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Parkhaus Freiwandeck

Im Bild bei der Eröffnung des modernisierten Parkhauses im Juli 2018 eingerahmt von den Mitgliedern des Bergführereines Heiligenblut: v.l. Johannes Hörl (Vorstand Großglockner Hochalpenstraßen AG), Wilfried Haslauer (Landeshauptmann Salzburg), Margarethe Schramböck (Bundesministerin), Ulrich Zafoschnig (Landesrat Kärnten)
Parkhaus Freiwandeck, Aussehen bis 2018
im Gebäude ganz links sind die Großglockner Gastbetriebe, Freiwandeck sowie ein Glockner-Shop, im Gebäude rechts befindet sich das Besucherzentrum Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und anschließend das Parkhaus Freiwandeck, das Gebäude am Hang ist die Gletscherbahn, die zur Pasterze hinunter führt

Das Parkhaus Freiwandeck ist einer der Parkmöglichkeiten an der Großglockner Hochalpenstraße.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Dieses Parkhaus befindet sich am Nationalparkplatz auf einer Höhe von 2 369 m ü. A. auf Kärntner Gebiet am Ende der Gletscherstraße gegenüber des höchsten Berges von Österreich, dem Großglockner.

Größe

Es bietet 700 Parkplätze auf gedeckten Geschoßen sowie am Dach (fünftes Geschoß), die alle kostenlos sind.

Geschichte

Mit der Eröffnung der Gletscherstraße am 2. Oktober 1932 endete diese Stichstraße am Parkplatz Kaiser-Franz-Josefs-Höhe I, der sich unterhalb des ehemaligen Kaiser Franz Josef Hauses noch heute befindet. 1933 wurde dann erst der Parkplatz Kaiser-Franz-Josefs-Höhe I errichtet, es folgte 1936 der Parkplatz Freiwandeck, der später zum Nationalparkplatz und autofrei wurde.

Hauptanziehungspunkt war seinerzeit die Pasterze, die fast bis auf die Höhe der Gletscherstraße reichte. Aber auf dem damaligen kleinen Parkplatz waren viel zu wenige Parkplätze, um an Spitzentagen die Fahrzeuge aufnehmen zu können. Bis Sommer 1936 wurden dann weitere Parkflächen geschaffen, der Parkplatz Freiwandeck auf dem heutigen Nationalparkplatz. Aber auch diese reichten nicht aus und so entschied man sich Ende der 1950er Jahre zur Errichtung des Parkhauses Freiwandeck am Freiwandeck.

Im Sommer 1955 bewilligte das Finanzministerium 125 Millionen Schilling für den weiteren Ausbau der Großglockner Hochalpenstraße. Es soll das Parkhaus Freiwandeck auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und ein Aussichtsturm mit Funkstation auf der Edelweißspitze errichtet sowie die Edelweißstraße von sechs auf 7,5 Meter verbreitert werden.[1]

Baubeginn dürfte Sommer 1958 gewesen sein, da der eines im Sommer 1959 aufgenommenen Bildes vom "Bauzustand" spricht. Die erste Bauetappe mit drei Etagen war bis 1961 fast abgeschlossen. Daneben wurde die Aussichtsterrasse, die heute "Nationalparkplatz" bezeichnet wird, vergrößert und fertiggestellt. 1961 konnte das Erdgeschoß mit 80 Stellplätzen freigegeben werden. Ein Lawinenabgang auf das oberste Deck im Dezember 1962 bescherte den Räumtrupps im Frühjahr 1962 vier Wochen Arbeit, um das Gebäude von Schnee, Eis und Geröll zu befreien. Sicherungsarbeiten machten die Benutzung des Erdgeschoßes erst mit 19. Juli 1963 möglich.

Am 8. August 1963 konnten dann die drei errichteten Geschoße in Betrieb genommen.

