Peter Wehrhan

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Peter Wehrhan (* 1. Juli 1941 in der Stadt Salzburg) ist ein Pionier der Salzburger Eishockey-Szene.

Sportliche Karriere

Er war 1962 mit dabei, als Fußball-Kaderspieler der Salzburger Austria die Salt Lake Flyers gründeten und sich Duelle gegen den SAK-Ableger Lepi Tigers lieferten. Als der SEV und der ASV 1968 zum HCS fusionierten, wirkte Wehrhan zunächst als Stellvertreter von Obmann Viktor Lindner, später als Alleinverantwortlicher. In seine Amtszeit fielen unter anderem die Verpflichtungen von Legenden wie Adelbert St. John, Ron Roberts, Rick Cunningham, Brian Stankiewicz oder Eddi Lebler sowie der Bau der Überdachung der Kunsteisbahn Volksgarten. Nach dem HCS-Konkurs übte Wehrhan von 1983 bis 1993 das Amt des Präsidenten des Eishockey-Landesverbandes aus. Wehrhan war auch Journalist (unter anderem in den frühen 1970er Jahren in der SN-Sportredaktion) und als Gastwirt aktiv. Der Vater einer Tochter und dreier Söhne arbeitet im Ruhestand am Aufbau eines umfangreichen Salzburger Eishockey-Archivs.

Vorgestellt

"Und da stand plötzlich die Freundin des Robin Sadler mit einem echten Löwenbaby im Arm an der Bande. An ein Training war natürlich nicht mehr zu denken. Kein Mensch wusste, woher sie dieses Löwenbaby hatte." Beginnt Peter Wehrhan zu erzählen, dann folgt eine Schnurre der nächsten. Offenbar gibt es nichts, was der gebürtige Salzburger in seinem langen Leben in der Eishockey-Szene nicht erlebt hätte. Den jungen Fans des aktuellen meisterlichen Bullenteams ist der Name Peter Wehrhan kein Begriff mehr. Ob es aber in Salzburg professionelles Eishockey ohne sein Wirken überhaupt noch gäbe, das darf bezweifelt werden.

Zunächst als Stellvertreter von Viktor Lindner, später als allein verantwortlicher Obmann, baute Wehrhan das Fundament für den Eishockey-Profibetrieb auf. "Viel Geld hatten wir nie, dafür gute Kontakte und auch so manches Glück", schildert er im Stüberl des Campingplatzes Staffl am Obertrumer See. Hier ist er seit 1971 jeden Sommer Dauercamper. Der sportlich gebliebene Pensionist schwimmt, radelt und an einem alten Computer arbeitet er in seinem Wohnwagen die Salzburger Eishockey-Geschichte auf. Mit dem Namen Peter Wehrhan sind unzählige Salzburger Eishockey-Legenden von Del John über Rick Cunningham oder Brian Stankiewicz untrennbar verbunden. Trotz starker Österreicher wie Zwickl, Kriechbaum oder Onkel Hermann und Neffe Wolfgang Ausweger war klar, dass es ohne "Importe" nicht gehen würde.

"Internet gab es ja nicht. Wir hatten ein kleines Buch, einen Hockey-Guide, da waren die Spieler aus Übersee drinnen. Und wir haben Inserate in kanadischen Eishockey-Magazinen aufgegeben." Ein in Salzburg populär gewordener Legionär wurde "einfach wegen seines schönes Namens" verpflichtet: Roger Lamoureux, "der Verliebte". Aus der Zeit des Legionärduos Cunningham/Lamoureux (Saison 1977/78) stammt auch der noch heute gültige Zuschauerrekord im Volksgarten mit über 5000 Fans bei einem Spiel - und das unter freiem Himmel.

"Ja, um die Halle, da haben wir gekämpft", sagt Wehrhan. Der HCS spielte als einziger Bundesligaklub ohne Halle jahrelang mit einer Ausnahmelizenz. Obwohl mit Alois Hanselitsch ein Stadtrat als Präsident an der Klubspitze stand, ließen sich die Stadtväter Zeit.

Wehrhan: "Wir haben Demonstrationen gemacht, sind mit den Nachwuchsspielern beim Schloss Mirabell aufmarschiert." Der skurrile Höhepunkt in der Hallendebatte: Es musste eine Attrappe in 1:1, eine so genannte Baumaske, angefertigt werden, damit die Stadtväter sehen, "ob sich so ein Bau harmonisch in den Volksgarten einfügt". Im Herbst 1980 stand zumindest das Dach (die Halle kam erst 2002) und für den HCS war dieser mit Wehrhan an der Spitze erstrittene Kompromiss die letzte Rettung. Die Bundesliga hatte eine weitere Freiluft-Lizenz schon verweigert.

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Othmar Behr)