aufträge führten 15 heimische Unternehmen (Bauaufsicht von GROHAG-Prok. Thomas Noel mit Arch. Egbert Laggner aus Sachsenburg, Kärnten) aus den Regionen der Hohen Tauern durch. Von der Durchführungsentscheidung bis zur Umsetzung vergingen aufgrund der Behördenverfahren (Naturschutzrechtliche Bewilligung, Naturschutzbeirat, Bewilligung nach § 5 Abs. 1 Denkmalschutzgesetz, Ortsbildpflegekommission, Baurechtliche Bewilligung inkl. Brandschutzkonzept und Gutachten des Kärntner Landesfeuerwehrverbandes sowie begleitenden Maßnahmen, wie Brutkästen für die Alpendohle, Mehlschwalbe und Hausrotschwanz) drei Jahre und es konnte dadurch eine breite Unterstützung und Akzeptanz aller Beteiligten erzielt werden.

Bilder

 Parkhaus Freiwandeck – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Bilderweblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle Austro-Motor, Fachzeitschrift für Weltmotorwesen, Wien, Ausgabe 1955/5
  2. Quelle Die Großglockner Hochalpenstraße Erbe und Auftrag, Seite 165