Im Spätherbst 1964 und im April 1965 beschädigten Lawinen das Gebäude abermals schwer. Die Stahlträger wurden derart verbogen, dass die GROHAG als Betreibergesellschaft den Vollausbau auf fünf Etage auf Jahre hinaus unmöglich sah.

Erst 26 Jahre später, 1985, war eine unausweichliche Generalsanierung des Parkhauses der Anlass, endlich auf fünf Geschoße wie von Anfang an geplant, aufzustocken und die Parkplatzkapazität von 700 Stellplätzen zu ermöglichen.

Zwischen 1963 und 1985 waren die Parkplätze im Bereich der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe im Schnitt an 18 Tagen völlig ausgelastet und Besucher mussten unten beim Glocknerhaus auf dem Pufferparkplatz warten, bis sie auffahren konnten.

2011 kam es zu einer Verringerung von einer Parkfläche von 1 200 m² auf 610 Stellplätze zugunsten der Ausstellungsfläche für die Dauerausstellung 125 Jahre Automobilismus - "Die Erfolgsgeschichte des Automobils".

2018: Neugestaltung

2,5 Millionen Euro wurden für die Erneuerung (Vollverglasung samt Außengestaltung und Besucherleitsystem, Eigenstromversorgung mit 800m² PV-Anlagen, Sprinkleranlage mit 150 m³ Löschwasserbehälter, wichtige Verbesserungen im Brandschutz u.d.gl.) des vor einem halben Jahrhundert errichteten und seither höchstgelegenen Parkhauses in Europa (250 m Gesamtlänge und 30 m Höhe) samt Besucherzentrum 2018 investiert.

Verglasung Parkhaus und Besucherzentrum

Die Gesamtfläche der Verglasung beträgt etwa 3 000 m², dazu sorgen 800 m² Photovoltaik-Module für eine komplette Eigenstromversorgung auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (erwartete Stromproduktion: 120.000 KWh/Jahr). Allein für die Unterkonstruktion der Glasfassade wurden 90 Tonnen Stahl verbaut. Dazu wurde eine Sprinkleranlage mit Löschwasserbehälter, Inhalt 150 m³, nach dem neuesten Stand der Technik als wichtige Verbesserung im Brandschutz errichtet, die einerseits der Sicherheit der Besucher dient und andererseits auch der Feuerwehr Heilgenblut als „eiserne Wasserreserve“ zur Verfügung steht.

Die Arbeiten und Aufträge führten 15 heimische Unternehmen (Bauaufsicht von GROHAG-Prok. Thomas Noel mit Arch. Egbert Laggner aus Sachsenburg, Kärnten) aus den Regionen der Hohen Tauern durch. Von der Durchführungsentscheidung bis zur Umsetzung vergingen aufgrund der Behördenverfahren (Naturschutzrechtliche Bewilligung, Naturschutzbeirat, Bewilligung nach § 5 Abs. 1 Denkmalschutzgesetz, Ortsbildpflegekommission, Baurechtliche Bewilligung inkl. Brandschutzkonzept und Gutachten des Kärntner Landesfeuerwehrverbandes sowie begleitenden Maßnahmen, wie Brutkästen für die Alpendohle, Mehlschwalbe und Hausrotschwanz) drei Jahre und es konnte dadurch eine breite Unterstützung und Akzeptanz aller Beteiligten erzielt werden.

Das Parkhaus

An der Ostseite des 250 Meter langen Gebäudes befindet sich die Auffahrtsspirale, an der Westseite die Abfahrtsspirale. Die Gebäudehöhe beträgt 25 Meter, die größte Tiefe von der Vorderfront zur bergseitigen Begrenzung 30 Meter.

Weitere Einrichtungen im Parkhaus

Im Parkhaus befinden sich das Besucherzentrum Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, Räume für die Mitarbeiter der GROHAG sowie die erwähnte Dauerausstellung "125 Jahre Automobilismus".

Quellen

Fußnoten

  1. Quelle Austro-Motor, Fachzeitschrift für Weltmotorwesen, Wien, Ausgabe 1955/5