Montanmuseum Altböckstein

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Das denkmalgeschützte Gebäude des Montanmuseums
Läufersteine und Hunt, Montanmuseum Altböckstein

Das Montanmuseum Altböckstein wurde vom "Leobner Arbeitskreis" mit Univ.-Prof. Dr. Gerhard Sperl, Dr. E. Krajicek und Hofrat Peter Sika gegründet und befindet sich im Ort Böckstein im Gemeindegebiet von Bad Gastein.

Lage und Beschreibung

Das Montanmuseum ist in den beiden denkmalgeschützten Gebäuden Salzstadl und Säumerstall untergebracht, sie sind Teil der Montansiedlung Altböckstein, einer in Böckstein stehenden geschlossenen, barocken Wohn- und Werkssiedlung aus dem frühen 18. Jahrhundert.

Sie beherbergte einstmals die Aufbereitungsanlagen der im Radhausberg-Revier gewonnenen Gold- und Silbererze.

Am 25. Juli 1976 hielt Dr. Fritz Gruber im Rotary Club Bad Gastein einen Vortrag über die Erhaltungswürdigkeit und die bestehende akute Gefährdung eines Komplett-Abrisses der gesamte historischen Montansiedlung. Durch Kontaktnahme mit den Leobner Montanarchäologen und durch ein Gutachten von Univ.-Prof. Dr. Manfred Wehdorn konnte bei Gefahr in Verzug eine vorläufige Schnellunterschutzstellung erreicht werden, der ein reguläres Unterschutzstellungsverfahren mit positivem Ergebnis folgte. 1977 konnte sie vor dem Abriss bewahrt werden und wurde völlig restauriert. Der baufällige "Salzstadl" wurde 1979/1980 vom Verein Montandenkmal Altböckstein und in der weiteren Folge auch der "Säumerstall" instandgesetzt und zu einem Bergbaumuseum umgestaltet.

Inhalt des Museums

  • ein Schaustollen
  • Arbeitsgeräte des Bergmanns
  • Bohrtechnik einst und jetzt
  • Lade- und Fördermittel
  • Brauchtum und Tracht sowie zahlreiche Bilder und Karten über das bergmännische Geschehen in diesem Raum.
Nachbau des Amalgamierwerkes

Die Erzaufbereitungsanlage im umgebauten "Säumerstall" wurde im Herbst 1993 eröffnet. Mit Plänen die aus dem 19. Jahrhundert, wurde eine funktionstüchtige Anlage mit Wasserrad-Pocher-Stoßherd und Amalgamierwerk (Goldmühle) errichtet, sie soll vermitteln, wie einstmals in Altböckstein die Erze zerkleinert und konzentriert wurden.

Wie die Erzgewinnung nach dem Verfahren der Schwimmaufbereitung (Flotation) funktioniert, zeigen zwei Flotationszellen. In den Vitrinen wird Anschauungsmaterial und bergbaubezogene Bodenfunde zur Geschichte des Gasteiner Bergbaus von 1749 bis 1944 geboten. Utensilien der Saumtierhaltung sind im Stiegenhaus aufgestellt.

Außerdem gibt es eine über 1 000 Bände umfassende Museumsbibliothek, mit Büchern über Montangeschichte und Edelmetallbergbau. Eine Anschlussmöglickeit zum internationalen Leihverkehr ist gegeben. Der 5½-stündige Peter-Sika-Weg vom hinteren Naßfeld über Schiedeck und Hieronymus-Haus zur Mautstelle der Gasteiner Alpenstraße, der vorbei an montanhistorischen Baulichkeiten verläuft wird vom Verein ebenso instandgehalten wie der neu erstellte Dr. Fritz Gruber Weg. Dieser führt vom Parkplatz in Sportgastein über neue und alte Mittelstation zum Knappenbäuelsee und weiter zum Gipfel des Kreuzkogels, der an bestimmten Tagen auch im Sommer mit der Goldbergbahn erreichbar ist.

Zum Bestand des Montanmuseums gehört auch das Schaukraftwerk Nassfeld, das vom Böcksteiner Museumsteam gestaltet und betreut wird.

Auszeichnung

Das Museum ist mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel ausgezeichnet.

Weitere Bilder

 Montanmuseum Böckstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

  • salzburg.gv.at
  • Gruber, Fritz: Altböckstein und die jüngere Geschichte der Tauerngoldproduktion, 2. stark erweiterte Auflage Böckstein 2005, Eigenverlag des Montanvereins Altböckstein
  • Gruber, Fritz: Mosaiksteine zur Geschichte Gasteins und seiner Salzburger Umgebung, Bad Gastein 2012, 528 Seiten, Eigenverlag des Rotary Clubs Bad Gastein
  • Gruber, Fritz: Vom Gold zum Radon-Heilstollen. Niedergang und Neuanfang des Edelmetallbergbaus in den Hohen Tauern zwischen dem 16. und dem 20. Jahrhundert, in: Der Anschnitt 68, Bochum 2016/H.1-2, S. 14-34.